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«Der Aufstieg in die Super League war ein einmaliges Erlebnis»

Christophe Lambert (rechts) im Spiel gegen den SC Goldau. Bild: Boris Bürgisser (Buochs, 19. Oktober 2019)

Christophe Lambert (rechts) im Spiel gegen den SC Goldau. Bild: Boris Bürgisser (Buochs, 19. Oktober 2019)

Aufgewachsen in Ennetbürgen, dann Junior beim SC Buochs, später Profi beim FC Luzern – Christophe Lambert hatte einiges zu feiern in seiner Karriere. Morgen spielt er in der ersten Liga mit Buochs gegen Zug 94.

Nach sieben Jahren beim FC Luzern und einem Zwischenhalt im Tessin bei Bellinzona, kehrt Christophe Lambert im Sommer 2012 zu seinem Heimatverein Buochs zurück. Seit dieser Saison ist der offensive Mittelfeldakteur auch als Co-Trainer beim SC Buochs tätig. Die Nidwaldner Erstliga-Truppe – trainiert von Tom Heitzmann – verabschiedet sich nach dem Spiel morgen gegen Zug in die Winterpause.

Gegen Zug noch eine Rechnung offen

Aktuell rangiert der SC Buochs auf dem 12. Tabellenplatz. Dies entspricht nicht dem, was sich die Buochser und Christophe Lambert vor der Meisterschaft erhofft hatten. «Mit diesem Kader haben wir das Ziel, uns im Mittelfeld zu bewegen.» Mit Wohlen und Baden (Promotion League Absteiger) sowie Biel, Solothurn oder Delemont, befinden sich namhafte Vertreter mit Aufstiegsambitionen in der ersten Liga Gruppe 2. Kein leichtes Unterfangen für die Nidwaldner. «In der gesamten Vorrunde haben uns permanent drei bis vier Spieler gefehlt, dazu kamen einige Verletzte. Um im gesicherten Mittelfeld zu agieren, reicht dies nicht», sagt Lambert, der die Möglichkeiten realistisch einschätzt. «Wir hoffen, auf die Rückrunde hin wieder auf mehr Spieler zählen zu können, um wieder anzugreifen.» Sein Fazit nach der ersten Saisonhälfte fällt also durchzogen aus. «Wenn du im Training nur zwölf Mann bist anstatt 20, ist es schwierig im taktischen Bereich zu arbeiten.» Lambert schoss drei Tore und steuerte einige Assists bei. Kein schlechter Wert. Seine persönliche Leistung sei im Moment jedoch zweitrangig. «Mir ist wichtiger, dass es dem Team besser läuft und junge Spieler sich entwickeln können, auf und neben dem Platz», so Lambert.

Morgen Samstag (17.00) gastiert Zug 94 auf dem Buochser Seefeld. Mit den Zugern hat das Team um Christophe Lambert noch eine Rechnung offen. «Ja genau, wir hatten das erste Spiel in Zug verloren.» Der bislang einzige Sieg für die Zuger in der aktuellen Saison. «Aufgrund der Tabellensituation dürfen wir das Spiel auf keinen Fall verlieren.» Zug sei physisch stark, ebenso kampfstark. Er erwartet ein schwieriges Spiel, «denn der Platz ist in einem schlechten Zustand. Dies kommt uns nicht entgegen, denn wir wollen das Spiel machen», so Lambert.

«René van Eck hat auf junge Spieler gesetzt»

Der heute 32-Jährige schaut gerne auf die Zeit beim FC Luzern zurück. «Der FCL hat sich in meiner Zeit enorm entwickelt.» Damit spricht Lambert den rasanten Aufschwung an, den er hautnah miterleben konnte – Challenge League, Aufstieg, Ligaerhalt, etabliert im Mittelfeld bis hin zur Europa League Teilnahme, dazu ein neues Stadion. Als 14-Jähriger stiess der Ennetbürger zu den C-Junioren des FCL. «Nach dem Abstieg aus der damaligen NLA war der Verein ein Mittelfeldclub in der Challenge League», erinnert sich Lambert. Mit 18 Jahren debütierte er in der ersten Mannschaft. René van Eck war damals sein Trainer. «René hat auf junge Spieler gesetzt und auch der Teamgeist war ihm wichtig. Das ist mir sehr entgegengekommen. Als eigener Junior in der ersten Mannschaft zu spielen, war ein Bubentraum.»

Lambert durfte viele tolle Momente mit dem FC Luzern feiern. Er spricht da etwa die Siege im Cup-Halbfinal an und die damit verbundene Final-Teilnahme. «Im Cupfinal zu spielen war grossartig.» Doch eines sticht dennoch heraus: «Der Aufstieg in die Super League war ein einmaliges Erlebnis.»

Nach dem einjährigen Aufenthalt in Bellinzona machte sich Lambert Gedanken, ob er noch weiter auf den Fussball setzten sollte. «Wenn du nicht bei Basel oder im Ausland spielen kannst, musst du immer auch ein Auge auf ein zweites Standbein haben.» Lambert absolvierte eine KV-Lehre. Heute arbeitet er im Verkauf als Kundenberater bei Europac – eine Verpackungsfirma in Ennetbürgen. Zudem ist Lambert eidgenössischer Marketingfachmann, den er letztes Jahr an der Hochschule Luzern abschloss.

Über seinen fussballerischen Werdegang ist Christophe Lambert glücklich. Inzwischen spielt er bereits wieder sieben Jahre beim SC Buochs. Auch in dieser Zeit gab es einige Highlights für den Ennetbürger. Dazu zählt der Aufstieg mit Buochs in die erste Liga sowie die zahlreichen Cup-Spiele. «Der Sieg gegen YB war ebenfalls ein tolles Erlebnis», erinnert sich Lambert. Nach dem Sieg gegen die Berner schalteten die Nidwaldner auch das oberklassige Schötz aus. Im Viertelfinal wartete dann der nächste Superligist. «Zuhause gegen St. Gallen vor über 4500 Zuschauern zu spielen war grossartig.»

Familie steht an erster Stelle

Vor wenigen Monaten hat sich das Leben des ehemaligen FCL-Profis etwas verändert. Lambert wurde zum ersten Mal Vater. Seine Frau brachte Tochter Gioia zur Welt. Lambert arbeitet 100 Prozent, spielt Fussball in der ersten Liga und hat eine Familie zu Hause. Dies sei viel, alles unter einen Hut zu bringen: «Ich habe eine tolle Frau die mir den Rücken freihält. Wir unterstützen uns gegenseitig, das hilft enorm. Wenn ich nicht so eine tolle Familie hätte, wäre dies nicht möglich.» Inzwischen ist Christophe Lambert 32 Jahre alt. Fussball ist nach wie vor seine grosse Leidenschaft.

Ans Aufhören denkt er noch nicht. «Wenn ich einmal nicht mehr Freude am Fussball habe, dann würde ich gleich morgen damit aufhören. Die Freude und der Siegeswille müssen vorhanden sein, ansonsten hast du in der ersten Liga nichts verloren. Ich bin jedes Wochenende noch verbissen, die Spiele zu gewinnen», so der Familienvater. Doch verändert haben sich seine Prioritäten durchaus. «Früher stand Fussball stets an erster Stelle, heute ist es meine Familie», sagt Lambert der das Trainer-B-Diplom besitzt. Ob er einst im Trainerbusiness tätig sein werde, wisse er noch nicht. Auszuschliessen sei es jedoch nicht.

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