Rassismus-Vorfall
Das Opfer von Paris: «Das darf nicht ungestraft bleiben»

Die bedenklichen Szenen vor dem Champions-League-Spiel zwischen Paris und Chelsea werden ein Nachspiel haben. Das Opfer Souleymane S hat den Mut, zur Polizei zu gehen.

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Der Vorfall ereignet sich in der Pariser Metro.

Der Vorfall ereignet sich in der Pariser Metro.

Screenshot Guardian

«Wir sind Rassisten und das sind wir gern», sangen einige Chelsea-Anhänger sinngemäss in einer Pariser Metro, als ein Dunkelhäutiger zusteigen wollte, der 33-jährige Souleymane S.

Die Fans verhinderten danach, dass S. einsteigen konnte. Er habe einfach auf die nächste Metro gewartet und sich nichts weiter dabei gedacht, sagte er der Zeitung «Le Parisien». Rassistische Äusserungen seien nichts Unbekannte für ihn: «Ich lebe damit.» Die betrübliche Geschichte wäre wohl nicht weiter verfolgt worden, wäre nicht ein Video im Internet aufgetaucht, das den Vorfall zeigt.

Der Gang zur Polizei

Souleymane S. wurde auf die Vorkommnisse angesprochen und sei davon ermutigt worden, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. «Das darf nicht ungestraft bleiben», sagt der dreifache Familienvater aus einem Pariser Vorort.

Für die Anhänger droht auch eine Strafe von Vereinsseite. Der FC Chelsea hat kurz nach Veröffentlichung des Videos durch den «Guardian» den Behörden seine Unterstützung bei der Aufklärung beteuert und für die Fehlbaren Konsequenzen angedroht.