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Der Basketball-Superstar James Harden erzwingt einen Transfer von den Houston Rockets zu den Brookyln Nets

Mit den Houston Rockets hat James Harden schon länger abgeschlossen. Nun folgt der Wechsel nach New York.

Mit den Houston Rockets hat James Harden schon länger abgeschlossen. Nun folgt der Wechsel nach New York.

Mit dem Wechsel von James Harden verschieben sich die Stärkeverhältnisse in der stärksten Basketball-Liga der Welt erneut. Mit Kevin Durant und Kyle Irving bildet er ein illustres Trio.

Seit Monaten hat James Harden, der Superstar der Houston Rockets, seinen Abgang aus Texas zu forcieren versucht. Er, der vielleicht begnadetste Skorer dieser Sportart, tat das mit so viel Hingabe, dass selbst Christoph Schlingensief Unlust nicht kunstvoller hätte inszenieren können. Nachdem er seinen Transferwunsch öffentlich gemacht hatte, rückte er zu spät ins Vorbereitungscamp und mit sattem Übergewicht ein.

Danach hatten seine Darbietungen teilweise etwas so Gleichgültiges, dass selbst die notorisch unkritischen TV-Kommentatoren zum Schluss kamen, er habe «mit dieser Mannschaft abgeschlossen.»

Harden, 31, unternahm nicht einmal den Versuch, diesen Eindruck wegzuwischen. Nach einer Kanterniederlage gegen die Los Angeles Lakers sagte er: «Ich liebe diese Stadt, ich habe alles gegeben. Aber wir sind nicht gut genug, nicht was das Talent angeht und auch nicht punkto Teamgeist.» Die Aussagen sorgten für ziemlich zornige Reaktionen seiner Teamkollegen, aber sie verfehlten ihre Wirkung nicht: Weniger als 24 Stunden später wurde Hardens Wunsch erhört – die Rockets reichten ihn in einem komplexen Tauschgeschäft mit vier involvierten Teams an die Brooklyn Nets weiter. Für die chronisch erfolglosen Nets, 2012 aus New Jersey ins hippe New Yorker Stadtviertel verpflanzt, soll Harden das letzte Stück im grossen Meisterpuzzle sein; sie verkauften für ihn ihre Zukunft.

Durant, Irving und nun auch noch Harden

Harden ist neben Kevin Durant und Kyrie Irving der dritte Megastar im Kader, in Sachen Talent wird den Nets niemand das Wasser reichen können. Aber die Egos von Harden, Durant und Irving sind allesamt grösser als die Freiheitsstatue - der Trainer Steve Nash ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden.

Kevin Durant,Kyrie Irving und die Broolyn Nets erhalten mit James Harden prominente Verstärkung.

Kevin Durant,Kyrie Irving und die Broolyn Nets erhalten mit James Harden prominente Verstärkung.

Gerade um Irving, 28, gibt es wachsende Irritiationen. Der All-Star fehlt seit einer Woche unentschuldigt aus «persönlichen Gründen», zuletzt wurde er gesehen, wie er an der Geburtstagsfeier seiner Schwester ohne Maske ausgelassen tanzte. Im Juli würde er das nach den Playoffs gerne im Konfettiregen tun. Gelingen kann das nur, wenn der Coach Nash es schafft, die Stars bei Laune zu halten. Es ist ein Unterfangen, das in den USA in den nächsten Monaten für exzellente TV-Einschaltquoten sorgen wird.

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