Fussball
Coppa Italia: Gewaltorgien, weinender Präsident, fliegende Ballerina – und mittendrin Nati-Star Remo Freuler

Nationalspieler Remo Freuler ist mit Atalanta Bergamo nicht nur sensationell auf Champions-League-Kurs, er stand auch im Final der Coppa Italia. Rom bescherte ihm und den Atalanta-Anhängern ganz grosse Gefühle. Am Schluss aber war nur noch Leere. Lazio siegte mit zwei Treffern kurz vor Schluss mit 2:0.

Sébastian Lavoyer
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Am Schluss jubelte Lazio Rom über den siebten Sieg in der Coppa Italia.
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Vor dem Spiel waren des die Lazio-Fans, die sich mit der Polizei eine wilde Strassenschlacht lieferten.
Nati-Spiel Remo Freuler lieferte sich in Diensten von Atalanta Bergamo einen aufopferungsvollen Kampf mit Lazio. In der ersten Halbzeit hatten die Norditaliener sogar leichte Vorteile
Aber erst erzielte Sergej Milinkovic-Savic mit der ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung in der 82. Minute das 1:0 nach Eckball per Kopf.
Dann erhöhte der Argentinier Joaquin Correa nach einem Sololauf in der letzten Minute auf 2:0. Daran konnte auch Remo Freuler nichts ändern.
Die Enttäuschung beim Nati-Star und seinem Teamkollegen Robin Gosens ist riesig. Für den Final sind aus Bergamo und Umgebung rund 21'000 Fans angereist.
Coppa Italia: Lazio Rom schlägt Atalanta Bergamo mit 2:0
Als erster Spieler durfte ihn Ex-YB-Profi Senad Lulic in Empfang nehmen.
Der Lazio-Captain feierte mit 33 Jahren seinen dritten Sieg in der Coppa Italia.
Der Seeadler von Lazio krallte sich den Pokal.

Am Schluss jubelte Lazio Rom über den siebten Sieg in der Coppa Italia.

Keystone

Was war das für ein verrücktes Spiel. Hier Lazio Rom, quasi der Gastgeber, da der Final der Coppa Italia im Stadio Olimpico steigt, wo Lazio auch sonst seine Gegner empfängt. Dort Atalanta Bergamo, der Verein aus dem 140'000-Einwohner Städtlein nordöstlich von Mailand, die grosse Cup-Sensation Italiens. Auf dem Weg in den Final hat das Team von Nati-Spieler Remo Freuler unter anderem Fiorentina und Juventus Turin ausgeschaltet. Eigens für dieses grosse Spiel reisten neben Freulers Familie rund 21'000 Fans aus dem Norden an. Zu viel für Atalanta-Präsident Antonio Percassi. Aber sehen Sie selbst:

Aber wer kriegt bei einer solchen Atmosphäre keine Hühnerhaut?

Es war ein Spiel auf Augenhöhe, obschon Bergamo zuletzt in der Meisterschaft klar mit 3:1 gegen Lazio gewann. Die Offensive von Atalanta ist gefürchtet, 73 Tore haben die Norditaliener in der Meisterschaft schon erzielt, so viele wie kein anderes Team. Aber im gestrigen Final gelingt es Lazio, die so gefürchtete Offensive über weite Strecken zu neutralisieren.

Pfosten- und Lattentreffer für Atalanta

Bis in der 26. Minute Marten de Roon nach einem Standard volley abzog und den Ball aus zwölf Metern an den Pfosten donnerte. Danach wieder viel Kampf, viele Zweikämpfe im Mittelfeld, wenig Torszenen. Bis Atalanta-Spielmacher Alejandro Gomez in der 77. Minute aus spitzem Winkel den Ball an die Latte haute.

Wenig später wechselt Lazio-Trainer Simone Inzaghi Sergej Milinkovic-Savic ein. Kaum auf dem Platz erzielt der Serbe per Kopf das 1:0.

Atalanta wirft danach alles nach vorne und wird von Lazio in der letzten Minute eiskalt ausgekontert.

Die spinnen, die Italiener

Von diesem Schock erholen sich Remo Freuler und seine Teamkollegen nicht mehr. Wer danach aber mit einer kommunen Pokalübergabe gerechnet hat, kennt die Italiener nicht. Sehen Sie hier: