Rio 2016
Das sind die 14 Schweizer Olympia-Hoffnungsträger in Rio

Am Freitagabend steigt in Rio die Eröffnungsparty. Ab morgen Samstag wird in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro zwei Wochen lang um Edelmetall gekämpft. In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen, welche Schweizer im Kampf um die Medaillen ein Wörtchen mitreden werden.

Marcel Kuchta
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Ab Samstag dreht sich in Rio alles um den Sport.

Ab Samstag dreht sich in Rio alles um den Sport.

AZ
Steve Guerdat, Martin Fuchs, Janika Sprunger (Bild), Romain Duguet und Paul Estermann - Reiten Teamevent In jüngerer Vergangenheit gewann die Schweiz zwei olympische Team-Medaillen. 2008 in Peking erhielt die Mannschaft nach der Disqualifikation von Norwegen nachträglich Bronze und 2000 hatte in Sydney Silber herausgeschaut. Die aktuelle Equipe gewann 2015 in Aachen an der Europameisterschaft die Bronzemedaille. Edelmetall soll es auch in Rio werden – das ist das erklärte Ziel.
14 Bilder
Steve Guerdat (Bild), Martin Fuchs, Janika Sprunger und Romain Duguet - Reiten Einzel Die Schweizer Springreiter gehören schon fast traditionell zu den zuverlässigsten Medaillenlieferanten für unser Land. Steve Guerdat geht mit Nino de Buissonnets nach seinem Triumph in London vor vier Jahren als Titelverteidiger ins Rennen und gehört wieder zum Favoritenkreis. Auch der Rest der Springreiter-Equipe ist an einem guten Tag für einen Exploit in Form einer Medaille gut.
Nicole Büchler - Stabhochsprung Die Bielerin ist im Alter von 32 Jahren so gut wie noch nie. Eine Oberschenkelverletzung führte aber dazu, dass sie im Juli auf die Teilnahme an der Europameisterschaft und somit auf die Olympia-Hauptprobe verzichten musste. Eine Medaille wäre eine Sensation, ist aber nicht unmöglich. Die Konkurrenz aus Übersee ist zwar stärker als jene in Europa. Verstecken muss sich Büchler aber auch auf globaler Ebene nicht.
Jolanda Neff - Mountainbike / Strassenrennen Auf dem Papier ist die Ostschweizerin eine garantierte Medaillengewinnerin für die Schweiz. Doch aufgepasst: Die dreifache U23-Weltmeisterin hat an beiden WM der «Grossen» bittere Pleiten kassiert. 2015 wurde sie in Andorra nur Neunte, im Juli stürzte sie in Tschechien als grosse Favoritin auf Platz acht ab. Zufall, oder hat die Weltcup-Dominatorin und Weltnummer 1 ein Problem mit ihrem Nervenkostüm? Aus Spass wurde plötzlich Ernst – und als Nebeneffekt eine weitere Medaillenchance. Die Mountainbikerin Jolanda Neff versuchte sich auch auf den Strassen, wo sie auf Anhieb mit der Weltspitze mithalten konnte. Der schwierige Rundkurs in Rio könnte der Ostschweizerin entgegenkommen. Die Dominatorin der Mountainbike-Szene könnte schon vor ihrem Auftritt in ihrer Spezialdisziplin ein erstes Ausrufezeichen setzen.
Nino Schurter - Mountainbike Der Bündner gehört zu den sichersten Medaillenanwärtern der Schweizer Delegation. In London verpasste er vor vier Jahren die Goldmedaille hauchdünn gegen den Tschechen Kulhavy. Silber fühlte sich für Schurter wie eine Niederlage an. In Rio strebt der Dominator der Mountainbikeszene nun die Krönung seiner erfolgreichen Karriere an. Dass ihm der grosse Coup gelingen kann, daran bestehen nur wenig Zweifel.
Fabian Cancellara (Bild) und Michael Albasini - Rad Einzelzeitfahren / Strassenrennen Es wird der allerletzte Auftritt von Fabian Cancellara an Olympischen Spielen sein. Kann der Ittiger bei seiner Derniere noch einmal so viele Kräfte freisetzen, dass er am Ende seine dritte Olympia-Medaille gewinnt? Der Parcours ist leider nicht auf seine Rollerfähigkeiten zugeschnitten. Und die letzten Jahre haben gezeigt, dass Cancellara in seiner ehemaligen Königsdisziplin viel Konkurrenz bekommen hat. Ähnliches gilt auch für den schwierigen Rundkurs im Strassenrennen. Ob Cancellara da ganz vorne dabei zu sein wird, darf bezweifelt werden. Eher gelingen könnte das dem ewigen Geheimfavoriten Michael Albasini.
