Super League
Dank Joker Janko: Der FC Basel dreht das Spiel gegen Luzern und gewinnt 3:2

Der FC Basel kämpft sich in einem schwierigen Spiel gegen den FC Luzern nach 1:2-Rückstand zurück, erzielt in der Person von Marc Janko zwei Tore und dreht das Spiel somit in ein 3:2 und bleibt Tabellenführer.

Sebastian Wendel
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7.7. 2016 FC Luzern FC Basel Bildergalerie
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Marc Janko dreht die Partie (4)
Marc Janko dreht die Partie (5)
Marc Janko dreht die Partie (2)
Marc Janko dreht die Partie (3)
Marek Suchy erzielte die FCB-Führung
Jubel beim Doppeltorschütze Jahmir Hyka
Hyka ist damit an den letzten sechs Luzern-Treffern beteiligt.
Urs Fischer ist genervt
Neuzugang Omar Gaber kommt gegen Hyka zu spät.
Taulant Xhaka muss kämpfen.

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Keystone

Am Ende bleibt den Luzernern nichts anderes übrig als einzugestehen: «Mehr geht nicht. Besser können wir gegen den FCB nicht spielen.» Als die Spieler die Partie aufarbeiten, ist da nicht viel Enttäuschung über die Niederlage auszumachen. Nein. David Zibung etwa, der erfahrene Goalie der Innerschweizer, lehnt sich locker an die Wand, schnäuzt laut, lächelt und sagt dann: «Wenn wir gegen den FCB nicht Geburtstag und Weihnachten am gleichen Tag haben, verlieren wir.

Darum wurde der FCB die letzten sieben Jahre Meister, darum werden sie auch in dieser Saison Meister.» Zibung spricht danach noch vom Stolz darüber, dem grossen Favoriten einen harten Kampf geliefert zu haben. Das Resultat scheint ihn nicht mehr gross zu interessieren. Es ist ihm wohl schon im Voraus klar gewesen und tut entsprechend nicht so weh.
Es ist lange Zeit ein offenes Spiel in Luzern. Eines, das das Heimteam ziemlich sicher gewonnen hätte, wäre der Gegner nicht der FC Basel gewesen.

Luzern führt nach einer Stunde mit 2:1 dank des Doppelschlags von Jahmir Hyka Mitte der ersten Halbzeit. Basel kann nicht reagieren, vor und nach der Pause nicht. Was einigermassen erstaunt. Und zur Annahme führt, dass man hier Zeuge der ersten grossen Überraschung der Saison wird.

Dann wechselt FCB-Coach Urs Fischer. Für die blassen Doumbia und Bjarnason, zwei Nationalspieler, kommen Janko und Steffen, zwei Nationalspieler. 17 Minuten später ist die Partie gedreht. Getroffen hat zwei Mal Marc Janko. Ungläubiges Staunen auf der Luzerner, riesiger Jubel auf der Basler Bank. Eine Mischung aus Schockstarre und leeren Kraftreserven führt dazu, dass Luzern nicht mehr reagieren kann.

Fragezeichen hinter der Abwehr

Der FCB hat sich den Sieg aus zwei Gründen verdient: Dank seiner individuellen Klasse, mit der Spielerwechsel wie gestern in Luzern möglich sind und die jeden anderen Super-League-Trainer neidisch machen. Zudem besteht Fischers Mannschaft in Luzern den Test, nach einem Rückstand den Kampf anzunehmen und nicht in Panik zu verfallen. «In der Halbzeitpause sagte ich den Spielern: Jetzt müsst ihr euren inneren Schweinehund überwinden.

Das haben sie dann getan. Es ist für uns ein glücklicher, aber kein unverdienter Sieg.» Dank der drei Punkte führt der FCB die Tabelle bereits wieder mit Abstand an. Übrigens: Seit dem 1. November 2014, also seit 646 Tagen, war Basel immer alleiniger Tabellenführer oder hat sich den Spitzenplatz mit einer punktgleichen Mannschaft geteilt. Unwahrscheinlich, dass sich in den nächsten Monaten daran etwas ändert.

Zumindest nicht solange die Tormaschinerie auf Hochtouren läuft: Drei Treffer gegen Sion, fünf in Vaduz, drei in Luzern. In der Offensive ist das Gedränge an Topspielern besonders gross, jeder will sich für einen Stammplatz empfehlen.

Balanta und Gaber mit Schwächen

Hingegen stehen hinter der Abwehr Fragezeichen: Innenverteidiger Eder Balanta ist zwar erst einige Wochen in Europa, muss sich an Land, Leute und Fussball gewöhnen – jedoch war der Auftritt in Luzern der zweite weniger gute in Folge. Auf rechts zog Omar Gaber nach dem starken Debüt gegen Sion einen schwachen Tag ein. Linksverteidiger Traoré konnte trotz offensiver Lichtblicke den Eindruck nicht abschütteln, ein Sicherheitsrisiko zu sein. Und sogar der sonst so sichere Goalie Vaclik wackelte. In der Super League fallen diese Schwächen kaum ins Gewicht. In der Champions League, die Mitte September beginnt, schon.

Luzern - Basel 2:3 (2:1)

14 486 Zuschauer. - SR San. - Tore: 4. Suchy (Freistoss Zuffi) 0:1. 18. Hyka (Itten) 1:1. 30. Hyka (Christian Schneuwly) 2:1. 70. Janko (Traoré) 2:2. 79. Janko (Delgado) 2:3.

Luzern: Zibung; Grether (66. Sarr), Costa, Affolter, Lustenberger; Christian Schneuwly, Neumayr (81. Marco Schneuwly), Kryeziu, Hyka (80. Jantscher); Itten, Juric.

Basel: Vaclik; Gaber, Suchy (77. Höegh), Balanta, Traoré; Callà, Xhaka, Zuffi, Bjarnason (63. Steffen); Delgado; Doumbia (63. Janko).

Bemerkungen: Luzern ohne Puljic und Thiesson (beide verletzt); Basel ohne Akanji und Sporar (beide verletzt) sowie Serey Die (Trainingsrückstand), Bua (rekonvaleszent) und Fransson (Olympische Spiele). Verwarnungen. 21. Xhaka (Reklamieren). 33. Kryeziu (Foul).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker (cfe):

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