Champions League
Nach Kampf in Unterzahl: YB siegt gegen Ferencvaros mit 3:2

Im Playoff-Hinspiel zur Champions League siegt YB trotz 65-minütiger Unterzahl gegen Ferencvaros Budapest mit 3:2. Damit sind die Berner der Königsklasse einen kleinen Schritt näher.

Raphael Gutzwiller
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Ulisses Garcia jubelt über seinen Treffer zum 3:1.

Ulisses Garcia jubelt über seinen Treffer zum 3:1.

Alessandro Della Valle / Keystone

Der Traum von der Königsklasse lebt für die Young Boys. Dank einem 3:2-Erfolg gegen Budapest legen die Berner im Playoff zur Champions League vor – obwohl vieles nicht nach Plan gelaufen war. Ganze 65 Minuten musste der Schweizer Meister in Unterzahl agieren, was die Aufgabe gegen einen eigentlich bescheidenden ungarischen Meister Ferencvaros Budapest erheblich erschwerte.

Der Sieg ist ein hartes Stück Arbeit für die Berner, die so sehr von ihrer zweiten Teilnahme an der Champions League nach 2018 träumen. In der Schlussphase werfen sie sich mit einem Mann weniger in jeden Zweikampf und in jeden Schuss, um irgendwie das Ausgleichstor zum 3:3 verhindern zu können. In Unterzahl reicht es YB dennoch zu einem verdienten Sieg.

Eigentlich machen die Berner über die gesamte Partie einen guten Eindruck, doch defensiv stehen sie nicht immer stabil. Nach einem dominanten Spielstart gerät YB dadurch in Rücklage. Es ist ein haarsträubender Fehler, der dem schon zuletzt nicht stilsicheren Innenverteidiger Mohamed Ali Camara nach 14 Minuten unterläuft. Er verliert den Ball mit einem Fehlpass an Franck Boli. Der Ferencvaros-Stürmer hämmert den Ball ins Tor. Die Reaktion, sie kommt postwendend. Nur zwei Zeigerumdrehungen später erzielt Meschack Elia mittels Distanzschuss den Ausgleich.

Harte rote Karte gegen Hefti

Umstrittener Entscheid: Schiedsrichter William Collum zeigt Silvan Hefti die rote Karte.

Umstrittener Entscheid: Schiedsrichter William Collum zeigt Silvan Hefti die rote Karte.

Claudio De Capitani / Freshfocus

Jene Szene aber, die das Spiel verändern sollte, ereignete sich in der 25. Minute. Die Hauptrolle spielt Silvan Hefti. Nach einem Zuspiel in die Tiefe steht er zunächst falsch, hält Gegenspieler Botka zurück, worauf der schottische Schiedsrichter William Collum nicht nur auf Penalty entscheidet, sondern auch für die rote Karte. Es ist ein umstrittener Entscheid, der auch der Videoüberprüfung Stand hält.

Beim folgenden Penalty hat YB aber Videoglück. Goalie Guillaume Faivre entscheidet sich beim Penalty zwar für die falsche Ecke, doch Uzuni trifft nur den Pfosten. Martins ist als erster am Ball, wird in den Rücken gestossen, Laidouni drückt den Ball über die Linie. Der VAR erkennt den Treffer aber nicht an. Offiziell deshalb, weil die Budapest-Spieler zu früh den Strafraum betreten haben sollen.

Es ist der Moment, in dem YB doch noch an den Sieg glaubt. In der 4-4-1-Formation ziehen sich die Berner zurück, sind aber mit gezielten Nadelstichen immer gefährlich. Garcia flankt nach 40. Minute in die Mitte, der Ball wird von der Budapester-Verteidigung geklärt - aber nur bis zu Vincent Sierro, der den Ball direkt nimmt und trifft. Und nach 65 Minute ist es eine wunderbare Einzelaktion von Linksverteidiger Ulisses Garcia, die zum 3:1 führt. Voller Mut geht er ins Dribbling, umkurvt seine Gegenspieler und trifft aus der Distanz wunderschön ins Netz. Zittern müssen die YB-Fans dennoch: Boli erzielt acht Minuten vor dem Ende noch den Anschlusstreffer. Zu mehr sind die Ungaren aber nicht mehr fähig.

Vincent Sierro erzielt das Tor zum 2:1.

Vincent Sierro erzielt das Tor zum 2:1.

Claudio De Capitani / Freshfocus

Somit sind die Berner, die in dieser Phase der Saison alles ihrem grossen Ziel untergeordnet haben, einen kleinen Schritt näher gekommen. Die Partie gegen Lugano, die am kommenden Wochenende angesetzt gewesen wäre, wurde verschoben. Es soll die perfekte Vorbereitung sein für das Rückspiel gegen Ferencvaros, das am nächsten Dienstag in Budapest steigt.

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