Shapovalov, der 2016 das Junioren-Turnier von Wimbledon gewonnen hatte und dessen russische Eltern lange in Israel lebten, ehe sie nach Toronto emigrierten, verbarrikadiert sich danach tagelang zu Hause. Seither zeigt sich der Linkshänder mit wallend blonder Mähne und der einhändigen Rückhand geläutert. Seit Januar hat er sich von Position 250 bis auf Platz 69 der Weltrangliste vorgearbeitet.

In Montreal erreichte er die Halbfinals und bezwang unter anderen Juan Martin Del Potro und Rafael Nadal. Trotzdem musste er bei den US Open durch die Qualifikation, weil sein Ranking sechs Wochen vor dem Turnier nicht gut genug war und die Organisatoren ihm keine Wildcard gaben. Nun steht er nach drei Siegen in der Qualifikation, dem Starterfolg gegen Daniil Medwedew und einem 6:4, 6:4, 7:6 gegen Jo-Wilfried Tsonga (32, ATP 12) ohne Satzverlust in der dritten Runde. Dort trifft Denis Shapovalov auf einen Altbekannten: Kyle Edmund (22, ATP 42), den Briten, der im April von seinem Ausraster profitiert hatte.