Der  FC Basel wurde während der vergangenen zwei Jahrzehnte zum Dauergast in Europa, zuletzt spielte er gar häufiger in der Champions League als in der Europa League. Das internationale Geschäft war selbstverständlich und prägte das Selbstverständnis der Basler.

Das Aus gegen Apollon Limassol bedeutet das Ende einer Ära, die noch in der letzten Saison ihren eigentlichen Höhepunkt fand. Mit vier Siegen in der Gruppenphase der Königsklasse, mit dem Rekordsieg gegen Benfica, dem Auswärtssieg gegen Pep Guardiolas Manchester City.

Ein Trümmerhaufen

Jetzt steht die Führung um Präsident Bernhard Burgener und Sportchef Marco Streller vor einem Trümmerhaufen. Einem Trümmerhaufen, den sie selbst zu verantworten hat. Nach bloss zwei Spielen feuerte man Raphael Wicky, noch bevor die Champions League ausser Reichweite war.

Alex Frei übernahm, holte zwar den ersten Punkt gegen Aufsteiger Xamax, tauchte aber mit 0:3 im Rückspiel gegen Paok Thessaloniki. Danach übernahm Altmeister Marcel Koller. Plötzlich waren die Siege zurück, die Verunsicherung aber schlummerte weiter in diesem Team.

«Zu viel für die jungen Spieler»

Drei Trainer in knapp zwei Monaten und als Resultat das historisch frühe Scheitern auf europäischem Parkett und sieben Punkte Rückstand auf Meister YB. «Das ist jedes Mal ein Umbruch. Da steht immer wieder eine andere Person vorne, mit einer anderen Ansprache und anderen Ansprüchen. Bei einem muss man mehr aufnehmen, bei einem weniger. Das war für viele Spieler, gerade die jungen, nicht einfach zu verarbeiten», sagt Marcel Koller selbst.

«In der Kabine war es sehr lange, sehr ruhig»

«In der Kabine war es sehr lange, sehr ruhig»

Fabian Frei nach dem historischen Aus gegen Apollon Limassol.

Die Entlassung von Wicky, das muss man im Rückblick sagen, kam entweder deutlich zu spät. Oder zu früh. Die Verantwortung dafür trägt die Klubführung. Und sie hat nun mit dem bitteren Aus gegen Apollon Limassol, die Nummer 125 im Uefa-Klub-Ranking, die Höchststrafe für ihr Handeln kassiert.

Basel entgehen nicht nur mindestens sechs internationale Spiele, in denen sich die Spieler präsentieren könnten, sondern auch rund zehn Millionen Franken an Einnahmen. Was das für langfristige Konsequenzen hat, ist schwer abzuschätzen. Sicher ist, dass nun kaum mehr Fehler erlaubt sind, will man verhindern, dass YB nicht über längere Zeit vorne liegt.

Die Spieler in der Einzelkritik: