Apropos
Das Spiel des Jahres – mit Schweiz-Experte Roberto Carlos

An der Basler Uhrenmesse veranstaltete die Luxus-Uhrenmarke Hublot ein Fussballturnier. Anzutreffen waren dort einige ehemalige grössen des Fussballsports – und Usain Bolt. Ein Kommentar von «Nordwestschweiz»-Sportchef Etienne Wuillemin

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Bolt gegen Roberto Carlos

Bolt gegen Roberto Carlos

GEORGIOS KEFALAS

Die WM ist weit weg in diesen Momenten. Eigentlich. Denn es nahen die mühseligen Freundschaftsspiele drei Monate vor dem grossen Highlight. Die Gedanken der Spieler sind irgendwo, nur nicht bei den Nationalmannschaften.

Und die bemitleidenswerten Trainer müssen sich alle Mühe geben, einzureden, wie wichtig diese Spiele für die Stars sind. Manche öffentliche Predigten wirken tatsächlich glaubhaft. Für das Highlight dieser Fussballwoche sorgt aber nicht Athen. Sondern Basel. Die Dichte an ehemaligen Superstars ist beeindruckend gross zum Start der Uhrenmesse. Der offizielle Zeitnehmer der WM (Zeitnehmer? Gibt’s neuerdings nicht nur beim Skifahren Zwischenzeiten?) veranstaltet ein «Spiel der Freundschaft». Und alle kommen sie.

Diego Maradona (coacht wild). José Mourinho (coacht ruhig). Roberto Carlos (immer noch stramme Oberschenkel). Hernan Crespo (hätten wir nicht mehr erkannt). Marco Materazzi (tipptopp erholt von Zidanes Kopfstoss, aber etwas traurig, weil WM-Sommer ohne Italien). David Trezeguet, Christian Karembeu, Marcel Desailly (alle immer noch berauscht vom Titel 1998). Alan Shearer (hoffnungsvoll, wie jeder Engländer vor jedem Turnier). Patrick Kluivert (siehe Italien). Und dann noch er, Usain Bolt, lässig, locker, cool. Sie kicken ein wenig.

Später reden sie. Mal inspiriert. Mal gelangweilt. Aber das Treiben der Weltstars ist irgendwie faszinierend. Alle schwärmen. Nicht nur von ihren Uhren. Einem hängen drei Monate vor dem Spiel der Spiele besonders viele an den Lippen. Dem Brasilianer Roberto Carlos. Wie denkt er vor der WM-Vorrundenpartie Schweiz - Brasilien am 17. Juni über unseren Fussball? Der Mann mit der Glatze und dem legendären Aussenrist-Freistoss aus 35 Metern lächelt. «Grossartig, was ihr leistet», sagt er im Vorbeigehen.

Den Kollegen vom «Tages-Anzeiger» diktiert er gar in die Kamera, wie beeindruckt er von all den Schweizer Spielen sei, die er gesehen hat. Welchen Schweizer findet er besonders gut? Nein, nein, keine Namen, wäre ja unfair. Möge die WM bald beginnen. Ohne Expertisen.