Sportjahr 2016
Das waren die Highlights der Sportredaktion: Freude, Enttäuschung und eindrückliche Begegnungen

Was waren die bewegendsten Momente im Sportjahr 2016? Die Sportredaktion der «Nordwestschweiz» lässt Sie an ihrer ganz persönlichen Auswahl teilhaben.

der Sportredaktion
Merken
Drucken
Teilen
Eines der Highlights im Sportjahr 2016: Die Olympischen Sommerspiele in Rio.

Eines der Highlights im Sportjahr 2016: Die Olympischen Sommerspiele in Rio.

Keystone
Meistergoalie Jakub Stepanek und sein Vorgänger Marco Bührer kurz nach dem Titelgewinn

Meistergoalie Jakub Stepanek und sein Vorgänger Marco Bührer kurz nach dem Titelgewinn

Nordwestschweiz

Traute Zweisamkeit unter Goalies

Lugano, 12.April

Auf dem Eis der Resega, dem Heimstadion des HC Lugano, jubeln die Spieler des SC Bern ausgelassen über ihren eben errungenen Meistertitel.

Ich beobachte die Szenerie von der Spielerbank aus und bemerke, wie sich neben mir zwei Männer – abseits der Festivitäten – gegenseitig umarmen, sich in die Augen schauen und eindringlich miteinander sprechen: Es sind SCB-Goalie Jakub Stepanek und dessen Vorgänger Marco Bührer, der während der Qualifikation, irgendwann im November, wegen einer Verletzung zum sofortigen Rücktritt gezwungen worden war. Dies, nachdem er 15 Saisons lang im Tor der Berner gestanden war und dreimal die Meisterschaft gewonnen hatte.

Bührers plötzlicher Abgang hatte den SCB in eine sportliche Krise gestürzt. Auch, weil Stepanek zunächst nicht die erhoffte Verstärkung war und – wie die ganze Mannschaft – am Druck zu zerbrechen drohte. Die Playoff-Qualifikation gelang erst auf den letzten Drücker, ehe der unwahrscheinliche SCB-Steigerungslauf Richtung Titelgewinn begann.

Und nun dieser Moment: Der glückliche Meistergoalie in trauter Zweisamkeit mit seinem ebenso glücklichen Vorgänger. Und beide können irgendwie gar nicht fassen, was passiert ist. (ku)

Der afghanische Nationaltrainer Petar Segart am Bodensee

Der afghanische Nationaltrainer Petar Segart am Bodensee

Nordwestschweiz

Das längste Gespräch der Karriere

Kressborn (GER), 16. April

Natürlich habe ich mich auf das Interview gefreut. Mit dem Trainer der afghanischen Nationalmannschaft über dessen Arbeit in einem der gefährlichsten Länder der Welt zu sprechen, musste spannend sein.

Ich hatte mich mit Petar Segrt in einem Restaurant in Kressbronn am Bodensee verabredet und gedacht, nach einer Stunde würde ich wieder auf der Fähre zurück in die Schweiz sein. Es wurde mein längstes Gespräch in 26 Jahren als Sportjournalist und dauerte fünf Stunden.

Eindrücklich erzählte Segrt von seinen Erlebnissen in Kabul, wie knapp er einem Anschlag durch die Taliban entgangen war; aber auch, wie ihm die Spieler und die Menschen in diesem geschundenen Land immer mehr ans Herz gewachsen seien. Unter Segrt qualifizierte sich Afghanistan erstmals für die dritte Qualifikationsrunde zum Asien-Cup.

Wenn die Spiele im März beginnen, wird er aber nicht mehr dabei sein. Auf Druck des Verbandspräsidenten und von Stammesfürsten hätte er Spieler einsetzen müssen, die bei ihm bisher keine Rolle gespielt hatten. Segrt zog den Rücktritt vor.

Seither wird er von den Spielern und den Fans bekniet, zurückzukommen. Dem Trainer zerreisst es schier das Herz. (br)

Die Fussball-Nationalmannschaft der Frauen nach der EM-Qualifikation

Die Fussball-Nationalmannschaft der Frauen nach der EM-Qualifikation

Keystone

Ehrlicher Fussball, ehrliche Freude

Jablonec (CZE), 4. Juni

Im ganzen Land gibt es an diesem Samstag, wie bereits wochenlang zuvor, nur ein einziges Thema: Das nächste Spiel der Schweizer Nationalmannschaft – das EM-Auftaktspiel gegen Albanien, das Bruderduell, das Granit und Taulant Xhaka so wunderbar verkörpern. Es findet aber erst eine Woche später statt.

