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Chaoswahl bei Swiss Olympic: Frauen im Exekutivrat nach wie vor unterverteten

Der ehemalige Judoka Sergei Aschwanden ist eines von vorerst zwei neuen Gesichtern im Exekutivrat von Swiss Olympic.

Der ehemalige Judoka Sergei Aschwanden ist eines von vorerst zwei neuen Gesichtern im Exekutivrat von Swiss Olympic.

Die coronabedingt erste virtuelle Version des Sportparlaments endet mit einem Fiasko. Weil der zweite Wahlgang in den Exekutivrat von Swiss Olympic nicht ausgezählt werden konnte, muss zu einem späteren Zeitpunkt nochmals gewählt werden.

Sportlicher Erfolg leuchtet über die Karriere hinaus. Ex-Judoka Sergei Aschwanden schafft als Neuling den Sprung in den Exekutivrat von Swiss Olympic spielend. Der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2008 engagiert sich inzwischen als Präsident des Schweizerischen Judoverbands und als Abgeordneter der Liberalen Partei im Waadtländer Kantonalparlament.

Der Beginn seiner dreiminütigen Präsentation, mit der sich Aschwanden den Mitgliedern des virtuell tagenden Sportparlaments als einer von elf Kandidatinnen und Kandidaten vorstellte, war bezeichnend für die verpasste Chance des Abends. Der Romand mit Wurzeln mütterlicherseits in Kenia begrüsste die Abgeordneten ausschliesslich in der männlichen Form.

Letzter Platz bleibt nach zweitem Wahlgang offen

Zumindest holte er so die grosse Mehrheit der Abgeordneten ab. Denn die Schweizer Sportfamilie ist nach wie vor fest in Männerhand. Und daran änderten auch die chaotisch abgehaltenen Wahlen am Freitagabend nichts. Sie sorgten einzig dafür, dass die Tagung des Sportparlaments insgesamt rund fünf Stunden dauerte.

Doch auch in Zukunft sind nur vier der 18 Mitglieder des Exekutivrats Frauen. Auf die abtretende Anne-Sylvie Monnet vom Schweizerischen Volleyballverband folgt mit Nora Willi erneut eine Vertreterin dieser Ballsportart. Die Bernerin ist Präsidentin von Swiss Volley. Neben Aschwanden und Willi wurden alle sechs erneut kandidierenden Bisherigen sowie Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl für eine nächste Amtsdauer bis 2024 gewählt.

Noch bleibt eine Chance, um die Frauenvertretung im Führungsorgan des Dachverbands des Schweizer Sports zumindest um eine Person zu erhöhen. Weil die restlichen neun Bewerberinnen und Bewerber im ersten Wahlgang das absolute Mehr nicht erreichten, sollte ein zweiter Wahlgang entscheiden. Dieser wurde zwar durchgeführt und wie bereits beim ersten Durchgang mussten die Abgeordneten eine gefühlte Ewigkeit auf die Auszählung warten.

Doch letztlich endete dieser Versuch wie die Wahlnacht in den USA. Wegen technischen Problemen konnten die abgegebenen Stimmen nicht ausgezählt werden und ein letzter Platz in der Exekutive bleibt vorerst vakant, weil eine spontane Wahl per E-Mail von Swiss Ski und dem Schweizer Alpenclub abgelehnt wurde.

Die ungenügende Vertretung der Frauen im Bundesamt für Sport, in den Organen von Swiss Olympic und in den Führungsriegen der rund 80 nationalen Sportverbände stösst auch bei Bundesrätin Viola Amherd auf Kritik. Deshalb laufen aktuell Bestrebungen einer Frauenbewegung aus dem Sport, um das Bild der männerdominierten Sportwelt an der Spitze von Organisationen und Verbänden nachhaltig zu ändern.

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