Eidgenössisches Hornusserfest

Daniel von Känel gewinnt das 36. Eidgenössische Hornusserfest

Die Sieger des 36. Eidgenössischen Hornusserfestes in Lyss heissen Bern-Beundenfeld bei den Mannschaften und Daniel von Känel als neuer Schlägerkönig.

Der Eidgenösssiche Hornusserverband vergab den Titel des Schlägerkönigs wie schon vor drei Jahren in einem «Königsausstich». Daran konnten sich diesmal die jeweils Besten aller acht Mannschafts-Stärkeklassen beteiligen - unabhängig von ihrem Resultat.

Der neue Schlägerkönig, der 27-jährige Berner Daniel von Känel von der der 5. Stärkeklasse angehörenden Seeländer Gesellschaft aus dem Wiler Saurenhorn, hätte mit seinem Resultat in der 1. Stärkeklasse nur den 62. Platz belegt. Aber in der im K.o.-System mit Viertelfinals, Halbfinals und Final ausgetragenen Ausmarchung nutzte er die Gunst der Stunde. Im Final bezwang er den routinierten Christian Ryser, der sich als Mitglied von Höchstetten B in der 6. Stärkeklasse für den Ausstich qualifiziert hatte.

Der 30-jährige Martin Stettler von der Berner Gesellschaft Richigen war als haushoher Favorit in den Königsausstich gestartet. Er hatte das Feld der Tophornusser in der 1. Stärkeklasse mit der fantastischen Schlagleistung von 194 Punkten in acht Streichen gemeistert - mit einer durchschnittlichen Streichlänge von über 340 Metern. Er distanzierte Marco Roos (Mättenwil-Zofingen), den Schlägerkönig von 2006 und 2009, um drei Punkte. Im Viertelfinal des Königsausstichs jedoch passierte Stettler das seltene Missgeschick eines Nullers - womit alle Chancen dahin waren.

Der Triumph des Rekordsiegers

Bern-Beundenfeld ist die mit grossem Abstand erfolgreichste Gesellschaft seit der Gündung des eidgenössischen Hornusserverbandes im Jahr 1902. Die Stadtberner freuen sich nun über ihren bereits elften Triumph an einem «Eidgenössischen», den ersten seit 2000, als sie in Frauenfeld triumphiert hatten.

Die Entscheidung in der 1. Stärkeklasse fiel so knapp aus wie nie zuvor an dem nur alle drei Jahre stattfindenden Fest. Die Berner erarbeiteten sich am Samstag in den ersten beiden Ries dank einer homogenen Teamleistung einen beträchtlichen Vorsprung. Dieser schmolz jedoch im Ausstich am Sonntag auf ein Minimum zusammen. Zuletzt lagen die zweitplatzierten Wäseli-Hornusser nur fünf Punkte, das drittplatzierte Zuchwil nur acht Punkte zurück - dies bei einer Gesamtpunktzahl von fast 2900 Punkten pro Mannschaft.

Wäseli, die Gesellschaft aus der Berner Landgemeinde Vechigen, verpasste durch das knappe Scheitern den Hattrick, den zuvor an eidgenössischen Festen nur Zuchwil in den Neunzigerjahren geschafft hatte.

Die Gesellschaft Bern-Beundenfeld muss sich in Hornusserkreisen vorwerfen lassen, dass sie wenig bis nichts für den Nachwuchs tut und nur mit «fertigen» Spielern arbeitet. Präsident Christian Gerber akzeptiert den Vorwurf, weist aber auf die besondere Stellung der Stadtberner hin. «Wir bekommen bis hinunter nach Basel immer wieder Anfragen von Hornussern, die unbedingt bei uns mitspielen wollen.» Es sei nicht so, dass Bern-Beundenfeld die besten Schläger abwerben würde. «Wir sind einfach eine verschworene Gemeinschaft, die Stimmung bei uns ist einmalig.» Das mache den Verein offensichtlich attraktiv.

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