Thun-Aarau
Davide Callà rettet Aarau auswärts gegen Thun einen Punkt in extremis

Aarau kann also auch auswärts Punkte sammeln. Lange sah es zwar nicht danach aus. Denn rund eine Stunde liefen die Aargauer einem Rückstand hinterher. Doch Callà sicherte den Aarauern mit seinem 2. Treffer in der 91. Minute das Unentschieden.

Ruedi Kuhn und Patrick Haller
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Davide Callà jubelt über einen seiner zwei Treffer.
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Callà wird geherzt
Thun gegen Aarau
Callà beim Kopfball.
Thuns Enrico Schirinzi, links, im Duell mit Aaraus David Marazzi
Thuns Luca Zuffi, Thomas Reinmann und Benjamin Luethi, von links, feiern den Treffer zum 1:1
Harter Kampf zwischen Thun und Aarau
Thuns Berat Sadik feiert seinen Treffer zum 2:1
Lüthi freut sich über den Ausgleich
Handshake vor dem Spiel: Thun-Trainer Urs Fischer (links) und FCA-Coach René Weiler

Davide Callà jubelt über einen seiner zwei Treffer.

Keystone

90 Minuten und 42 Sekunden sind gespielt: Kim Jaggy flankt von der rechten Seite und Alain Schultz verlängert den Ball mit dem Kopf zu Davide Callà. Die Nummer 33 des FC Aarau schraubt sich in die Höhe und köpfelt den Ball aus sechs Metern ins Tor. Kurz vor Schluss hat der Super-League-Aufsteiger in der Thun Arena vor 5268 Zuschauern zum 2:2 ausgeglichen. Callà dreht ab, reisst die Arme in die Höhe, schaut zum Himmel und lässt sich von den Teamkollegen feiern.

Kurze Zeit später steht Superman Callà vor den Medien, strahlt wie ein Maikäfer, kann sein Glück kaum fassen und sagt: «Natürlich ist die Freude gross. Solche Momente sind für mich pure Emotionen. Sachlich betrachtet ist der Ausgleichstreffer aber vor allem der verdiente Lohn für unseren Kampfgeist», fügt der Flügelstürmer hinzu. «Die Mannschaft hat nie aufgegeben und vor allem in der Schlussphase das Herz in beide Hände genommen. Und das hat sich ausbezahlt.»

Saisontreffer zwei und drei

Lob für die Mitspieler hin, Lob für die Mitspieler her; Callà war beim 2:2 gegen Thun wieder einmal Mann der Partie. Nach dem herrlichen Schuss zum zwischenzeitlichen 3:1 gegen Luzern schoss er gegen die Berner Oberländer die Saisontore zwei und drei, stellte damit wie schon in der vergangenen Saison seine Effizienz eindrücklich unter Beweis und reagierte prompt auf die eher mässige Leistung gegen die Grasshoppers vom vorletzten Samstag. Dass sich der FC Aarau nach dem späten Ausgleichstreffer wie der Sieger fühlte, versteht sich von selbst. Der Gewinn des ersten Auswärtspunkts in der höchsten Spielklasse ist zweifellos verdient. Das sah auch René Weiler so. «Wir konnten nach einer Stunde einen Zacken zulegen und haben bis zum Schluss an unsere Chance geglaubt», sagte der Trainer des FC Aarau. «Das wurde schliesslich belohnt.»

Belohnt mit einem Punktgewinn, der an einem dünnen Faden hing. Dabei wäre sogar mehr möglich gewesen. Der FC Aarau ging nämlich schon nach vier Minuten in Führung. Nach einem Handspiel von Enrico Schirinzi innerhalb des Strafraums verwertete Callà den folgerichtigen Penalty zum 1:0. Statt nachzulegen, ruhte sich Weilers Team auf den Lorbeeren aus und geriet in Rücklage. Defensive Unzulänglichkeiten liessen die auf ansprechendem Niveau stehende Partie kippen. Benjamin Lüthi mit einem herrlich getretenen, aber noch leicht abgefälschten Freistoss aus 20 Metern (12.) und Berat Sadik nach einem Pass in die Tiefe von Mathieu Salamand (27.) sorgten für die Wende. Einmal in Rückstand bäumte sich der FC Aarau auf. Callà und Alexander Gonzalez hatten vor dem Pausenpfiff das 2:2 auf dem Fuss.

In der zweiten Halbzeit verlegten sich die Thuner auf das Verwalten des knappen Vorsprungs. Mit Ausnahme der Riesenchance von Michael Siegfried und der Glanzparade von Swen König eine Viertelstunde vor Schluss blieb das Team von Trainer Urs Fischer harmlos. Und der FC Aarau? Er nahm nach einer Stunde das Heft in die Hand und drängte den immer müder werdenden Gegner in dessen Platzhälfte zurück. Chancen waren allerdings Mangelware. Dann aber kam der grosse Auftritt von Callà. Was die Offensivspieler Remo Staubli, Alexander Gonzalez, David Marazzi, Otele Mouangue und Dante Adrian Senger nicht schafften, das schaffte jener Mann, der für den FC Aarau Gold wert ist. Dank dem Punktgewinn gegen Thun kann man wohl davon ausgehen, dass das Brügglifeld am nächsten Samstag ausverkauft ist. Mit den Young Boys gastiert der verlustpunktlose Leader in Aarau. Wieder ein Fall für Callà?

