Eishockey

Daniel Giger ist ein Mann für alle unsere Krisen

Meist im Hintergrund, aber doch immer und überall dabei: Agent Daniel Giger an einer Verbands-Medienkonferenz.

Meist im Hintergrund, aber doch immer und überall dabei: Agent Daniel Giger an einer Verbands-Medienkonferenz.

Der ehemalige Stürmer und heutige Spieleragent Daniel Giger mischt unser Eishockey gewaltig auf - aber im Nordamerika-Geschäft gibt es Turbulenzen.

Krise ist, wenn bei Daniel Giger (41) das Handy schnurrt. Der umtriebige Zuger kümmert sich nämlich intensiv wie kein anderer Spieleragent auch um Trainer. So kommt er diese Saison nicht mehr zu Ruhe. Er ist der Mann für alle Krisen. Ob rund um die Nationalmannschaft oder in Lugano, Ambri und Fribourg.

Der ehemalige Stürmer (Zug, Gottéron, Rappi) arbeitet für die Sportvermarktungsagentur «4Sports & Entertainment AG» in Zug, an welcher er eine Minderheitsbeteiligung hält. Die Firma beschäftigt 35 Leute. Sie ist auf die Vertretung von Hockeyspielern, Golfprofis und die Organisation von Events (Golf-Turniere, Beachvolley-EM 2016) spezialisiert. Zehn Leute arbeiten für die Hockeyabteilung mit Vertretungen in Nordamerika, Schweden und Russland. Zahlen gibt es keine. Aber bei dem Personalbestand braucht es gut und gerne 20 Millionen Umsatz im Jahr. Die Aktienmehrheit halten ein deutscher Investor und der Zuger Unternehmer Dominik Senn, der sich in der Firma vor allem um die Golfabteilung kümmert.

Spezialist für Trainer-Betreuung

Daniel Giger vertritt unter anderem die Trainer Sean Simpson, Glen Hanlon, Patrick Fischer, John Fust, Hans Kossmann, Doug Shedden, Harold Kreis und Gerd Zenhäusern. Diese Mandate garantieren viel Adrenalin durch vorzeitige Vertragsverlängerungen, Entlassungen und Einführung an neuen Arbeitsplätzen Aber die Arbeit lohnt sich: keiner hat so viel Insiderwissen in unserem Hockey wie Daniel Giger. Dazu vertritt er Stars wie Pierre-Marc Bouchard, Lino Martschini (Zug), Gregory Sciaroni (Davos), Gregory Hofmann, Damien Brunner (Lugano) und Robert Nilsson (ZSC). Insgesamt sind es rund 140 Spieler in der Schweiz, in Nordamerika, Schweden, Finnland und Russland.

Selbst Kritiker bewundern seine Arbeitskraft, und ein ehemaliger Mitarbeiter rühmt seine «strukturierte Arbeitsweise». Daniel Giger sieht sich nicht als grosser Zampano und sagt bescheiden, er versuche einfach seine Arbeit so gut wie möglich zu machen.

Nun kommt zum Stress mit den Krisentrainern in der Schweiz auch noch Ungemach in den USA dazu. Während beispielsweise André Rufener eine NHL-Agentenlizenz erworben hat und das gesamte Nordamerika-Geschäft höchst erfolgreich selber managt und so der einflussreichste Schweizer in Nordamerika geworden ist, arbeitet Giger mit nordamerikanischen Agenten zusammen. Weil er bis heute nicht als NHL-Agent zugelassen ist. Er wird sich jedoch künftig auch registrieren lassen. Er sagt, dass eine umfassende Betreuung mit Leuten vor Ort besser sei. «Ich würde mich in der Schweiz ja auch besser fühlen, wenn sich ein Schweizer vor Ort und nicht ein Kanadier aus Nordamerika um mich kümmert.»

Ein Racheakt oder doch mehr?

Aber mit dem nordamerikanischen Partner, dem Spieleragenten Rich Winter (59), gibt es Ärger. Die von der NHL-Legende Claude Lemieux geführte US-Niederlassung von «4Sports» hat sich von ihm getrennt und hat jetzt in den USA eine Klage am Hals. Rich Winter verlangt die Fortsetzung der Zusammenarbeit und klagt «4Sports» wegen ungerechtfertigter Kündigung und Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit Bankgeschäften ein.

Firmen-Mitinhaber Dominik Senn sagt: «Wir sehen der Klage gelassen entgegen und sind bereits dabei, eine Gegenklage einzureichen». Man habe dafür mit dem ehemaligen NHL-Spielergewerkschaftsboss Paul Kelly einen renommierten Anwalt beauftragt.» Was nötig ist. Denn Rich Winter ist auch eine grosse Nummer.

Bei Rechtshändel in den USA ist es wie auf hoher See. Man ist in Gottes Hand. US-Rechtshändel sind selten gut fürs Geschäft. Warum also nicht den Fall gütlich regeln? Dominik Senn sagt: «Uns ist wichtig, dass wir mit Fakten Klarheit schaffen. Mit der Gegenklage werden wir uns in eine starke Position bringen.» Wenn das nur gut geht.

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