1. YB schiesst auch ohne Assalé vier Tore

Kommt das gut bei YB mit Marco Wölfli im Tor? Zumindest in den ersten beiden Spielen des neuen Jahres sind die Skeptiker Lügen gestraft worden. Was weniger auf tolle Paraden des wenig beschäftigten Oldies zurückzuführen ist als auf die stilsichere Abwehrarbeit seiner Vorderleute. Wie beim 2:0 gegen St. Gallen liess YB auch beim 4:1 in Lausanne nur wenige gegnerische Torchancen zu. Erst nach der 3:0-Führung liessen sie den Waadtländern etwas Raum.

Auch ohne den gesperrten Stürmer Roger Assalé lief die Tormaschine der Berner wie geschmiert. Was sich schon vor einer Woche angedeutet hatte, wurde auf dem miserablen Terrain der Pontaise bestätigt: Guillaume Hoarau ist wieder topfit und der Klassestürmer, der er vor seiner schweren Verletzung gewesen war.

Nachdem er einen geschenkten Penalty souverän zum 2:0 verwandelt hatte, war sein 3:0 eine Augenweide. Einen langen Ball von Sekou Sanogo liess er einmal aufspringen und drosch die Kugel dann aus 17 Metern ins Netz.

YB, das in der Vorrunde an gleicher Stelle noch unglücklich verloren hatte, reagierte auf das 2:0 des FC Basel vom Vorabend in Thun mit einer reifen Vorstellung. Es liess sich auch durch das fälschlicherweise annullierte 1:0 von Hoarau nicht irritieren. Miralem Sulejmani, der später mit einer Schulterverletzung ausschied, stellte die Weichen in Richtung Sieg.

2. Contini und Jacobacci in Not

Zwei Spieltage alt ist die Super League in diesem Jahr erst, aber schon gibt es da und dort Sorgen. Neben Lausanne haben auch St. Gallen und Sion noch nicht gepunktet. Während im Wallis der Trainer ohne Effekt (0:1 in Lugano) schon gewechselt worden ist und die Sittener bereits sieben Punkte hinter dem rettenden Ufer liegen, dürften in der Ostschweiz die Tage von Trainer Giorgio Contini allmählich gezählt sein. Von Aufbruchstimmung nach dem Wechsel an der Klubspitze war beim 1:2 gegen den FCZ jedenfalls nichts zu sehen.

3. Ein Monster kommt in den St. Jakob-Park

Naürlich ist Sergio Kun Agüero kein richtiges Monster, sonst wäre er ja nicht Maradonas Schwiegersohn geworden. Was das Toreschiessen betrifft, ist er aber schon eines. Mit seinen vier Toren gegen Leicester hat der Argentinier von Manchester City in den letzten vier Premiere-League-Partien nicht weniger als acht Tore geschossen.

In dieser Saison sind es 21 in 22 Partien. Jetzt fehlen dem 29-Jährigen in der Liga noch drei Treffer, um die magische Zahl «200» zu erreichen. Warmgeschossen für den CL-Auftritt beim FCB ist er ohne Zweifel.

4. Akanji verblüfft mit kessem Spruch

Weil Sokratis eine Grippe hatte, rückte Manuel Akanji nach seinem Wechsel vom FCB zu Borussia Dortmund erstmals in die Startformation. Beim 2:0 über den HSV spielte er vor 80 000 Zuschauern ordentlich, fiel aber vor allem danach wegen eines kessen Spruchs auf.

Auf die Frage, wie sehr er enttäuscht sei, nicht für die Europa League gemeldet worden zu sein, sagte der Innenverteidiger: «Ich spiele eben nur in der Champions League.» Um schnell anzufügen: «Spass beiseite, ich hätte gerne international gespielt.»

5. Heiko Vogel mit Sturm auf Sinkflug

Im Januar wurde der frühere Basler Trainer Heiko Vogel bei Wintermeister Sturm Graz Nachfolger des früheren Basler Spielers Franco Foda (wurde österreichischer Nationalcoach). Doch schon nach zwei Spielen ist die Ernüchterung in Graz gross. Nach einem 0:1 in Mattersburg kassierten die Steirer nun gegen Wolfsberg mit 0:1 die erste Heimniederlage.

Aus dem Einpunktevorsprung auf Salzburg ist in nur einer Woche ein Fünfpunkterückstand geworden. «Es gibt nur einen, der die Verantwortung dafür trägt — und das bin ich», sagte Vogel.