Tennis
Das sind Roger Federers letzte Stolpersteine in Melbourne

Nur noch fünf Namen können Roger Federer von einem weiteren Titel am Australian Open hindern. Hier sind ihre spielerischen Vergangenheiten mit Federer beschrieben.

Simon Häring
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Roger Federer

Roger Federer

KEYSTONE

Tomas Berdych

Tomas Berdych findet langsam aber sicher zu alter Stärke zurück

Tomas Berdych findet langsam aber sicher zu alter Stärke zurück

KEYSTONE/EPA AAP/LUKAS COCH

2017 war das erste Jahr seit 2010, das Tomas Berdych (32, ATP 20) nicht in den Top Ten beendete. Grund war eine Rückenverletzung, die ihn dazu zwang, die Saison vorzeitig abzubrechen. Zwar hat der Tscheche 13 Titel gewonnen, doch der Sieg beim Master-Turnier in Paris-Bercy 2005 blieb sein grösster.

Gegen Federer hat er die letzten acht Duelle verloren und weist eine 6:19-Bilanz auf, fügte ihm aber in den Viertelfinals von Wimbledon 2010 und zwei Jahre darauf bei den US Open zwei empfindliche Niederlagen zu. Im Vorjahr bezwang Federer Berdych in Melbourne und in Wimbledon jeweils in drei Sätzen. Letztmals verlor Federer vor fünf Jahren gegen den Tschechen.

Hyeon Chung

Chung Hyeon jubelt

Chung Hyeon jubelt

Keystone

Seinen bis anhin grössten Erfolg feierte der Südkoreaner Hyeon Chung (21, ATP 58) beim sogenannten «Baby-Masters» im November, dem Final der acht Jahresbesten unter 21 Jahren. Bei den vier Grand-Slam-Turnieren war Chung bisher nie über die dritte Runde hinausgekommen.

Nun schaltete er erst Alexander Zverev und in den Viertelfinals auch noch Rekordsieger Novak Djokovic aus, den er als sein Vorbild bezeichnete. Er ist der erste Südkoreaner in den Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers. Chung meidet soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, stattdessen arbeitet er mit einem Mentaltrainer. Auf Roger Federer ist Chung bisher noch nie getroffen.

Tennys Sandgren

Tennys Sandgren ist am Australian Open die bisherige Überraschung des Turniers

Tennys Sandgren ist am Australian Open die bisherige Überraschung des Turniers

KEYSTONE/EPA AAP/TRACEY NEARMY

Gegen Stan Wawrinka feierte der Amerikaner seinen grössten Erfolg. Er schaltete danach auch noch Dominic Thiem aus. Doch wo Licht ist, ist oft auch Schatten. Der 27-jährige Tennys Sandgren (ATP 97) steht im Verdacht, mit Rechtsnationalen zu sympathisieren.

So schrieb er im Jahr 2012 auf Twitter: «Zufälligerweise in einem Schwulen-Klub gelandet. Meine Augen bluten noch immer.» Und im Hashtag: «Keiner sollte das sehen.» Am Dienstag löschte Sandgren nicht weniger als 2000 Tweets. Auf der ATP-Tour hat er bisher kaum Spuren hinterlassen, dafür zehn Challenger-Turniere gewonnen. Auf Roger Federer ist er
bisher noch nie getroffen.

Marin Cilic

Der Kroate Martin Cilic steht nun im Halbfinal

Der Kroate Martin Cilic steht nun im Halbfinal

Keystone

Acht von neun Duellen mit dem Kroaten Marin Cilic (28, ATP 5) gewann Roger Federer. Doch die eine Niederlage war schmerzhaft: 2014 in den Halbfinals der US Open. Im letzten Sommer besiegte Federer den von einer Blase behinderten Cilic im Final von Wimbledon in drei Sätzen.

Mehr Mühe hatte er im Gruppenspiel bei den ATP Finals, als er sich nach verlorenem Startsatz durchsetzte. Der 1,98 Meter grosse Cilic hat im Turnierverlauf bisher vier Sätze abgegeben, überzeugte aber in den Tiebreaks, in denen er eine 6:2-Bilanz aufweist. 2010 erreichte der US-Open-Sieger von 2014 in Melbourne die Halbfinals. Cilic hat in seiner Karriere bisher 17 Turniere gewonnen.

Kyle Edmund

Kyle Edmund ist der sechste Brite in der Open Era, der den Einzug in einen Grand-Slam-Halbfinal schafft

Kyle Edmund ist der sechste Brite in der Open Era, der den Einzug in einen Grand-Slam-Halbfinal schafft

KEYSTONE/EPA AAP/JULIAN SMITH

Als erst zweiter Brite nach dem verletzt fehlenden Andy Murray schaffte es Kyle Edmund (23, ATP 49) bei den Australian Open in die Viertelfinals. Auf dem Weg dorthin schaltete er in der Startrunde in fünf Sätzen US-Open-Finalist Kevin Anderson (ATP 11) und in den Viertelfinals mit Grigor Dimitrov (ATP 3) den Sieger der ATP Finals aus.

Edmund kam in Johannesburg, Südafrika, zur Welt und hat seinen Wohnsitz auf den Bahamas. Erst im Alter von 10 Jahren hatte er erstmals ein Tennisracket in der Hand und gilt deshalb als Spätzünder. Trainiert wird Edmund vom Schweden Fredrik Rosengren. Er hat bisher weder einen Titel gewonnen noch gegen Federer gespielt.