Langlauf

Cologna hat mit Rang 15 beim Heim-Weltcup die Trendwende verpasst

Dario Cologna sucht weiter nach der Topform.

Dario Cologna sucht weiter nach der Topform.

Toni Livers (10. Rang), Curdin Perl (13.) und Dario Cologna (15.) realisieren in Davos ein kompaktes Schweizer Teamergebnis. Die Freude hielt sich bei Cologna indes in engen Grenzen. Abermals beklagte er sich über «schwere Beine».

Antworten hatte sich Dario Cologna versprochen vom epischen Kampf über 30 km mit Intervallstart in der freien Stilart auf der heimischen Flüelaloipe. Erwünscht waren dabei natürlich möglichst positive Antworten nach zuletzt nicht befriedigenden Weltcup-Ergebnissen, vor allem in seiner Kernkompetenz Skiathlon vor Wochenfrist in Lillehammer.
Als das Rennen gestern vorbei war und Antworten gegenüber den Medienvertretern gefragt waren, zeigte sich Cologna im Zielraum nicht wirklich schlauer. Rang 15 ist bloss als kleiner Schritt nach vorne zu werten. Und natürlich kann diese Platzierung den maximalen Ansprüchen eines dreifachen Olympiasiegers, der sich vor der Saison den Gesamtweltcup zum Ziel gesetzt hatte, nicht gerecht werden. «Keine Frage, ich bin nicht dort, wo ich sein will», räumte der 29-Jährige ein. Abermals beklagte er sich über «schwere Beine». Diese Formulierung benutzte Cologna bereits in Lillehammer. Gestern sah er sich nach einem passablen Start erneut mit demselben Phänomen konfrontiert.

Das Frustrierende an der delikaten Gemengelage im Cologna-Camp ist die Tatsache, dass sich weder Läufer noch Trainerteam die durchzogenen Darbietungen in der Loipe erklären können. Eigentlich ging Cologna davon aus, dass er nach einer reibungslos verlaufenen Saisonvorbereitung im Winter die Ernte einfahren darf. Diese Konstellation der totalen Ungewissheit ist neu beim in der Vergangenheit durch seine Konstanz auf höchstem Niveau überzeugenden je dreifachen Olympiasieger, Tour-de-SkiGewinner und Gesamtweltcupsieger. Denn bislang liessen sich kleinere Durchhänger stets durch eine suboptimale, von Verletzungen geprägte Zwischensaison erklären.

Cologna: «Gebe die Hoffnung nicht auf»

Nun ist die Herausforderung maximal gross, auch angesichts eines gestern eingehandelten Rückstands von satten 1:45 Minuten auf Martin Johnsrud Sundby. Der 31-jährige Dominator aus Norwegen ist drei Wochen vor dem ersten Saisonhöhepunkt, der Tour de Ski, dort, wo auch Cologna nur zu gerne sein würde. Ist es überhaupt möglich, diese Lücke noch zu schliessen? «Ich gebe die Hoffnung nicht auf», sagte Cologna. Sein Rivale freute sich derweil über einen weiteren, für ihn besonders wertvollen Weltcupsieg. Davos sei nicht der einfachste Ort für ihn, analysierte der Stilist. «Da ist die für mich problematische Höhenlage und die sehr spezielle und anspruchsvolle Strecke, die den Läufer zum permanenten Arbeiten auch in den Abfahrten zwingt.»

Wenig Zeit bis zur Tour de Ski

Für einmal glänzte Swiss Ski nicht mit seinem Ausnahmeathleten Cologna, sondern bestach durch ein kompaktes Teamergebnis. Toni Livers wertete Rang 10 als «so nicht erwartetes Top-Ergebnis.» Spät war er vor Wochenfrist mit einem 36. Rang im Skiathlon in Lillehammer in die Weltcupsaison gestartet. «Ich wusste deshalb nicht, wo ich exakt stehe.» Besonders gross war die Freude bei Curdin Perl, dem notorischen Pechvogel im Schweizer Langlaufteam. Der 31-jährige Engadiner hatte im Sommer abermals Leben und Sport neu geordnet, Trainerwechsel von Ivan Hudac zu Bärti Manhart inklusive. «Dieses Resultat ist eine riesige Genugtuung für mich», konstatierte Perl, «es liefert mir die Bestätigung, dass die getroffenen Entscheidungen in der Zwischensaison richtig waren und ich mich auf einem guten Weg befinde.»

Auf einen guten Weg zurückzufinden hofft derweil auch Cologna, der ebenfalls das Teamergebnis unterstrich. Vielleicht gelingt ihm am Sonntag im Freistil-Sprint die Trendwende. Oder aber in einer Woche beim Weltcup in Toblach. Viel Zeit bis zur Tour de Ski bleibt ihm nicht. Doch die Hoffnung stirbt auch in diesem Fall zuletzt.

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