Mich beschäftigt ein ebenso historischer Moment: Die erstmalige Qualifikation einer Schweizer Frauenfussball-Nationalmannschaft für eine EM-Endrunde. Die Rechnung ist vor dem Anpfiff der Auswärtspartie in Tschechien ganz einfach: Die Schweizerinnen um Ramona Bachmann und Co. benötigen einen Sieg, wollen sie die Qualifikation für die Europameisterschaft in Holland bereits definitiv machen.

Und dass sie das wollen, wird sogleich klar: Das Team von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg geht schnell mit 1:0 in Führung – die Schweizerinnen klopfen bereits in der 4. Minute mit Nachdruck an die EM-Tür. Am Ende gewinnen sie mit 5:0.

Es ist vollbracht. Ich bin euphorisiert ob dieser Darbietung. Wie viel mehr Spass macht das doch, als das zu dieser Zeit vor der EM in Frankreich eher unansehnliche Gekicke von Xherdan Shaqiri und Co – da gelobe ich mir den ehrlichen Fussball der Frauen. (dfs)

Shaqiris spektakulärer Fallrückzieher im EM-Achtelfinal

Shaqiris spektakulärer Fallrückzieher im EM-Achtelfinal

Keystone

Das Tor für die Ewigkeit

Saint-Etienne, 25. Juni

Es ist ein lauer Frühsommernachmittag in Saint-Etienne. Ein Nachmittag, um Geschichte zu schreiben. Die Schweiz spielt ihren EM-Achtelfinal gegen Polen. Erstmals in der Moderne kann sie in einen Viertelfinal kommen.

0:1 steht es. Auch nach 81 Minuten noch. Obwohl längst nur noch die Schweiz spielt. Und dann ist es Zeit für etwas Magie. Xherdan Shaqiri fliegt durch die Luft. Fast aus dem Nichts. Und auf der Tribüne frage ich mich in diesem Moment: Wie nur kann er das wagen?

Nach einer EM, die zwischen miserabel und schlecht war. Nach sieben Halbzeiten ohne Einfluss. Er wagt es, weil er Shaqiri ist. Weil er sein Selbstvertrauen nie verliert. Weil er einen Instinkt hat wie kaum ein anderer. Weil er immer einen Hauch von Genialität in sich trägt.

Xherdan Shaqiri liegt in der Luft. Seine Augen fixieren den Ball. Sein Körper zuckt. Die Beine wirbeln jetzt. Der linke Fuss knallt auf das runde Leder. Perfekte Haltung. Perfekter Schuss. Der Ball fliegt in die Ecke. Tor! Die Zeit steht still. Ungläubige Blicke. Einige haben Tränen in den Augen. Ein Moment für die Ewigkeit.

Die Ewigkeit dauert nicht einmal eine Stunde. Penaltyschiessen... Die Schönheit dieses Moments bleibt. Aber der Schmerz auch. (ewu)

Das isländische Nationalteam mit dem «Hu,hu,hu»-Jubel

Das isländische Nationalteam mit dem «Hu,hu,hu»-Jubel

Keystone

«Hu, hu, hu... huere guet»

Nizza, 27. Juni

Auch im Sport ist vieles berechenbar geworden. Wenn Usain Bolt zum 100-Meter-Lauf startet, kennen wir den Sieger. Oder wenn Island sich sensationell für die Fussball-EM qualifiziert, wissen wir, dass die Mannschaft nach drei Spielen mit null Punkten bald wieder zu Hause ist, wo es mehr Vulkane als professionelle Fussballer gibt. Nein, wir wissen es eben nicht.