Thun - Aarau 2:2 (2:1)

Arena. - 5268 Zuschauer. - SR Studer. - Tore: 4. Callà (Handspenalty/Handspiel Schirinzi) 0:1. 10. Lüthi (Freistoss) 1:1. 27. Sadik (Salamand) 2:1. 91. Callà (Schultz) 2:2. Thun: Faivre; Lüthi, Reinmann, Sulmoni, Schirinzi; Hediger, Siegfried; Cassio (65. Martinez), Zuffi (71. Sanogo), Salamand (87. Marco Schneuwly); Sadik. Aarau: König; Martignoni (71. Schultz), Jäckle, Garat (81. Senger), Jaggy; Ionita, Burki; Callà, Gonzalez, David Marazzi (55. Mouangue); Staubli.
Bemerkungen: Thun ohne Bättig, Bigler, Ferreira, Krstic und Schindelholz (alle verletzt), Aarau ohne Lüscher (verletzt) und Hallenius (krank). Verwarnungen: 7. Sulmoni (Foul). 69. Schirinzi (Unsportlichkeit).

Das war der Liveticker:

Abpfiff: Der FC Aarau sichert sich beim Auswärtsspiel gegen den FC Thun vor 5'268 Zuschauern dank zwei Toren von Davide Callà einen verdienten Punkt.

93. Minute: Aarau will jetzt mehr. Eckball für die Gäste. Aber nichts Zählbares.

91. Minute: TOOOOOOOOOOR für Aarau - 2:2! Callà köpft nach einem hohen Ball zum verdienten Ausgleich ein. Endlich!

90. Minute: Es werden fünf Minuten nachgespielt. Das geht noch was.

87. Minute: Letzter Wechsel bei Thun - Schneuwly für Salamand.

86. Minute: Callà von linksaussen deutlich am Tor vorbei.

85. Minute: Die Aarauer zeigen sich sehr bemüht, aber keine Abschlusschancen sind bislang auszumachen.

81. Minute: Letzter Wechsel bei Aarau - Senger für Garat. Offensive pur.

78. Minute: Letzte Trinkpause in der Arena Thun. Die Gastgeber scheinen stehend k.o., aber Aarau bringt nichts Zählbares zu Stande. Noch etwas mehr als zehn Minuten plus Nachspielzeit.

73. Minute: Siegfried kommt aus kurzer Distanz zum Abschluss, aber König mit einem starken Reflex.

71. Minute: Und auch Thun wechselt nochmals: Sanogo für Zuffi.

71. Minute: Zweiter Wechsel bei Aarau - Schultz für Martignoni. Gonzalez spielt nun als rechter Aussenverteidiger, während Schultz wie gewohnt als Spielmacher aufläuft.

69. Minute: Verwarnung gegen Schirinzi (Unsportlichkeit).

65. Minute: Erster Wechsel auch bei Thun - Martinez für Cassio. Der Venezolaner ist brandgefährlich und traf in der laufenden Saison schon dreimal ins Schwarze.

62. Minute: Es sind 5'268 Zuschauer anwesend.

62. Minute: Und der Aarauer Elan wird sogleich durch eine Trinkpause gestoppt.

61. Minute: Seitlicher Freistoss von Callà direkt aufs Tor getreten. Faivre zur Ecke.

55. Minute: Erster Wechsel bei Aarau - Mouangue für Marazzi.

54. Minute: Die Aarauer lassen Siegfried laufen, aber dessen Schussversuch wird durch König sicher pariert.

52. Minute: Einmal mehr ein unnötiges Aarauer Foulspiel an der Strafraumgrenze. Aussichtsreiche Position für Thun. Zuffi in die Mauer. Beim zweiten Versuch lenkt Sadiku zwar das Leder noch gefährlich ab, doch König ist aufmerksam.

50. Minute: Gonzalez versucht es mit einer Volleyabnahme aus grösserer Distanz, doch das Leder fliegt links am Tor vorbei.

47. Minute: Und die Thuner sogleich wieder im Vorwärtsgang. Erster Eckball, aber König greift sicher zu.

14.51 Uhr: Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Noch keine Wechsel.

Halbzeit: Der FC Aarau liegt mit 1:2 zurück. Nach der frühen Aarauer Führung durch Callà waren die Gastgeber spielbestimmend und nutzten ihre Chancen eiskalt aus.

