Clásico
Die nächste Träne für Lionel Messi nach dem 1:2 gegen Erzrivale Real Madrid

Erster Clásico nach dem Abgang des Magiers: In Barcelona ist der Trennungsschmerz noch nicht überwunden. In Madrid hingegen scheinen sich zwei gefunden, die zueinander passen.

François Schmid-Bechtel
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Ansu Fati: Er hat beim FC Barcelona die Nummer 10 von Lionel Messi geerbt, aber noch nicht dessen Torinstinkt.

Ansu Fati: Er hat beim FC Barcelona die Nummer 10 von Lionel Messi geerbt, aber noch nicht dessen Torinstinkt.

Enric Fotcuberta/Keystone

45 Partien hat Lionel Messi für den FC Barcelona gegen den ewigen Erzrivalen Real Madrid bestritten. Und dabei 26 Clásico-Treffer erzielt. So viele wie kein anderer. Dass man die Tore des Argentiniers in Barcelona vermisst, ist keine neue Erkenntnis. Damit rechneten die Katalanen spätestens ab jenem Tag, an dem Messi allein mit seiner Ankunft in Paris für Aufruhr sorgte. Aber gerade in grossen, wichtigen Partien wie jene gegen die «Königlichen» aus der ungeliebten Hauptstadt akzentuiert sich das Problem der fehlenden Magie.

Der FC Barcelona ist kein wandelnder Zombie

Mit 1:2 verliert der FC Barcelona. Eine Niederlage, die nicht zwingend ist. Eine Niederlage auch, die mit einem Messi im Angriff hätte verhindert werden können. Denn es nicht so, wie wegen der finanziellen Engpässe gemeinhin angenommen, dass der FC Barcelona ein wandelnder Zombie ist. Nein, die Mannschaft lebt. Sie hat nach wie vor eine hohe Qualität. Und vor allem hat sie sehr viel Potential.

Aber ihr fehlt das gewisse Etwas, die Souplesse, die Abgezocktheit, die absolute Überzeugung eines Lionel Messi. Sergio Aguero, Torschütze zum 1:2 in der 97. Minute, ist keiner wie Messi, der sich die Chancen selbst erarbeitet.

Barcelonas 17-jähriger Diamant Gavi im Zweikampf mit Real-Superstar Karim Benzema (unten).

Barcelonas 17-jähriger Diamant Gavi im Zweikampf mit Real-Superstar Karim Benzema (unten).

Joan Monfort / AP

Sicher, da ist Gavi. Noch nicht 18. Und seit gestern der jüngste, der je in einer Startelf eines Clásicos stand. Einer, wie der junge Andrés Iniesta. Aber gegen Real mit dem wohl routiniertesten und eingespieltesten Mittelfeld (Kroos, Modric und Casemiro) im Weltfussball wie eine Fliege im Spinnennetz.

Da ist auch der hochbegabte Ansu Fati. Nächste Woche wird er erst 19. Aber der Nummer 10, die er von Messi geerbt hat, wird er noch nicht gerecht. Das zeigt sich unmittelbar nach der Pause, wie er aus zehn Metern an Real-Goalie Courtois scheitert.

Ablösesumme für die Barça-Juwelen: Eine Milliarde Euro

Und nicht zu vergessen: Pedri. Die Ablösesumme ist wie bei Ansu Fati auf eine Milliarde Euro festgeschrieben. Pedri ist der wohl reifste Akteur des famosen Teenager Trios. War gestern wie so häufig seit dem strapaziösen Sommer mit EM und Olympia verletzt.

Real Madrid pragmatisch, oder typisch Ancelotti

Mit dem ewig Kaugummi kauenenden Carlo Ancelotti und Real Madrid scheinen sich zwei gefunden zu haben, sich zueinander passen. Hier der Trainer mit seinem Faible für Resultatfussball. Dort eine ausbalancierte Mannschaft, die unfassbar reif ist und die Demut hat, für den Erfolg hart zu schuften. Eine Mannschaft auch, der es nicht viel ausmacht, wie in Barcelona das Spieldiktat dem Gegner zu überlassen, sich zurückzuziehen, die Räume eng machen und auf Konter zu lauern.

Trifft auf atemberaubende Weise zum 1:0 für Real Madrid: David Alaba, in seinem ersten Clásico.

Trifft auf atemberaubende Weise zum 1:0 für Real Madrid: David Alaba, in seinem ersten Clásico.

Joan Monfort / AP

Zwei davon führen zum Erfolg. Innenverteidiger David Alaba (32.) schliesst in seinem ersten Clásico den selbst initiierten Gegenstoss auf atemberaubende Weise zum 1:0 ab. Und in der Nachspielzeit ist es Aussenverteidiger Lucas Vazquez, der einen Konter zum 2:0 veredelt.
François Schmid-Bechtel

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