Island, weniger Einwohner als die Stadt Zürich, hat uns an der Fussball-EM den Glauben an den unberechenbaren Wettkampf zurückgebracht. Allein die klimatischen Bedingungen auf der Insel knapp unterhalb des Polarkreises verschwören sich gegen den Fussball. Island reist als grösster Aussenseiter der EM-Geschichte nach Frankreich. Mit Spielern, von denen die meisten in der Diaspora des europäischen Fussballs spielen. In Norwegen, Schweden und Dänemark. Für Odense, Bodö Glimt, Sundsvall.

Aber sie ringen gleich im ersten Spiel Portugal ein 1:1 ab – allein Cristiano Ronaldos Marktwert ist mehr als doppelt so hoch wie jener des isländischen Teams. Dann, nach dem sensationellen Einzug in die Achtelfinals, der denkwürdige Sieg gegen England.

Europa schreit mit den Isländern: «Hu, hu, hu!» Und Coach Hallgrimsson meint: «Das heute war ein Tag, über den wir bis zu unserem Lebensende sprechen werden.» (fsc)

Giulia Steingruber stürzt in Rio – vorbei sind die Medaillienträume.

Giulia Steingruber stürzt in Rio – vorbei sind die Medaillienträume.

Keystone

Eine Siegerin in der Niederlage

Rio de Janeiro, 16. August

Miserabel. Missglückte Vorstellung. Herzlos betrachtet sind dies die passenden Worte zu Giulia Steingrubers Auftritt im Bodenturnen. Aber ist dies eine faire Beurteilung? Nein. Es ist selbst einer aussergewöhnlichen Athletin nicht möglich, zwei Tage nach ihrem grössten Triumph einem historischen Medaillengewinn im Sprung, noch einmal die Spannung und die Konzentration aufzubauen, die auf diesem Niveau unerlässlich sind. Giulia Steingruber hat zwar diesen Wettkampf verloren. Aber sie hat die Herzen der Menschen gewonnen. Nach ihrer missglückten Vorstellung rauscht tröstender Applaus von den Rängen und begleitet die Ostschweizerin bis zum Schluss. Giulia Steingruber ist eine charismatische Turnerin, die auch in der Niederlage ihre natürliche Ausstrahlung nicht verliert. Sie wird nach dem Wettkampf keine Ausreden vorbringen, sondern erklären, dass sie einfach enttäuscht sei. Sie akzeptiert, die Niederlage. Damit erweist sie sich als sympathische Verliererin. Die wahre Grösse erkennen wir oft erst in der Niederlage. Giulia Steingruber ist nicht nur die Gewinnerin der historischen Bronzemedaille im Sprung. Sie ist zwei Tage später auch in der Niederlage eine Siegerin. (kza)

Die Springreiterin Janika Sprunger

Die Springreiterin Janika Sprunger

Keystone

Warum ausgerechnet sie?

Rio de Janeiro, 18. August

Mein emotionalster Augenblick im Sportjahr 2016? Die Freude einer Siegerin oder eines Siegers? Die Enttäuschung einer Verliererin oder eines Verlierers? Nein. Viel schlimmer: Ich habe mich über die Art und Weise geärgert, wie die Schweizer Springreiterin Janika Sprunger an den Olympischen Spielen ausgebremst, ja ausgebootet wurde.

Die 29-Jährige aus Basel qualifizierte sich für den Einzel-Final. Gleiches galt allerdings auch für ihre Landsleute Steve Guerdat, Martin Fuchs und Romain Duguet. Weil nur drei Reiter pro Nation an den Start gehen durften – was für eine dämliche Regel – musste Equipen-Chef Andy Kistler jemanden aus dem Quartett streichen: Kistler wählte Janika Sprunger!

Warum Sprunger? Warum sie? Keiner weiss es. Wohl nicht einmal Kistler! Der Entscheid gegen Sprunger war reine Willkür. Das ist der Grund, warum mich diese leidige Geschichte zutiefst berührt hat.

Ich bin nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker. Im Endeffekt hat Janika Sprunger trainiert, hart trainiert. Ihr Ziel war eine Medaille an Olympia. Daraus wurde nichts, weil sie an der Ausübung ihres Sports gehindert wurde. Das ist für mich schlicht und einfach skandalös.» (ruku)

Patrick Räbmatter erfüllt sich in Estavayer einen Lebenstraum

Patrick Räbmatter erfüllt sich in Estavayer einen Lebenstraum

Keystone

153 Kilogramm Freude

Estavayer, 28. August

Bald ist es soweit, der Schlussgang am Eidgenössischen Schwingfest steht bevor. In der gigantischen Arena ist spürbar, dass etwas Grosses bevorsteht. Die Untertanen warten auf ihren neuen König. Wer wird es: Matthias Glarner oder Armon Orlik? Doch mich interessiert dies in diesem Moment nicht.

