CSIO St.Gallen
Schweden triumphiert im CSIO-Nationenpreis, die Schweizer müssen sich mit Platz drei zufrieden geben

Das Schweizer Quartett mit Bryan Balsiger, Beat Mändli, Martin Fuchs und Steve Guerdat schafft den anvisierten Sieg im Jubiläums-Nationenpreis nicht und beendet den Wettbewerb auf dem dritten Schlussrang. Über den Sieg entschied ein Stechen, in welchem sich Schweden mit Rolf-Göran Bengtsson gegen Deutschland mit Christian Kukuk durchsetze.

Sascha Dubach
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Der Schwede Rolf-Goran Bengtsson entscheidet den Turniersieg im Stechen.

Der Schwede Rolf-Goran Bengtsson entscheidet den Turniersieg im Stechen.

Michel Canonica

Es war alles angerichtet, das Zuschaueraufkommen dank Pilotevent der aktuellen Situation und den Witterungsbedingungen mehr als würdig. Kursdesigner Gérard Lachat und sein Team stellten eine anspruchsvolle Aufgabe mit 15 Hindernissen, welcher sich zehn Nationen stellten.

Im ersten Umgang gab es insgesamt nur fünf fehlerfreie Ritte, einen davon zeigte Europameister Martin Fuchs mit dem erst neunjährigen Niederländerwallach Leone Jei. Zuvor patzte Schweizer Meister Bryan Balsiger mit Twentytwo des Biches beim Aussprung aus der tückischen zweifachen Kombination.

Und auch Beat Mändli, der erst vor Wochenfrist aus den USA zurückkehrte und noch mit Jetlag kämpft, erwischte es mit Dsarie an einem Steilsprung. Schlussreiter Steve Guerdat konnte das Resultat nicht verbessern und steuerte mit Venard de Cerisy mit zwei Abwürfen gar das Streichresultat bei.

Mit acht Strafpunkten legte sich das Team von Equipenchef Michel Sorg auf dem dritten Rang in Lauerstellung. Die Führung übernahmen Ägypten dank zwei Blankorunden gemeinsam mit Deutschland mit je fünf Zählern auf dem Konto.

Bryan Balsiger auf Twentytwo des Biches.

Bryan Balsiger auf Twentytwo des Biches.

Ennio Leanza/Keystone

Keine Verbesserung im zweiten Umgang

Im zweiten Umgang konnten weder Balsiger noch Mändli einen Nuller in die Arena zaubern. Beide mussten sich erneut je einen Fehler notieren lassen. Fuchs zeigte anschliessend, wie es geht. Der 28-jährige Neo-Thurgauer meisterte die Aufgabe zur Freude des Publikums ohne Probleme und hielt die Schweiz im Rennen.

Martin Fuchs hält die Schweiz auch im zweiten Umgang im Rennen

Martin Fuchs hält die Schweiz auch im zweiten Umgang im Rennen

Ennio Leanza/Keystone
«Ich bin überglücklich. Einen Doppelnuller hätte ich mir hier nie erträumen lassen, da Leone Jei auf diesem Niveau doch noch etwas unerfahren ist. Diese Leistung gibt mir aber viel Selbstvertrauen im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio.»

Nun lag es in den Händen von Schlussreiter Guerdat, doch den Weltranglistenzweiten erwischte es schon beim Steilsprung nach dem Wassergraben. Und auch die Stangen beim Bidetoxer fielen auf den nassen Rasen. Der Jurassier verzichtete danach auf die Fortführung des Parcours, da er das Schweizer Endergebnis von 16 Strafpunkten nicht mehr verbessern konnte.

Erst ein Stechen bringt die Entscheidung

Das ägyptische Team zeigte Nerven und fiel noch hinter die Schweiz zurück, dafür machte Schweden dank zwei Blankorunden von Douglas Lindelöw mit Casquo Blue und Malin Baryard-Johnsson mit Indiana einen Sprung nach vorne und setzte sich an die Spitze.

Die Spannung um den Sieg spitze sich zu, als Deutschlands Schlussreiter startete. Würde Philipp Weishaupt mit Asathir ohne Abwürf bleiben, wäre der Sieg im Trockenen, doch bereits am dritten Hindernis fiel die Stange. So musste ein Stechen zwischen Schweden und Deutschland, die je 13 Punkte totalisierten, über den Sieg entscheiden.

Die Schweden schickten mit Rolf-Göran Bengtsson an ihrem Nationalfeiertag den Europameister von 2011 in die Bahn. Er drückte mächtig aufs Tempo, wendete mit Ermindo eng auf das schmale Tor und gab mit fehlerfreien 43,50 Sekunden den Richtwert vor. Deutschland setzte auf Christian Kukuk mit Mumbai. Dessen Siegambitionen wurden jedoch schon am dritten Hindernis begraben, als beim mächtigen Oxer die Stange fiel. Somit stand für Schweden mit Bengtsson, Baryard-Johnsson, Lindelöw und Evelina Tovek der erste Sieg im Nationenpreis von St. Gallen fest.

Equipenchef Henrik Ankarcrona freute sich: «Es ist fantastisch, hier zu gewinnen. Und dass es so geschichtsträchtig ist, macht das Ganze noch spezieller.» Und auch sein Schweizer Kollege Michel Sorg zeigte sich erfreut über den Podestplatz:

Equipenchef Michel Sorg.

Equipenchef Michel Sorg.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE
«Klar wollten wir den Sieg, aber wir sind auch froh über den dritten Platz.»

Die coronabedingt verkürzte Nationenpreisserie zählt in diesem Jahr nicht zur Qualifikation für den lukrativen Final im Herbst in Barcelona. Stattdessen werden alle zehn Teams der Division 1, zu der auch die Schweiz zählt, berechtigt sein, um den prestigeträchtigen Titel zu kämpfen.