Champions League
Der Traum von YB lebt weiter: Souveräner Sieg gegen Cluj – noch eine Hürde bis in die Königsklasse

YB besiegt Cluj im Rückspiel der 3. Qualifikationsrunde für die Champions League 3:1. In den Playoffs treffen die Berner auf Ferencvaros Budapest.

Etienne Wuillemin
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Ein Abend voller Berner Freuden. Einen Gegner muss YB noch bezwingen, dann qualifiziert sich der Schweizer Meister für die Champions League.

Ein Abend voller Berner Freuden. Einen Gegner muss YB noch bezwingen, dann qualifiziert sich der Schweizer Meister für die Champions League.

Urs Lindt / freshfocus

Als sich der laue Abend im Berner Wankdorf dem Ende zuneigte, da erhoben sich die 21145 Zuschauer noch einmal für Ovationen. Ein weiteres Tor gab es zwar nicht mehr zu bejubeln, aber das war dann auch egal. 3:1 besiegten die Young Boys ein ziemlich bescheidenes Cluj. Und qualifizierten sich damit nach dem 1:1 im Hinspiel für die Playoffs um die Teilnahme an der Champions League.

Eine letzte Hürde bleibt auf dem Weg in die Königsklasse. Der Gegner von YB heisst Ferencvaros Budapest, das etwas überraschend Slavia Prag ausgeschaltet hat. Bereits am nächsten Mittwoch findet das Hinspiel in Bern statt. Für YB scheint die Gelegenheit ziemlich günstig, zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte die Champions League zu erreichen. Es locken mindestens – und ohne Zuschauereinnahmen – 24 Millionen Franken.

Das wichtigste an diesem Abend für YB war der Sieg, klar. Vermutlich aber wird vor alle die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist, den Bernern in den kommenden Wochen Schwung verleihen. Das Spiel hätte nicht schlimmer beginnen können, bereits nach vier Minuten ging Cluj in Führung. YB wackelte 15 Minuten lang. Doch dann folgte eine beeindruckende Reaktion. Mit jeder Minute wurde das Heimteam besser, ja es spielte sich phasenweise gar in einen Rausch. Es hätten auch sechs oder sieben Tore fallen können (oder müssen). Immerhin drei gelangen.

Es war ohne Zweifel die beste YB-Leistung in dieser noch jungen Saison. Sie dürfte gerade bei Trainer David Wagner für einige Erleichterung sorgen. Wobei der Fokus in dieser Phase auch klar auf dem europäischen Parkett liegt. Und da gilt bis anhin: YB hat geliefert.

Für Wagner war diese Partie der erste echte Test. Als er bestanden war, gesellte auch er sich zu den feiernden Spielern. Und genoss sichtlich die herausragende Stimmung im Wankdorf. Direkt im Anschluss sagte er: «Natürlich hat uns der Start ins Spiel beschäftigt. Aber wie wir das danach abgeschüttelt haben, das war grosse Klasse. Wir schossen wunderschöne Tore. Und wir haben uns wunderschöne Torchancen herausgespielt.» Der Höhepunkt: Das 2:1 von Ngamaleu. Kurz davor und kurz vor der Pause traf zweimal Siebatcheu. Ab dem Doppelschlag in der 23. und 25. Minute war YB ungefährdet, nach dem Platzverweis gegen die Rumänen in der 63. Minute sowieso. Einzig die Chancenverwertung bleibt ein Manko in dieser Saison.

Ärgerlich war der Start in die Partie, bereits im Hinspiel kassierte YB ein frühes Gegentor. Diesmal stand Aebischer mit einem Ballverlust am Ursprung. Auch er steigerte sich danach.

Wer fiel sonst besonders auf? Fassnacht wechselte früh im Spiel vom Flügel in die zentrale Sturmspitze, er kam immer wieder zum Abschluss, einzig das Tor fehlte. Zesiger und Camara überzeugten in der Innenverteidigung. Martins war ein umsichtiger und gelassener ­Dirigent. Elia wirbelte immer wieder, er kommt auf der Aussenbahn gegen tief stehende Gegner besser zur Geltung. Und Ngamaleu war es, der mit seinen Aktionen die Wende herbeiführte. Nach diesem Abend ist klar, dass YB mindestens in der Europa League spielt. Und trotzdem wäre das eine grosse Enttäuschung. Vor einem Jahr enttäuschten die Berner im Playoff gegen Midtjylland auf der ganzen ­Linie. Nun ist die Zeit, es besser zu machen.

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