Zwischen den Metallstangen der Tribünen, in einem Zwischengang, wo der Lärmpegel der tausenden Zuschauer gedämpft ist, kommt mir ein mächtiger Mann entgegen. 153 Kilogramm pure Kraft. Was nun? Soll ich ihn anhalten? Es bleibt keine Zeit. Er kommt näher und näher. Und schliesst mich in seine gewaltigen Arme. Wir lachen.

Patrick Räbmatter, dessen Gemüt so gar nicht seiner Erscheinung entspricht, hat sich soeben einen Lebenstraum erfüllt. Im achten Gang besiegte er Marcel Bieri und schliesst das Eidgenössische auf einem Kranzrang ab. Er ist Eidgenosse.

Ein paar Wochen zuvor habe ich ihn besucht. Er hat mich mit seiner Art bewegt. Am Eidgenössischen habe ich dann jeden seiner Gänge verfolgt. Ich habe gehofft und mitgefiebert. Und nun steht er also da. Mich bewegt seine Reaktion. Ich spüre ein Gefühl, das den Sport für mich so schön macht. Weil ich seine Freude in diesem Moment teile. (mpr)

Stanislas Wawrinka nach seinem Triumph am US Open

Stanislas Wawrinka nach seinem Triumph am US Open

Keystone

Nervenstärke und Einsatz total

New York, 11. September

Stan Wawrinka weint, bricht in der Garderobe, von den Emotionen übermannt, zusammen. Und das unmittelbar vor einem seiner wichtigsten Spiele: Dem US-Open-Final gegen Novak Djokovic.

«Ich war so nervös wie noch nie. Ich spürte plötzlich den immensen Druck. Ich wollte nicht – koste es, was es wolle – so nahe an den Titel kommen und dann doch nicht gewinnen», sagt der 31-Jährige im Nachhinein. Schliesslich stellt sich heraus: Die Zweifel waren unbegründet.

«Stan the Man» packt im Final abermals seine einhändige Bilderbuch-Rückhand aus, lässt mit seiner krachenden Vorhand den Gegner in Ehrfurcht erstarren, fasst sich nach gewonnenen Big-Points mit dem Zeigefinger an die Stirn. In einem unfassbaren Abnützungskampf schlägt er Djokovic 6:7 (1:7), 6:4, 7:5, 6:3.

Nach dem verwerteten Matchball reisst Wawrinka völlig erschöpft die Arme hoch, verzieht das Gesicht, als würde er sagen wollen: Ich mag diesen Turniersieg nicht mal mehr feiern. «Nach dem Match war ich völlig leer, alles habe ich auf diesem Court gelassen», wird er den Journalisten später sagen.

Stan Wawrinka hat nach Paris und Melbourne tatsächlich auch New York, seinen dritten Grand-Slam-Titel, im Sack! Und ich bin beeindruckt. (sha)

Lea Laib spricht öffentlich über ihre Magersucht

Lea Laib spricht öffentlich über ihre Magersucht

Keystone

Der Mut einer jungen Frau

Weinfelden, 3. Oktober

Ab und zu sind es kleine Begebenheiten, die grossen Eindruck hinterlassen. Ich bin in meinem Leben als Journalist wahrlich schon vielen Sportstars begegnet, wurde mit den starken Emotionen von Sieg und Niederlage konfrontiert, habe selbst mitgelitten und mitgejubelt.

Aber kaum einmal ist mir eine derart imponierende Persönlichkeit über den Weg gelaufen wie Lea Laib. Eine fröhliche, 21-jährige Frau mit einer erschütternden Geschichte, einem grossen Herzen und viel, viel Mut.

