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Das sind die Noten für die Schweizer Fussballer in der Bundesliga zur Halbzeit

Ein Musterbeispiel für Verlässlichkeit: Yann Sommer.

Ein Musterbeispiel für Verlässlichkeit: Yann Sommer.

Das Hinrunden-Zeugnis der 18 Schweizer Profis, die in der deutschen Fussball-Bundesliga ihr Geld verdienen.

284 Ausländer aus 61 Nationen stehen in der deutschen Bundesliga unter Vertrag. Am meisten Gastarbeiter stellt Österreich mit 31. Hinter Frankreich (26) folgt an dritter Stelle die Schweiz mit 18 Legionären. Das sind 6,3 Prozent aller Bundesliga-Ausländer.

Den höchsten Marktwert hat sich Denis Zakaria mit 45 Millionen Euro erarbeitet. Im Juni betrug diese Summe noch 20 Millionen. Der Genfer gehört zusammen mit den Mönchengladbacher Teamkollegen Yann Sommer und Breel Embolo sowie dem Dortmunder Roman Bürki zu den Schweizer Überfliegern der Hinrunde, die am Wochenende zu Ende geht.

Dass gleich drei Gladbacher den Sprung in diese Kategorie geschafft haben, liegt an ihrem grossen Anteil bei der Eroberung der Tabellenspitze.

Unter dem Strich ist die Schweizer Bilanz aber sehr durchzogen, viel Durchschnitt und arm an Offensivpower. Kevin Mbabu und Michael Lang, die bei Wolfsburg und Bremen harte Ersatzbankzeiten durchlebten, sind gar herbe Enttäuschungen.

Die Überflieger

Yann Sommer (Gladbach): Der 31-jährige Goalie, der seinen Vertrag bei Gladbach bis 2023 verlängert hat, ist die Verlässlichkeit in Person. Er hat seinem Team in einigen engen Partien die Punkte gerettet. Einzig in der Europa League unterlief ihm ein grober Patzer. Note: 5,5

Denis Zakaria (Gladbach): Ein Spieler, wie ihn sich jeder Trainer schnitzen würde: lauf-und zweikampfstark, dazu überaus schnell. Aber kicken kann der Aufbauer schon auch. Der 23-Jährige ist vermehrt bestrebt, offensiv Akzente zu setzen. Note: 5,5

Roman Bürki (Dortmund): Ja, am Dienstag ist ihm gegen Leipzig wieder einmal ein Patzer unterlaufen, als er dem Gegner mit dem Kopf (!) pfannenfertig ein Tor auflegte. Aber: Ansonsten spielt der Torhüter eine super Saison und war auch dann noch sehr gut, als Borussia Dortmund kriselte. Note: 5,5

Breel Embolo (Gladbach): Borussia-Sportdirektor Max Eberl darf sich die Hände reiben. Für nur 10 Millionen Euro von Schalke – die Knappen bezahlten einst gegen 30 Millionen an den FC Basel – geholt, blüht der 22-Jährige auf und ist mit Marcus Thuram mit sechs Toren der beste Torschütze seiner Mannschaft. Note: 5,25

Der Shootingstar

Ruben Vargas (links)

Ruben Vargas (links)

Ruben Vargas (Augsburg): Das hätte der 21-jährige Adligenswiler wohl selber nicht geglaubt, dass er sich so schnell festbeissen würde in der Bundesliga. Doch Vargas wurde von Trainer Martin Schmidt sofort stark forciert und verschaffte sich mit drei Toren in den ersten drei Spielen Respekt. Zwar konnte der Flügelspieler bis dato nicht mehr nachlegen, blieb aber Stammspieler und stand in 14 von 15 Partien in der Startformation. Note: 5

Der Topspieler

Nico Elvedi (links)

Nico Elvedi (links)

Nico Elvedi (Gladbach): Der Innenverteidiger fliegt bei vielen Beobachtern unter dem Radar, weil sein Spiel sachlich und unspektakulär ist. Doch der 23-Jährige hat 125 Bundesligaspiele auf dem Buckel und die beste Pass- und Zweikampf­quote der Borussia. Note: 5

Die Durchschnittsspieler

Marwin Hitz (Dortmund): Der 32-jährige Ostschweizer musste vier Mal für den verletzten Bürki ran und kassierte nur ein Gegentor. Note: 4,75

Djibril Sow (Frankfurt): Obwohl in der Vorbereitung verletzt ausgefallen, schaffte der junge Mittelfeld-Stratege den Durchbruch. Note: 4,5

Admir Mehmedi (Mitte)

Admir Mehmedi (Mitte)

Admir Mehmedi (Wolfsburg): Wenn der 28-jährige Offensivspieler doch nur nicht so oft verletzt wäre. Note: 4,25

Gelson Fernandes (Frankfurt): Lange unverzichtbar, werden die Einsätze des 33-jährigen Aufbauers weniger. Note: 4,25

Manuel Akanji (Dortmund): Der 24-jährige Verteidiger fing sich nach schwachem Start und Favres Systemumstellung auf 3-4-3 auf. Note: 4,25

Renato Steffen (Wolfsburg): Zehn Einsätze für den Flügel, aber nur zwei über 90 Minuten. Der 28-Jährige stagniert. Note: 4

Edimilson Fernandes (Mainz): Titular, aber ohne richtig eingeschlagen zu haben. Note: 4

Stephan Lichtsteiner (Augsburg): Der Aussenverteidiger ist ein Vorkämpfer mit Licht und Schatten. Note: 4

Die Enttäuschungen

Kevin Mbabu (links)

Kevin Mbabu (links)

Kevin Mbabu (Wolfsburg): Der 24-jährige Aussenbahnspieler schoss in dieser Woche zwar sein erstes Tor, unter dem Strich ist seine Bilanz von nur vier Einsätzen aber ernüchternd. Note: 3,25

Michael Lang (Bremen): Für die Mannschaft wie für den Ostschweizer Aussenverteidiger eine Hinrunde zum Vergessen. Note: 3

Ersatzbank und Reha

Yvon Mvogo (Leipzig): Der talentierte Torhüter sitzt weiterhin auf der Ersatzbank, beziehungsweise im goldenen Käfig. Note: keine

Steven Zuber (Hoffenheim): Der 28-jährige Flügel bestritt noch das erste Spiel, fiel danach aber bis heute mit einer Fussverletzung aus. Note: keine

Die Schweizer Topskorer
Embolo 6 Tore 2 Assists
Vargas 3 Tore 1 Assist
Zakaria 2 Tore 1 Assist
Sow 1 Tor 2 Assists
Mehmedi 1 Tor 1 Assist
Elvedi 1 Tor
Mbabu 1 Tor
Lichtsteiner 1 Assist

Autor

Markus Brütsch

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