Major League Soccer
David Beckham wird Klubbesitzer in der Major League Soccer: «Wir brauchen ein paar Stars»

Englands Fussball-Ikone David Beckham wird Klubbesitzer in der nordamerikanischen Major League Soccer. Die (Sport-)Konkurrenz in Miami ist gross. Ob einige Topspieler ihm nach Amerika folgen werden, ist noch unklar. Aber man wird bestimmt noch von seinem Club hören.

Jan Mies
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«viele andere Topspieler haben mich schon angerufen – natürlich brauchen wir ein paar Stars. Es gibt so viele Namen. Ich würde es lieben, sie hier spielen zu sehen.» David Beckham

«viele andere Topspieler haben mich schon angerufen – natürlich brauchen wir ein paar Stars. Es gibt so viele Namen. Ich würde es lieben, sie hier spielen zu sehen.» David Beckham

KEYSTONE/AP/LYNNE SLADKY

Das Grinsen im Konfettiregen war fast das gleiche. Während David Beckham in Miami stolz das Konzept für seinen eigenen Klub in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) präsentierte, war es für einen Moment so wie vor inzwischen fast elf Jahren, als Englands Superstar ausgezogen war, um die Fussballkultur in den USA zu revolutionieren.

«Die Liga ist enorm gewachsen – und vieles davon lässt sich zurückverfolgen zu dem Tag, an dem David angekommen ist», sagte MLS-Commissioner Don Garber. Beckham war 2007 einer der ersten Fussballer mit Weltruhm, der in der MLS einen Vertrag unterzeichnete. Der langjährige Kapitän der englischen Nationalmannschaft spielte bis 2012 für Los Angeles Galaxy.

Chance für den Fussball in Amerika

Mit Beckham wuchs in den USA die Beliebtheit der Liga und des Fussballs, der neben American Football, Basketball, Baseball und Eishockey aber weiterhin einen schweren Stand hat. Dem heute 42-Jährigen folgten etliche Stars – wenn auch viele erst im Herbst der Karriere. Weltmeister Bastian Schweinsteiger unterschrieb zuletzt für eine weitere Saison bei Chicago Fire.

Beckhams neuer Klub, für den es bislang weder Name noch Farben oder Logo gibt, soll für den nächsten Schub sorgen, den die USA nach der verpassten Teilnahme an der WM 2018 in Russland dringend brauchen.

«Topspieler haben schon angerufen»

Zwar ist es Beckhams erklärter «Traum», die Jugendarbeit seines Ex-Klubs Manchester United nachzuahmen – er selbst gehörte zur legendären «Klasse von 1992», die 1999 gegen Bayern München das Finale der Champions League gewann. Ein paar grosse Namen sollen aber trotzdem nach Miami kommen.

«Cristiano Ronaldo? Das müssen sie ihn selber fragen», sagte Beckham, angesprochen auf eine Verpflichtung des portugiesischen Weltfussballers: Aber «viele andere Topspieler haben mich schon angerufen – natürlich brauchen wir ein paar Stars. Es gibt so viele Namen. Ich würde es lieben, sie hier spielen zu sehen.»

Usain Bolt als Stürmer

Selbst Ronaldo könnte es irgendwann in die Glitzer-Metropole Floridas ziehen. Am Spielbetrieb teilnehmen wird der Beckham-Klub, für den ein Stadion für 25 000 Zuschauer gebaut werden soll, wohl frühestens 2020. Ronaldo käme dann ziemlich nahe an den Herbst seiner Karriere – und der Europameister würde sich in Miami bester Gesellschaft erfreuen.

Bei der Präsentation des Franchise wurde ein Video eingespielt, in dem etliche weltbekannte Gesichter ihre Unterstützung zusagten. Unter anderem waren die Popstars Jennifer Lopez, Will Smith und Jay-Z zu sehen. Sprint-Olympiasieger Usain Bolt gab sogar eine Bewerbung ab: «Wenn du einen Stürmer brauchst, bin ich dein Mann!»