Weltcup in Davos

Dario Cologna beweist, das wieder mit ihm zu rechnen ist

Dario Cologna nimmt im Ziel die Gratulationen von Vater Remo entgegen.

Dario Cologna nimmt im Ziel die Gratulationen von Vater Remo entgegen.

Der Bündner holt beim Heimweltcup in Davos über 15 km als Dritter den Podestplatz, der ihm im vergangenen Winter verwehrt blieb. Damit straft er Skeptiker Lügen. Für den Saisonhöhepunkt Tour de Ski bleiben aber offene Fragen.

Hut ab vor Dario Cologna. Nach muskulären Problemen beim Weltcupauftakt in Finnland, der folgenden frühen Zwangspause und einem enttäuschenden Auftritt am Samstag im Sprint trauten die wenigsten dem 33-jährigen Schweizer Ausnahmeathleten einen Podestplatz im Rennen über 15 km Skating zu.

Auch der vierfache Olympiasieger selbst schien unschlüssig, wie er seinen aktuellen Formstand deuten soll. Während Disziplinenchef Hippolyt Kempf und Trainer Ivan Hudac vor dem Sprintrennen die Top 6 als realistische Vorgabe bezeichneten, sprach Cologna von den ersten 10 als persönlichem Ziel. Nach der missglückten Vorführung über die Kurzdistanz verzichtete der 33-Jährige sogar gänzlich auf eine numerische Prognose. Seine Weigerung, gegenüber den Medien Stellung zum Sprint zu nehmen, verstärkten die Zweifel am aktuellen Leistungsvermögen Colognas zusätzlich.

Doch der Münstertaler bleibt stets für eine Überraschung gut. Nach einem schwierigen Winter 2018/19 zur Abwechslung mit seinem insgesamt 71. Podestplatz im Rahmen des Weltcups wieder für eine Positive. Er lief wie ein Uhrwerk, war ab der ersten Zwischenzeit unter den Besten und legte im Gegensatz zu einigen schnell gestarteten Konkurrenten im Verlauf des Rennens noch zu. Auf der letzten von drei 5-km-Runden war Cologna gar der Allerschnellste - zehn Sekunden schneller als der norwegische Sieger Simen Hegstad Krüger. Lag Cologna nach 10 km noch auf Platz sieben, so fehlten im Ziel lediglich 1,4 Sekunden auf den zweitplatzierten Russen Sergej Ustjugow.

Erste Antworten und offene Fragen für Cologna

Drei Dinge an Colognas Auftritt im Heimrennen, das er erstmals seit 2014 wieder auf dem Podest beendete, vermitteln Zuversicht für kommende Aufgaben. Bereits bei erster Gelegenheit darf der Münstertaler die Zielsetzung abhaken, nach seinem Durchhänger im vergangenen Winter wieder über das Potenzial zum Podestläufer zu verfügen. Dazu betonte Cologna in Davos, das solch frühe Ausreisser nach oben eigentlich nicht seinem traditionellen Saisonverlauf entsprechen. Bislang schaffte er es stets, seine Form vor der Tour de Ski (ab 28. Dezember) zu steigern.

Als dritter positiver Aspekt dient seine Renneinteilung. Selbst wenn Cologna sagt, es spiele keine Rolle, wo im Rennen er Zeit auf die Konkurrenten gut mache, gehörte das Zusetzen auf den letzten Kilometern oft nicht mehr zu seinen Stärken. Überhaupt verblüffte Cologna angesichts der fehlenden Wettkampfpraxis mit seiner ausgezeichneten Rennhärte

Das geplatzte Training mit Superstar Klaebo

Es gibt im Hinblick auf die Tour de Ski aber auch Fragezeichen. Wie reagieren seine Waden und seine Bronchien auf die Belastung eines Mehretappenrennens? Und wie macht er seine Defizite im Sprint wett, um allenfalls seinen Toursieg von 2018 wiederholen zu können. Letzteres hätte Dario Cologna gerne in gemeinsamen Trainings mit Johannes Hösflot Klaebo, dem weltbesten Sprinter, in Angriff genommen. So war es ursprünglich angedacht, aber Klaebo reiste am Samstag nach seinem Sprintsieg unplanmässig zurück nach Norwegen.

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