Nations League

Das grosse Spektakel: Die Schweiz holt in Deutschland ein 3:3, verspielt aber den Sieg

Shaqiri jubelt mit Gavranovic über die Schweizer Führung. Am Ende reicht es nicht zum Sieg.

Shaqiri jubelt mit Gavranovic über die Schweizer Führung. Am Ende reicht es nicht zum Sieg.

Die Schweizer Nati bleibt im Jahr 2020 weiter sieglos. Das 3:3 in Deutschland bedeutet die schlechteste Resultat-Serie seit zehn Jahren. Die Partie in Köln war ein Abend voller Licht und Schatten.

Das Fazit

Was soll man nach diesem Abend denken? 3:3, sechs Tore, ein Auf und Ab, ein Hin und Her, ein ständiger Fight, ein grosses Spektakel – und zwiespältige Gedanken.

2:0 führte die Schweiz und gewann doch nicht. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr übernahmen die Deutschen das Zepter. Sie waren nahe dran, am Ende die Wende zu vollbringen. Es waren bange Momente, kaum mehr ein zusammenhängender Angriff war zu sehen. Dafür viele Bälle, die einfach weggeschlagen wurden. Immer wieder auch kleine Fehler. Erst in den letzten zehn Minuten erholten sich die Schweizer wieder ein wenig.

Das war die eine Seite. Doch es gibt auch eine andere Wahrheit. Die Schweizer vermochten sich zu wehren. Sie wankten, aber fielen nicht. Sie blieben auch nach den vielen Rückschlägen robust, zeigten den unbändigen Willen, dieses Spiel nicht noch zu verlieren. Es gelang. Immerhin.

Shaqiri durfte von Beginn an spielen. Es gelang ihm in den 65 Minuten eine Darbietung, die hoffen lässt. Er hatte viel Licht, bereitete einige Szenen magistral vor, fast schon wie in guten Tagen. Er hatte aber auch etwas Schatten, verlor einige Bälle, manchmal fahrlässig.

Xhaka war ein grossartiger Chef im Mittelfeld, er dirigierte, orchestrierte, hielt die Mannschaft zusammen, als es kritisch wurde. An seiner Seite gelang Freuler das wohl beste Spiel seiner Nati-Karriere. Er stopfte Löcher noch und noch. Er leitete Angriffe ein. Er bereitete ein Tor vor. Und er schoss eines im Stile eines Weltklasse-Stürmers.

Zwei Fakten gibt es gleichwohl, die weh tun: Erstens bleibt die Nati erstmals seit zehn Jahren in fünf Spielen hintereinander sieglos. Damals hiessen die Gegner zwischen Oktober 2009 und Juni 2010 Israel (0:0), Norwegen (0:1), Uruguay (1:3), Costa Rica (0:1) und Italien (1:1). Und zweitens gewinnt die Ukraine gegen Spanien 1:0, was bedeutet, dass der Schweizer Abstieg aus der Liga A der Nations League immer wahrscheinlicher wird.

Die Tore

5. Minute: Gavranovic, 0:1. Nach einem Schweizer Eckball klären die Deutschen nur ungenügend. Freuler köpft den Ball zurück in die Gefahrenzone. Zwei Schweizer stehen im Offside - nicht aber Gavranovic, und dieser trifft ebenfalls per Kopf über Neuer hinweg.

26. Minute: Freuler, 0:2. Ein wunderbarer Konter der Schweizer. Kroos spielt einen Fehlpass, weil Xhaka gedankenschnell dazwischen geht. Dann geht es blitzschnell. Shaqiri weiter auf Gavranovic, der sieht Seferovic, der Stürmer leitet den Ball direkt und herausragend weiter auf Freuler. Und was dann folgt, ist Weltklasse: Neuer verkürzt den Winkel, darum chippt Freuler den Ball über den Bayern-Torhüter hinweg. Jubel!

Weltklasse-Tor: Freuler trifft zum 2:0.

Weltklasse-Tor: Freuler trifft zum 2:0.

28. Minute: Werner, 1:2. Die Deutschen reagieren umgehend. Schär kann einen langen Ball nicht kontrollieren, Havertz leitet weiter zu Werner, der dribbelt und dribbelt und dribbelt, fünf Schweizer verfolgen ihn halbherzig, bis es zu spät ist. Werner schiebt den Ball gegen die Laufrichtung Sommers in Tor, Anschlusstreffer.

Der Anschlusstreffer von Werner.

Der Anschlusstreffer von Werner.

55. Minute, Havertz, 2:2: Fabian Schär spielt einen verhängnisvollen Fehlpass, direkt in die Füsse von Kai Havertz, der läuft los und versenkt den Ball überlegt im langen Eck.

56. Minute, Gavranovic, 2:3: Shaqiri leitet den Angriff ein, Gavranovic spielt Seferovic frei, dieser vergibt zweimal ganz alleine vor Neuer auf fahrlässige Art und Weise. Der Ball kommt wieder zu Gavranovic, und der drischt ihn wuchtig ins Netz.

60. Minute, Gnabry, 3:3: Die Schweizer kommen in Bedrängnis, Werner an den Ball. Seine Hereingabe kommt zu Gnabry, und der versenkt brillant per Hacke.

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