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Chinesischer Kaufwahn nimmt neue Dimensionen an: Jetzt wollen sie Schiedsrichter verpflichten

Dass die Chinesen dem Fussball in ihrem Land mehr Stellenwert zuordnen, ist spätestens seit diesem Sommer bekannt. Doch der Kaufwahn nimmt immer neuere Dimensionen an: Dem neusten Gerücht zufolge sollen nun Schiedsrichter, allen voran Welt-Referee Mark Clattenburg, in die Chinese Super League gelockt werden.

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Weltschiedsrichter Mark Clattenburg - bald in China anzutreffen?

Weltschiedsrichter Mark Clattenburg - bald in China anzutreffen?

Keystone

Nachdem bereits unzählige Spieler ins Reich der Mitte gelockt wurden, wollen die Chinesen nun anscheinend auch Schiedsrichter nach China lotsen. Denn laut der englischen Zeitung «Mirror» sind die Chinesen an einer Verpflichtung von Premier-League-Schiedsrichtern interessiert.

Vor allem Welt-Referee Mark Clattenburg hat es den Funktionären angetan. Der 41-jährige Engländer wurde zuletzt als Weltschiedsrichter des Jahres geehrt, er pfiff in diesem Jahr die Endspiele der EM sowie der Champions League.

Die Top-Stars der Chinese Super League

Oscar (Brasilien, Schanghai SIPG). Hulk (Brasilien, Schanghai SIPG). Alex Teixeira (Brasilien, Jiangsu Suning). Jackson Martinez (Kolumbien, Guangzhou Evergrande). Ramires (Brasilien, Jiangsu Suning). Gervinho (Elfenbeinküste, Hebei). Graziano Pellè (Italien, Shandong). Demba Ba (Senegal, Schanghai Shenhua). Carlos Tevez (Argentinien, Schanghai Shenhua). Ezequiel Lavezzi (Argentinien, Hebei).

Da in Chinas Fussball Korruption und Spielabsprachen immer mehr Einzug halten, will man offensichtlich mit fremdem Einfluss dagegen vorgehen.

Im Gegensatz zu den meisten europäischen Schiedsrichtern sind die Refs der englischen Premier League Profis; will heissen, dass sie von der Schiedsrichterei leben können. Deshalb und aufgrund der praktisch unvollstellbaren Annahme, dass die Schiris nur des Geldes wegen auf Highlights wie Europameisterschaften oder einen Champions-League-Final verzichten würden, ist schwer vorstellbar, dass chinesische Fussballpartien in Zukunft von europäischen Schiedsrichtern gepfiffen werden.

Die verrücktesten Klauseln in Fussballer-Verträgen:

Football Leaks hat im Dezember 2016 den Vertrag von Ezequiel Lavezzi bei Hebei China Fortune veröffentlicht. Der Argentinier kassiert für zwei Jahre 30 Millionen steuerfrei. Natürlich liess er sich auch noch ein paar Klauseln in den Vertrag schreiben: Zwei Häuser, zwei Limousinen, ein Fahrer, ein Dolmetscher, ein Koch und vier Businessclass-Flüge in seine Heimat sind inklusive.
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Ausserdem verlängert sich Lavezzis Vertrag automatisch um zwei Jahre, wenn er in zwei Jahren 40 Tore erzielt, 20 Assists liefert und 90 Prozent der Spiele bestreitet. Kurios? Naja, es gab schon skurrilere Vertragklauseln.
Mario Balotelli bekam in Liverpool eine Million Pfund, wenn er nicht öfter als dreimal pro Saison für einen Ausraster vom Platz gestellt wurde.
Der Uruguayer Sebastian Coates wechselte 2016 von Sunderland zu Sporting Lissabon. Dort wurde vertraglich dazu verpflichtet, künftig auf seine geliebten roten Schuhe zu verzichten. Schliesslich ist Rot die Klubfarbe von Stadtrivale Benfica.
Der Holländer Dennis Bergkamp litt unter Flugangst und liess sich schriftlich versichern, dass er nie per Flugzeug an ein Auswärtsspiel reisen musste. Sein logischer Spitzname: «Der Nicht-Fliegende Holländer».
Samuel Eto'o wechselte 2011 überraschend nach Russland zu Anschi Machatschkala. Natürlich wegen des Geldes, zum Millionensegen gab es auch noch auch die eine oder andere Bonus-Zusicherung: Eto'o durfte in Spanien oder Italien wohnen und den Privatjet des steinreichen Präsidenten nutzen. um an die Spiele zu kommen.
Anfang 2016 liess der FC Barcelona seinen jungen Stürmer Christian Tello zur AC Fiorentina ziehen, mite einem Haken: Sollte das Eigengewächs in weniger als 70 Prozent der Spiele zum Einsatz kommen, wäre eine Strafzahlung von einer Million Euro fällig geworden, bei weniger als 60 Prozent 2 Millionen, bei weniger als 50 Prozent 3. Tello wurde natürlich Stammspieler.
Neil Ruddock (ganz links) akzeptierte bei seinem Wechsel zu Crystal Palace im Jahr 2000 die Klausel einer zehnprozentigen Gehaltskürzung, wenn er ein bestimmtes Gewicht (angeblich 98 kg) überschreitet. Der Verteidiger verliess «Palace» nach nur einem Jahr wieder – er soll die Gewichtsgrenze mehrfach überschritten haben.
Bei seinem Amtsantritt beim VfB Stuttgart im Jahr 2008 liess sich Torhüter Jens Lehmann schriftlich bestätigen, dass er nach Spielen nicht zum Auslaufen muss. Später wurde die Vertragsklausel allerdings wieder gestrichen. Jens Lehmann sprach den Ausflug ans Oktoberfest nicht mit der Vereinsführung ab
Der Kongolese Rolf-Christel Guie-Mien schaute bei seinem Wechsel zu Eintracht Frankfurt nicht nur für sich, sondern auch für seine Frau. Er sorgte dafür, dass sein neuer Klub ihr einen Kochkurs bezahlen musste. Integration ist schliesslich wichtig.
Leicester-Trainer Claudio Ranieri hatte sich 2015 in seinen Vertrag eine Meisterprämie über 5 Millionen Pfund reinschreiben lassen. Doch damit nicht genug: Für den Titel im Jahr 2016 kassierte er obendrein für jeden Platz über Rang 18 weitere 100'000 Pfund. Alles in allem also 6,7 Millionen Pfund, mehr als das ganze Team zusammen.
Giuseppe Reina verlangte bei seinem Wechsel zu Arminia Bielefeld gemäss der «Welt», dass ihm jedes Jahr ein Haus gebaut wird. Ein Sponsor sollte dafür sorgen, dass dies auch tatsächlich geschieht. Ob's passiert ist, wissen wir leider nicht.
Der Vertrag von Krassimir Balakov verlängerte sich beim VfB Stuttgart jeweils automatisch um ein Jahr, wenn er einen genügenden Fitnessstand nachweisen konnte. Ob Kumpel Giovane Elber vom magischen Dreieck deshalb zu Bayern München wechselte?

Football Leaks hat im Dezember 2016 den Vertrag von Ezequiel Lavezzi bei Hebei China Fortune veröffentlicht. Der Argentinier kassiert für zwei Jahre 30 Millionen steuerfrei. Natürlich liess er sich auch noch ein paar Klauseln in den Vertrag schreiben: Zwei Häuser, zwei Limousinen, ein Fahrer, ein Dolmetscher, ein Koch und vier Businessclass-Flüge in seine Heimat sind inklusive.

Keystone

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