Olympia
«Das ist Wahnsinn, was Fabio da geschafft hat»

Ob von der Bartheke oder vom Sofa aus, am Montagabend fieberten die Fans überall im Freiamt mit dem Angliker Olympioniken Fabio Caduff mit. Sie wurden belohnt, denn der Boardercrosser schaffte es tatsächlich bis in den Viertelfinal.

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«Fabio aus Anglikon neben all den Cracks»

«Fabio aus Anglikon neben all den Cracks»

Andrea Weibel

«Das ist der Wahnsinn, was Fabio da geschafft hat», freut sich Sven Gwerder, einer der beiden Inhaber des Skate- und Snowboardshops Blind Alley in Wohlen. «Ich meine, der stand da als der ganz normale Fabio aus Anglikon unter all den Cracks. Das braucht schon Nerven.»

50 Leute vor der Grossleinwand

Gwerder hat sich die beiden Boardercrossläufe, die im TV übertragen wurden, zu Hause angesehen. Viele andere von Caduffs Freunden haben sich jedoch überall in Wohlen und Umgebung getroffen, um gemeinsam mitzufiebern. Im Wohler Chappelehof wurde zu diesem Zweck eigens eine Grossleinwand aufgebaut. «Rund 50 Leute haben hier Fabios Läufe verfolgt. Es war eine super Stimmung», beschreibt Christian Döbeli, Mitbetreiber der Kulturbeiz. Was ihm besonders gut gefallen hat: «Es gab nicht nur einen riesigen Applaus, als Fabio in den Viertelfinal kam, sondern auch, als er dort ausschied, einfach aus Solidarität.»

Auch in der Zanzibar in Wohlen wurden die Läufe im Fernsehen übertragen. «Es waren vor allem Handballer aus der Mannschaft dabei, bei der Fabio im Frühling und Sommer spielt, um fit zu bleiben», erzählt Philipp Breitschmid, Mitglied von Handball Wohlen. «Als sie aber merkten, dass erst die Finalläufe, nicht aber die Qualifikation übertragen wurde, sind leider einige wieder gegangen. Dafür erhielten wir Unterstützung von der Göttigesellschaft, die Fabio ebenfalls sponsert.»

«Fabio verdient grössten Respekt»

Fabio Caduff schaffte es nur mit Glück in den Viertelfinal, denn sein Vordermann stürzte, wodurch Caduff dessen Platz einnehmen konnte. «Das war sehr clever von ihm», bescheinigt Sven Gwerder. «Im Fernsehen sieht die Piste gar nicht so schwierig aus, aber diese Sprünge sind in Wirklichkeit steiler, als man glaubt. Ich habe mir öfter gedacht: lieber Fabio als ich», lacht der leidenschaftliche Snowboarder. «Im Ernst, einige extrem gute Fahrer sind vor Fabio ausgeschieden. Das zeigt, wie schwierig die Piste war. Und dass Fabio alle seine drei Läufe ohne Sturz geschafft hat, das verdient grössten Respekt.»

Sven Gwerder freut sich sehr über den Erfolg Fabio Caduffs. «Dass er in Vancouver starten konnte, hat er sich ganz allein verdient. Es ist unglaublich, was der Junge alles für das Snowboarden und seinen Traum geleistet hat.» Fabio habe schon vor einigen Jahren gesagt, er werde an den Olympischen spielen teilnehmen. Damals sei er eher belächelt worden. Nun hat er es geschafft. «Das hat ihn sicher für einiges entschädigt, was er in der Vergangenheit zurückstecken musste, um so weit zu kommen», freut sich Gwerder. «Jetzt konnte er Erfahrungen sammeln, und in vier Jahren wird er richtig angreifen können. Er hat sich die Olympischen Spiele wirklich verdient. Und das gönne ich ihm.»