Fussball
Das Monster entscheidet zwischen echtem und falschem Triple

Der Rekord steht kurz bevor für Pep Guardiola und Bayern München. Noch nie wurde in der deutschen Bundesliga ein Verein viermal in Serie Meister. Aber so wirklich interessiert das: niemanden.

Etienne Wuillemin
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Guardiola denkt schon an das «Leidenschaftsmonster» Atletico Madrid.

Guardiola denkt schon an das «Leidenschaftsmonster» Atletico Madrid.

KEYSTONE/AP/MICHAEL SOHN

So ist das auf dem «Mia-san-Mia»-Planeten. Von Feierlaune ist nichts zu spüren. Gerade bedeutungslos ist der Titel schon nicht geworden. Aber mehr als ein müdes, routinemässiges Klatschen? Nein.

In München zählt in dieser Saison nur eines: das Triple. Meisterschaft, Pokal – und vor allem: Champions League. Und mitten drin steht einer, der die Jagd darauf zu seiner Mission erklärt hat. Pep Guardiola. Schon anfangs des Jahres hat er festgehalten: «Wenn wir das nicht schaffen, sind wir gescheitert.»

Unter Jupp Heynckes gewannen die Bayern das Triple.

Unter Jupp Heynckes gewannen die Bayern das Triple.

Keystone

Guardiola, die Bayern und das Triple. Es ist eine Geschichte, die den Wundertrainer aber auch zunehmend belastet. Als er im Sommer 2013 kam, hatten die Bayern unter Jupp Heynckes das Triple eben erst gewonnen. Das Team hatte erreicht, was ihm die Verantwortlichen der Teppichetage erst mit Guardiola zugetraut hätten.

Der Schatten von Jupp Heynckes

Seit Beginn seiner Münchner Amtszeit verfolgt Heynckes Schatten Guardiola. Das wird der Katalane auch in diesen Tagen wieder spüren. Am Mittwoch ist Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League zu Gast bei Atletico Madrid.

Guardiola kann nicht nur das Triple gewinnen. Es droht ihm auch das «falsche» Triple. Zum dritten Mal in Serie könnte Bayern München nämlich im Halbfinal der Champions League an einem spanischen Vertreter scheitern. 2014 an Real Madrid, letztes Jahr Barcelona und nun an Atletico Madrid. Echtes oder falsches Triple? Das ist die Frage.

Ateltico ist das wohl schlechteste Los für die Bayern.

Ateltico ist das wohl schlechteste Los für die Bayern.

zvg

Atletico Madrid ist das schlimmste Los, das sich Guardiola für den Halbfinal hat vorstellen können. «Die beste Stimmung Europas» hat Guardiola schon einmal ausgemacht im Vicente Calderon. Den Bayern droht mehr als ein Fussballspiel. Sie erwarten eine Schlacht. «Elf Vidals sollt ihr sein», schrieb die «Süddeutsche Zeitung». Sportvorstand Mathias Sammer bezeichnete Atletico als «Leidenschaftsmonster».

Wunder – oder nur Phänomen?

Das trifft es ziemlich gut. Es ist indes ein Monster, das durchaus ziemlich gut Fussball spielen kann. Angetrieben von Diego Simeone, dem argentinischen Trainer, der oftmals den Löwenanteil seiner unendlich scheinenden Energie dafür aufwendet, das Publikum anzupeitschen. Ganz nebenbei hat sich das Monster auch noch an die Spitze der spanischen Meisterschaft geschlichen. Und dabei in 35 Spielen nur 16 Gegentore zugelassen.

Als was bleibt Pep Guardiola in Erinnerung? Als Wundertrainer? Oder als ein etwas fremd gebliebenes Phänomen mit einem kräftigen Flecken auf der edlen Hose?

Als was bleibt Pep Guardiola in Erinnerung? Als Wundertrainer? Oder als ein etwas fremd gebliebenes Phänomen mit einem kräftigen Flecken auf der edlen Hose?

KEYSTONE/EPA DPA/SVEN HOPPE

Es sind spannende Tage, die auf die Fussball-Welt zukommen. Tage, an denen sich die Bayern im Vorbeigehen ihre Rekord-Meisterschaft sichern. Aber vor allem Tage, die darüber richten werden, wie Guardiola in Deutschland in Erinnerung bleibt. Als Wundertrainer. Oder als ein etwas fremd gebliebenes Phänomen mit einem kräftigen Flecken auf der edlen Hose.

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