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Das Nationalteam startet in die Nations League gegen die Ukraine: Die fünf dringendsten Fragen zur Schweizer Blase

Die YB-Spieler Michel Aebischer und Christian Fassnacht treffen im Naticamp ein. Natürlich mit Mundschutz.

Die YB-Spieler Michel Aebischer und Christian Fassnacht treffen im Naticamp ein. Natürlich mit Mundschutz.

Heute spielt das Schweizer Nationalteam gegen die Ukraine. Noch sind viele Fragen offen. Das müssen Sie wissen zum Schweizer Start in die Nations League.

Noch kein Länderspiel hat die Schweiz im Jahr 2020 absolviert, nun spielt die Schweiz endlich wieder. Es geht am Donnerstagabend zum Start der Nations League gegen die Ukraine. Vieles ist aber noch nicht zurück bei der Normalität.

1. Was kommt auf die Schweiz in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten zu?

Es wartet bis Mitte November ein intensiver, sportlich herausfordernder Parcours mit sechs Pflichtspielen in der Nations League (Deutschland, Spanien, Ukraine) sowie Testpartien gegen Kroatien und Belgien. Bereits am Donnerstag treffen die Schweizer in Lwiw auf die Ukraine, drei Tage später ist in Basel Deutschland zu Gast. Allein schon diese Partien ohne zahlende Zuschauer geben einen ersten Vorgeschmack auf die drohenden Covid-19-Auflagen während der EM im nächsten Sommer, sofern sich das Virus nicht weiter eindämmen lässt.

2. Worum geht es in der zweiten Ausgabe der Nations League?

Müsste ersatzlos auch nur eine Nations-League-Runde gestrichen werden, hätte die Uefa den TV-Anstalten 100 Millionen Euro zurückzuerstatten. Für Petkovic sind die Begegnungen sportlich reizvoll. Die Schweiz spielt in der Topliga A in einer der vier Gruppen. Die Gruppenletzten steigen ab, die Gruppensieger bestreiten ein Finalturnier, das ursprünglich im Juni 2021 ausgetragen worden wäre und den Teilnehmern je 1,5 Millionen Euro bringt. Nun findet aber dann die verschobene EM statt. Auch ist ungewiss, was der sportliche Mehrwert der Nationenliga ist; bei ihrer ersten Ausgabe wurde die Schweiz 2018 Gruppensieger, dafür gab es den Fallschirm, falls nötig über die Barrage an die EM zu kommen.

3. Welche Auflagen erwarten die Schweizer ganz allgemein?

Die Uefa hat auf 35 Protokollseiten die Vorgaben festgelegt. Vor knapp zehn Tagen mussten alle der etwa 38 Spieler umfassenden Longlist einen ersten negativen Covid-19-Test vorweisen, gestern mit dem Einrücken wurden die 23 Kaderspieler und die ganze Crew nochmals getestet, vor den Partien wiederholt sich das ganze Prozedere. Fieber gemessen wird ab heute jeweils morgens vor dem Frühstück, Mannschaft und Staff fliegen auf Geheiss der Uefa per Charter direkt und ohne Anhang nach Lwiw. Im Hotel müssen die Schweizer in ihrer Blase isoliert in einem eigenen Trakt leben. So dürfen sie nicht an Fitnessgeräte, sofern diese andere Gäste mitbenützen, die Essensausgabe am Buffet erfolgt gestaffelt, es wird geschöpft. Die Journalisten haben keine physischen Kontaktmöglichkeiten zu den Spielern, nur die Pressekonferenzen vor und nach dem Spiel gibt Petkovic in Anwesenheit eines Akteurs.

Granit Xhaka kann nur an der offiziellen Medienkonferenz interviewt werden.

Granit Xhaka kann nur an der offiziellen Medienkonferenz interviewt werden.

4. Wie sieht es in der Ukraine selbst aus?

Das Spiel findet in Lwiw statt, im Westen des Landes, wo es keine politischen Probleme geben sollte. Die Ukraine lässt wegen Corona seit letztem Samstag keine Ausländer mehr einreisen. Das Länderrecht steht ohnehin über dem Recht der Uefa, was ein grosses Problem ist bei 55 Teilnehmern in der Nations League und bei möglichen Reisebeschränkungen oder Quarantänepflichten, die dafür sorgen, dass die Klubs die Spieler nicht abgeben müssten. Für Sportler gibt es in der Ukraine eine Sondergenehmigung, auch für die Journalisten, die sich so lange im Land aufhalten dürfen, wie sie ihrem Beruf nachgehen.

5. Wie wichtig sind die Spiele für Nationaltrainer Petkovic?

Petkovic ist nur schon froh, seine Mannschaft wieder einmal zu sehen, mit ihr auf den Platz zu gehen, sie zu spüren, sie weiterzuentwickeln. Das hat er seit vergangenem November nicht mehr tun können, seit sich die Schweiz auf Gibraltar als Erster der Gruppe D nach einem Schlussspurt mit drei Siegen für die EM qualifiziert hat. Seither ist der Vertrag des Nationaltrainers trotz Kritik bis 2021 und dem Ende der WM-Qualifikation verlängert worden, auch unter der Auflage, sich dem Volk und den Medien gegenüber zu öffnen, sich nahbarer zu zeigen. Der Gegner Ukraine zum Auftakt der Nations League dient als erste Standortbestimmung und als Anzeichen dafür, wie gut die Schweizer durch die Monate und Veränderungen gekommen sind, allein sieben Spieler im Kader haben seit dem letzten Einsatz mit dem Nationalteam den Klub gewechselt, der Captain Lichtsteiner ist zurückgetreten. Also sagt Petkovic: «Wir wollen Resultate erzielen und positive Energie ziehen, und vor allem: Wir wollen gesund bleiben.»

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