Thabo Sefolosha ist nicht mehr der einzige Vorzeige-Basketballer der Schweiz. In seinem zweiten NBA-Jahr ist der 21-jährige Genfer Clint Capela ebenfalls definitiv im Business der Grossen angekommen. In der neuen Saison hat der 2.08 m grosse Centerspieler bisher nur ein Spiel verpasst und kommt als Nummer 2 hinter Star-Center Dwight Howard zu immer mehr Einsatzzeiten für die Houston Rockets. Spielzeit, die der junge Romand zu nutzen weiss. In knapp 20 Minuten kommt Capela im Schnitt auf gute acht Punkte und sieben Rebounds pro Partie.

Clint Capela Karrierehighlight: Seine 16 Punkte gegen New York im Video.

Clint Capela Karrierehighlight: Seine 16 Punkte gegen New York im Video.

Dabei drohte das NBA-Abenteuer des mit 16 Jahren nach Frankreich gewechselten Capela zu enden, bevor es so richtig begonnen hatte. Der Genfer, der die Saisonvorbereitung 2014 aufgrund einer Leistenverletzung nicht absolvierte, wurde immer wieder ins Farmteam der Rockets, zu den Rio Grande Valley Vipers in die NBA-Development League abgeschoben.

Doch Capela kämpfte sich zurück, nutze im März 2015 seine zweite Chance und kam gegen Ende der «Regular Season» zu seinen ersten NBA-Punkten. Da die Rockets dann in den Playoffs auf ihren Center Nummer 2, Donatas Motiejūnas, verletzungsbedingt verzichten mussten, kam Capela in insgesamt drei Playoff-Runden überraschend zu 17 Einsätzen. Mit seiner Defensivstärke sorgte der junge Schweizer dafür, dass die Texaner erst im Conference Final gegen die Golden State Warriors die Segel streichen mussten.

Mit Elan in die neue Saison

Den Schwung aus den Playoffs hat der Fussball- und Paris-Saint-Germain-Fan mit in die nächste Saison genommen. Capela, der sich in sämtlichen relevanten Statistiken (Einsatzzeit, Punkte, Rebounds, Freiwurfquote und Wurfquote) verbessert hat, gehört mittlerweile zum Stammpersonal der Rockets und wartet dabei mit Karrierebestleistungen auf.

Im November gelang ihm gegen Sacramento mit 13 Punkten und zwölf Rebounds das erste «Double-Double» (zweistellige Werte in zwei Kategorien) seiner Karriere. Und der Jungspund, der den verletzungsanfälligen Stammcenter Howard immer wieder auch in der Startformation vertritt, bestätigt die Leistung. Mittlerweile sind «Double-Doubles» für Capela keine Seltenheit mehr.

Mit seinen Leistungen springt das Talent mit grosse Schritten aus dem Schatten des neun Jahre älteren Thabo Sefolosha, der das Jahr 2015 ebenfalls so schnell nicht vergessen wird. Seine zehnte Saison in der NBA – die erste im Trikot der Atlanta Hawks – wurde im Mai rüde unterbrochen. Bei einer Auseinandersetzung in einem Nachtclub in New York wurde Sefolosha von sechs weissen Polizisten festgenommen, die bei der Festnahme, wie auf Amateurvideoaufnahmen ersichtlich, alles andere als zimperlich mit dem Basketball-Star umgingen.

Thabo Sefoloshas Festnahme

Thabo Sefoloshas Festnahme

Ein durch die Schlagstöcke der Gesetzeshüter verursachter Wadenbeinbruch beendete die Saison des Waadtländers, sodass er bei dem Erreichen des Conference Playoff-Finals seiner Hawks nur zuschauen konnte. Im Sommer erhielt der zu Unrecht beschuldigte Sefolosha vor Gericht Recht und klagt nun seinerseits gegen seine sechs Peiniger auf Schadensersatz. Auf dem Parkett läuft es für den Forward, dessen Verletzung auskuriert ist – mit sieben Punkten und fünf Rebounds in durchschnittlich knapp 25 Minuten Einsatzzeit – wieder besser. Mit den seit sechs Spielen ungeschlagenen Altlanta Hawks rangiert Sefolosha momentan im Osten auf Platz 2.

Erstes Schweizer NBA-Duell

Gegeneinander gespielt haben die beiden Romands bisher noch nicht. In der Nacht auf morgen ist es dann endlich soweit. In Houston kommt es zum ersten Duell zweier Schweizer in der NBA.

Die Mamba hört auf

Kobe Bryant ist nicht mehr lange zu bewundern.