Nicola Spirig - Triathlon Als Nicola Spirig im März beim ersten Weltcup-Rennen der Saison in Abu Dhabi mit dem Velo stürzte und sich die linke Hand brach, da schien das Projekt Olympia-Titelverteidigung gefährdet. Doch nur acht Wochen später gab die Zürcherin bereits ihr Comeback. Mit ihren Nehmerqualitäten und ihrer Klasse gehört die 34-Jährige immer noch zum engsten Favoritenkreis auf die Goldmedaille.
Tadesse Abraham - Marathon Eine Medaille für die Schweiz im Marathon? Daran glauben nur die allergrössten Optimisten. Und doch besteht irgendwo die Chance, dass Abraham das Unmögliche möglich macht. Seine EM-Goldmedaille im Halbmarathon hat ihn auf dem Weg nach Rio mit Sicherheit beflügelt. Auch wenn die Konkurrenz aus Afrika übermächtig scheint: Wenn alles passt, dann liegt eine Sensation drin.
Giulia Steingruber - Kunstturnen Auf europäischer Ebene ist sie eine Königin, aber auf allerhöchstem (Welt-)Level muss bei Giulia Steingruber schon alles stimmen, damit sie in ihrer Parade-Disziplin, dem Sprung, ganz an der Spitze mithalten kann. Die Konkurrenz aus Asien und den USA ist riesig. Ihre einzige Chance ist, dass sie ihren neuen, sehr schwierigen Sprung zweimal perfekt hinkriegt. Dass Steingruber die Klasse hat, es zu schaffen, daran zweifelt niemand.
Simon Niepmann, Simon Schürch, Lucas Tramèr und Mario Gyr - Rudern Vierer Leichtgewicht, ohne Müsste man einen sicheren Medaillenkandidaten für die Schweiz definieren, dann würde der Schweizer Leichtgewicht-Vierer ohne Steuermann zu den aussichtsreichsten Anwärtern gehören. Das Quartett ist Weltmeister, Europameister, Gesamtweltcup-Sieger. Fehlt als Krönung nur noch die olympische Goldmedaille. Die vier Ruderer, die seit vielen Jahren zusammen sind, können sich fast nur selber schlagen.
Max Heinzer (Bild), Fabian Kauter, Benjamin Steffen und Peer Borsky - Fechten Teamevent Nach 28 Jahren ist erstmals wieder ein Männer-Team im Degenfechten an Olympischen Spielen teilnahmeberechtigt. Nach dreimal EM-Gold in den letzten vier Jahren zählt die Schweizer Equipe auch in Rio zum Favoritenkreis. Wer mit Fabian Kauter und Max Heinzer zwei der besten Athleten in seinem Team weiss, der befindet sich in einer beneidenswert guten Ausgangslage.
Fabian Kauter (Bild) und Max Heinzer - Fechten Einzel In London gehörten sie vor vier Jahren zu den ganz heissen Anwärtern auf eine Goldmedaille – dann scheiterten beide bereits in der ersten Runde auf klägliche Art und Weise. Vier Jahre nach dieser riesigen Enttäuschung nehmen Kauter und Heinzer einen neuen Anlauf. Beide gehören immer noch zu den Besten ihres Fachs. Aber London hat gezeigt, dass eben nicht immer alles nach Plan läuft. Immerhin: Es kann fast nur besser werden.
Anouk Vergé-Dépré/Isabelle Forrer (im Bild), Joana Heidrich/Nadine Zumkehr - Beachvolleyball Welches Gesicht zeigen die Beachvolley-Duos beim Saison-Höhepunkt? Die Hauptprobe beim Turnier in Klagenfurt gelang nicht schlecht, Heidrich/Zumkehr erreichten den Final, Vergé-Dépré/Forrer kamen in den Viertelfinal. Beide Teams haben das Potenzial für einen Exploit und mehrfach bewiesen, dass sie gegen die besten Duos bestehen können.
Martina Hingis (Bild) und Timea Bacsinszky - Tennis Einzel / Doppel Nach den Absagen von Roger Federer, Stan Wawrinka und Belinda Bencic ruhen die Hoffnungen der Tennis-Schweiz auf den Schultern von Martina Hingis und Timea Bacsinszky. Im Doppel können sich die beiden gewisse Aussenseiterchancen ausrechnen, aber es muss schon sehr viel passen, dass am Ende auch eine Medaille drinliegt. Dasselbe gilt für Bacsinszky im Einzelwettbewerb.

Steve Guerdat, Martin Fuchs, Janika Sprunger (Bild), Romain Duguet und Paul Estermann - Reiten Teamevent In jüngerer Vergangenheit gewann die Schweiz zwei olympische Team-Medaillen. 2008 in Peking erhielt die Mannschaft nach der Disqualifikation von Norwegen nachträglich Bronze und 2000 hatte in Sydney Silber herausgeschaut. Die aktuelle Equipe gewann 2015 in Aachen an der Europameisterschaft die Bronzemedaille. Edelmetall soll es auch in Rio werden – das ist das erklärte Ziel.

KEYSTONE/EDDY RISCH

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Diverse Schweizer Medaillenhoffnungen im Video-Porträt:

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