Skispringen
«Das war sehr, sehr undankbar»: Simon Ammann blickt auf seine bewegte Karriere zurück

Auch wenn es ihm derzeit überhaupt nicht läuft, darf man eines nicht vergessen: Simon Ammann ist der erfolgreichste Wintersportler der Schweiz. Er bestreitet in Lahti seine neunte und wohl letzte WM. Für uns kommentiert er Fotos aus seiner Karriere.

Rainer Sommerhalder
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Simon Amman ging in seiner Karriere durch Höhen und Tiefen.

Simon Amman ging in seiner Karriere durch Höhen und Tiefen.

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Olympia 2002 in Salt Lake City: Ankunft im House of Switzerland

«Ein schönes Hemd! Da sind Trainer Berni Schödler und ich noch richtig jung. Was soll ich dazu sagen? Toll, grandios!»

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WM 2005 in Oberstdorf

«In meiner Karriere waren immer wieder andere Personen Weggefährten. Die längste gemeinsame Vergangenheit hatte ich mit Andreas Küttel. Ich habe von den ersten Weggefährten sehr viel gelernt und auch später haben wir immer voneinander profitiert.

Als Mannschaft haben wir auch immer viel dafür investiert, bei Grossanlässen gut abzuschneiden. Aber bei einigen Weltmeisterschaften war der Wurm drin. Auch 2005 in Oberstdorf taten wir uns als Team extrem schwer.

An Olympischen Spielen ist es uns besser gelungen, den Teamgeist wirklich zu leben. Als Team kann man Erfolge gemeinsam teilen und ganz anders feiern.»

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Simon Ammann 2010 als Co-Pilot eines Kunstflugjets

«Das Fliegen hat mich immer schon fasziniert. Seit ich angefangen habe, selber zu fliegen, bin ich ständig am Lernen für etwas, komme aber nie so richtig vorwärts.

Meine Leidenschaft gehört eher dem Geradeausfliegen, aber im Kunstflugjet mitzufliegen, war natürlich ein tolles Erlebnis. Wir sind 20 Minuten voll Hebel geflogen!»

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Olympia 2010 in Vancouver: Empfang als Doppel-Olympiasieger

«Die Idee zu dieser Sonnenbrille ist in Sapporo geboren. Weil die aufgehende Sonne bei den Weltcupspringen um 9 Uhr morgens Ortszeit enorm blendete, mussten wir uns Sonnenbrillen beschaffen.

Damals haben wir abgemacht: Immer wenn ich gewinne, muss diese Brille fortan mit aufs Podest. Das Ganze wurde zum regelrechten Ritual mit dem Höhepunkt in Vancouver.»

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Olympia 2014 in Sotschi: Abschlusspressekonferenz

«Es sind wahnsinnig viele Journalisten gekommen. Ich war eigentlich nie dafür, dass wir diese Pressekonferenz machen, den ich hatte nichts Neues zu erzählen. Ein Rücktritt war für mich kein Thema. Dass es sportlich in Sotschi überhaupt nicht lief, hat mich sehr getroffen.

Ich habe im Vorfeld extrem viel investiert, auch viel im Materialbereich getestet. Mir lief es vor Sotschi sehr gut und ich war enorm zuversichtlich. Ich habe die Olympischen Spiele so eingehend und intensiv vorbereitet, und am Schluss hat nichts dabei herausgeschaut. Das war sehr, sehr undankbar.»

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Vierschanzentournee 2014/5: Sturz in Bischofshofen

«Eigentlich war es ein sehr unspektakulärer Sturz. Auch für mich waren die grossen Auswirkungen vom ein wenig vorne raus fallen interessant. Aber wenn man etwas falsch fällt, bleibt man halt liegen.

Wichtig war für mich, dass ich darüber wegkomme, die Angst überwinde. Dies ist gut gelungen. Ich habe seither nie zurückgezogen.»

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Skifliegen 2016 in Planica: Schweizer Rekord mit 238.5 Meter

«Ein super Ende der letzten Saison. Ich machte den längsten Flug meiner Karriere. Nur zweimal war ich als Skispringer so hoch in der Luft – 2009 und eben 2016.

Schade, hat es nicht ganz für 240 Meter gereicht hat. Man hätte mit einem solchen Sprung abschliessen können, aber ich wusste eigentlich bereits, dass ich weitermache.»

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Weltcup Dezember 2016 in Engelberg

«Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich mit viel Willensarbeit die meisten Probleme lösen kann. Aber es hat rückblickend auch nach Engelberg noch viel Investment gebraucht, um die Leistung aufzubauen.

Zum Zeitpunkt dieser Geste war ich überzeugt, nahe dran zu sein, meine Krise zu überwinden. Es ist ein schönes Bild, denn es signalisiert mir, dass man nie müde werden darf, den nötigen Druck aufzubauen, um zurück auf die Erfolgsspur zu kommen.»

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