45. Minute: Es werden mindestens drei Minuten nachgespielt.

44. Minute: Und auch der Kopfball von Gonzalez ist zu schwach.

39. Minute: Abschluss von Marazzi, aber Faivre ohne Probleme.

34. Minute: Ein krasser Thuner Fehler im Spielaufbau, aber Gonzalez vermag nicht zu profitieren - sein Abschluss von rechtsaussen fliegt am entfernten Pfosten vorbei.

32. Minute: Eine weitere Trinkpause zur Erfrischung. Kurze Zeit später versucht sich Marazzi aus grosser Distanz - drüber.

31. Minute: Der FC Aarau versucht das Heft nun in die Hand zu nehmen, darf dabei aber die Abwehr auch nicht zu sehr entblössen.

29. Minute: Eine schöne Einzelaktion von Callà, aber sein Schuss aus zentraler Position wird durch Keeper Faivre pariert.

27. Minute: TOR für Thun - 1:2! Nach einem herrlichen Zuspiel von Salamand in die Tiefe trifft Sadik eiskalt an Goalie König vorbei ins Netz.

20. Minute: Hediger versuchts aus über 30 Metern. Das war doch schon eher eine Verzweiflungstat.

17. Minute: Nichts tun sich auf dem Rasen. Zeit für eine Trinkpause, angeordnet durch den Unparteiischen.

10. Minute: TOR für Thun - 1:1! Lüthi trifft mit einem Freistoss aus 20 Metern - von der Mauer noch leicht abgelenkt - zum Ausgleich.

9. Minute: Gute Freistossposition für die Hausherren nach einem Foulspiel von Callà an Zuffi.

7. Minute: Verwarnung gegen Sulmoni (Foulspiel).

4. Minute: TOOOOOOOOOOOOOR für Aarau - 1:0! Davide Callà verwandelt einen Handspenalty souverän in die linke Ecke, nachdem seine Hereingabe zuvor durch Schirinzi mit dem Arm abgewehrt worden war.

2. Minute: Erster Abschluss durch Schirinzi. Sichere Beute für König.

13.47 Uhr: Anpfiff durch Schiedsrichter Stephan Studer.

13.35 Uhr: In zehn Minuten geht es los; vor allem im Aarauer Gästeblock haben sich schon viele Leute eingefunden. Der Kunstrasen wird noch einmal gewässert. Um optimal vorbereitet zu sein, haben die Aarauer in den beiden letzten Tagen auf dem Kunstrasen im Badener Esp vorbereitet.

13.30 Uhr: Interessant wird es zu sehen sein, wie sich Thun von der Europacup-Reise nach Göteborg (2:1-Sieg am Donnerstag) erholt hat. Cheftrainer Urs Fischer lässt Martinez, Sanogo, Schneuwly und Wittwer auf der Ersatzbank. Zudem verletzte sich Schenkel gegen BK Häcken am Knöchel.

13.20 Uhr: Der FC Thun beginnt mit (4-1-4-1-System): Faivre; Lüthi, Reinmann, Sulmoni, Schirinzi; Hediger; Cassio, Zuffi, Siegfried, Salamand; Sadik. - Auf der Ersatzbank: Moser; Frey, Martinez, Sanogo, Schneuwly und Wittwer. - Nicht dabei: Bättig, Bigler, Ferreira, Krstic, Schenkel und Schindelholz (alle verletzt).

13.10 Uhr: Beim FC Aarau starten (4-2-3-1-System): König; Martignoni, Jäckle, Garat, Jaggy; Burki, Ionita; Callà, Gonzalez, Marazzi; Staubli. - Auf der Ersatzbank: Mall; Foschini, Mouangue, Romano, Schultz, Senger und Teichmann. - Nicht dabei: Hallenius, Lüscher und Nganga (alle verletzt).

13.05 Uhr: Und der Wechsel im Aarauer Kasten ist Tatsache. Heute wird Swen König zwischen den Pfosten stehen. Er ersetzt Stammgoalie Joël Mall, der nach seinem Patzer gegen GC prompt auf der Ersatzbank Platz nehmen muss. Ein mutiger Entscheid von Cheftrainer René Weiler, der auch David Marazzi (anstelle des verletzten Sven Lüscher) für die Startelf aufbietet.

12.55 Uhr: Die Aarauer gastieren erstmals für ein Pflichtspiel im neuen Thuner Stadion. Bislang hatte es dort erst einen freundschaftlichen Vergleich im November 2011 gegeben, als dass die Gastgeber mit 4:0 durchzusetzen vermochten. In der Meisterschaft liegt das letzte Aufeinandertreffen hingegen schon über fünf Jahre zurück. Am 4. April 2008 gewann der FCA zu Hause mit 3:0. Der letzte Direktduell im damaligen Stadion Lachen endete 1:1-Unentschieden.

12.45 Uhr: Herzlich Willkommen aus der Arena Thun. In einer Stunde wird das Super-League-Spiel zwischen dem FC Thun und dem FC Aarau angepfiffen.

12.40 Uhr: Es tickert für Sie Patrick Haller.