Kobe Bryant ist nicht mehr lange zu bewundern.

In einem Gedicht mit dem Titel «Lieber Basketball» erklärt Kobe Bryant, die Legende der Los Angeles Lakers, am 29. November 2015 seinen Rücktritt zum Ende der laufenden Saison. Mit dem 37-Jährigen verlässt nun die wohl schillerndste Basketball-Persönlichkeit des Jahrhunderts nach 20 Spielzeiten bei den Lakers die NBA. In den letzten Jahren kämpfte sich der in Philadelphia geborenen Amerikaner nach zahlreichen Verletzungen immer wieder zurück, doch jetzt ist er bereit, den Basketball gehen zu lassen.

Best of Kobe Bryant

Best of Kobe Bryant

Fünf Meistertitel, 17 Allstar-Nominationen, Doppel-Olympiagold und MVP – Bryant hat mit zahlreichen Top-Leistungen der NBA seinen Stempel aufgedrückt. Mit einem Salär von 25 Millionen US-Dollar ist er noch heute der bestbezahlteste Spieler der Liga. Seine knapp 33 000 erzielten Punkte katapultierten die selbst ernannte «Black Mamba» auf Platz 3 der ewigen Skorerliste der NBA. Die ersten beiden Plätze von Kareem Abdul-Jabbar (38 387) und Karl Malone (36 928) sind für Bryant nicht mehr erreichbar, doch im letzten Jahr konnte Bryant sein Kindheitsidol Michael Jordan auf den vierten Platz verdrängen.

Ticketpreise explodieren

Dass der 1.98 m grosse Shooting Guard, der 2006 in nur einer Partie gegen Toronto unglaubliche 81 Punkte erzielte, seine aktive Karriere nun beendet, stimmt seine vielen Anhänger traurig. Bei Bryants letztem Auftritt am 13. April 2016, einem Heimspiel im Staples Center gegen die Utah Jazz, wollen alle dabei sein. Die Ticketpreise schossen Minuten nach der Verkündung seines Abschieds um 240% in die Höhe. 21 000 US-Dollar kostet ein Platz am Spielfeldrand, das billigste Ticket immer noch knapp 600 US-Dollar. 

Curry-Party

Stephen Curry ist der wohl momentan beste Basketballspieler der Welt.

Stephen Curry ist der wohl momentan beste Basketballspieler der Welt.

Das Team des Jahres 2015 sind zweifelsohne die Golden State Warriors aus Oakland. Nach 40 Jahren ohne Titel gelang der Equipe um die beiden amerikanischen Superstars Stephen Curry und Klay Thompson, die aufgrund ihrer Treffsicherheit als «Splash-Brothers» für Furore sorgten, der Durchmarsch.

Stephen Currys Buzzer-Beater aus der eigenen Hälfte

Stephen Currys Buzzer-Beater aus der eigenen Hälfte

Der zum wertvollsten Spieler (MVP) gekürte Curry, den man in zahlreichen Youtube-Videos aus den unmöglichsten Positionen treffen sieht, ist auch im Spiel aus der Distanz kaum zu stoppen. Mit 286 Drei-Punkte-Treffern stellt der Spielmacher einen neuen NBA-Rekord auf. Mehrfach gelingen dem 27-Jährigen sogenannte «Buzzer-Beater» kurz vor Ablauf der Angriffszeit – auch von jenseits der Mittellinie.

Stephen Currys Dreier im Fallen

Stephen Currys Dreier im Fallen

Currys Treffsicherheit ist ein Garant dafür, dass das beste Team der «Regular Season» auch in den Playoffs nicht zu stoppen war. Nur fünf von 21 Partien gingen in der entscheidenden Phase verloren. Im Playoff-Final setzten sich die Kalifornier gegen die Cleveland Cavaliers um Superstar LeBron James letztendlich souverän mit 4:2 durch, und feierten nach 1947, 1956 und 1975 den vierten Meistertitel ihrer Vereinsgeschichte.

Titelverteidigung möglich

Auch in der neuen Saison hält der Siegeszug der Warriors weiter an. Mit 24 Siegen zum Auftakt sorgten Curry, Thompson und Co. gleich für einen neuen Rekord, ehe sie im 25. Spiel gegen die Milwaukee Bucks die bislang einzige Niederlage einstecken mussten.
Da Curry in der neuen Saison seinen Punkteschnitt pro Spiel auf überragende 30,8 steigern konnte und das Team grösstenteils beisammen blieb, sind die Warriors auch in der laufenden Saison der Topfavorit auf den Titel.