Lea war ein äusserst vielversprechendes Talent in der Schweizer Leichtathletik. Doch sie schlitterte vor vier Jahren in eine lebensbedrohliche Magersucht und erhielt im November 2013, als sie sich selbst in die Klinik einwies, eine Prognose von 50 Prozent Überlebenschance. Lea ist mit ihrer heimtückischen Krankheit in Sportkreisen nur eine von vielen. Aber sie ist eine von wenigen, die ihre Geschichte in der Öffentlichkeit erzählen.

Ich bot ihr an, dieses «Outing» ohne Bild und ohne ihren wahren Namen zu tun. Sie winkte ab. Ich sagte ihr, dass ich ihren riesigen Mut bewundere. Sie schüttelte nur den Kopf und antwortete: «Ich brauche dazu keinen Mut, aber es ist notwendig, dass man erfährt, wie schlimm es ist.» Lea Laib ist für mich die Sportpersönlichkeit des Jahres. (rs)

Breel Embolo verletzt sich den linken Knöchel

Breel Embolo verletzt sich den linken Knöchel

Keystone

Die Tragödie von Augsburg

Augsburg, 15. Oktober

Breel Embolos Diagnose ist zum Heulen: Wadenbein gebrochen, Syndesmoseband und Innenband gerissen, sprich Totalschaden im linken Knöchel. Mindestens ein halbes Jahr Pause. «Das darf doch nicht wahr sein!», denke ich mir.

Als FCB-Reporter habe ich den Aufstieg Embolos vom Supertalent zum Hoffnungsträger einer ganzen Nation hautnah miterlebt: das erste Trainingslager in Spanien, das Profidebüt gegen Salzburg, das erste Tor gegen Aarau, die erste Meisterparty auf dem Barfi, das erste grosse Interview, das monatelange Ringen um die Frage: Schweiz oder Kamerun? Schweiz!

Während er wie eine Rakete in den Fussballhimmel schiesst und sich sein Leben grundlegend verändert, bleibt Breel immer anständig und bescheiden. Bei der Meisterfeier im Mai 2016 ist sein Weggang noch nicht besiegelt, aber sehr wahrscheinlich. Wir verabschieden uns, ich wünsche ihm alles Gute für die EM und das Ausland.

Am 2. Oktober schiesst er zwei Tore beim 4:0 gegen Gladbach und Schalke am sechsten Spieltag zum ersten Sieg der Saison. Er ist endlich angekommen in der Bundesliga. Im nächsten Spiel der Horror in Augsburg. Kein anderer Sportmoment hat mich in diesem Jahr mehr bewegt. (wen)

Basels Janko nach seinem Siegestreffer

Basels Janko nach seinem Siegestreffer

Keystone

Kleiner Gegner, grosse Gefühle

Basel, 5. November

Es kamen grosse Namen nach Basel: Edinson Cavani zum Beispiel, einer der besten Torschützen Europas. Oder Angel di Maria, Ex-Real-Star und WM-Finalist mit Argentinien vor zwei Jahren. Beide derzeit in Diensten von Paris St-Germain. Oder Mesut Özil und Shokdran Mustafi, die beiden deutschen Weltmeister. Zusammen mit Granit Xhaka, dem bis heute teuersten Schweizer Fussballer (40 Millionen Franken), schnüren sie für Arsenal die Schuhe.

In Erinnerung wird von diesen Auftritten nicht viel bleiben. Gegen PSG schnuppert der FCB zwei Mal Sensationsluft, verliert aber einmal deutlich und einmal knapp. Ein bisschen Emotion, aber nichts Bleibendes. Königliche Momente in der Champions League? Fehlanzeige! Ludogorets war eine einzige Enttäuschung und gegen Arsenal erreichten die Basler eine Grenze, die sie vielleicht einmal in zehn Jahren zu überqueren im Stande sind.

Richtig packend war der FCB vor allem einmal. Nur knapp 15 000 Zuschauer wollten es im Joggeli sehen. Lange war es zum Haare raufen. Aussenseiter Lausanne spielte, wie sein Trainer auftritt: selbstbewusst, frech, schnörkellos – und führte 90 Minuten mit 1:0. Die Nachspielzeit. Erst traf Suchy, dann Janko. Das halbvolle Joggeli frohlockte. Der FCB bewegte, er hatte das, was ihm sonst so oft fehlte. (sel)