Challenge-League-Fussball
Delikate Aufgabe in Chiasso: Die Krienser Fussballer haben Lampenfieber vor dem «Abstiegskampf»

Der SC Kriens gastiert heute (19.00) zum Abschluss der Challenge-League-Vorrunde beim FC Chiasso. Es wird ein ganz heisser Tanz im Tessin.

Turi Bucher
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Der SC Kriens mit Dario Ulrich steht gegen den FC Chiasso vor einer delikaten Aufgabe.

Der SC Kriens mit Dario Ulrich steht gegen den FC Chiasso vor einer delikaten Aufgabe.


Boris Bürgisser (Kriens, 1. Juli 2020)

Krise. Dieses Wort hören sie in Kriens im Moment gar nicht gern. Gemeint ist die sportliche Krise, in der die Challenge-­League-Mannschaft des Sportclubs Kriens steckt. Oder eben– nach dem Empfinden der Krienser – nicht: «Wir stecken nicht in der Krise», sagte Kriens-­Präsident Werner Baumgartner am Dienstagabend unmittelbar nach dem 1:3 gegen den FC Aarau, «und diese Krise können sie auch nicht herbeischreiben».

Wovor der SCK-Boss aber seine Augen nicht verschliessen kann und darf: Die Resultate haben in den vergangenen Wochen schlicht und einfach nicht mit dem Aufwand, die das Kriens-Team betrieben hat, übereingestimmt. Kriens hat die Hälfte aller 14 ausgetragenen Spiele verloren, das steht definitiv geschrieben. Ja, es ist eine Resultatkrise, mindestens. Und auf die Gefahr hin, dass die dauernde Repetition beziehungsweise Addierung für den einen oder anderen langweilig wird: Kriens hat seit neun Meisterschaftsrunden nicht mehr gewonnen. Langweilig? Nein, sehr beunruhigend.

Kriens hatte schon einmal eine solche Negativserie

Für den SC Kriens und deren Trainer Bruno Berner ist diese Negativserie in der Challenge League allerdings nicht Neuland. Kriens musste im letzten Saisonviertel der ersten Saison nach dem Aufstieg ebenfalls eine schwierige Zeit mit sechs Niederlagen und drei Unentschieden erdulden, um dann einen erlösenden Punkt in Aarau zu ergattern.

Berner sagt darum vor dem Duell in Chiasso, in dem der SCK ohne seinen gesperrten Captain Elia Alessandrini antreten muss: «Ja, uns fehlen die Erfolgserlebnisse in der Angriffszone, beim Toreschiessen. Aber wir bleiben beharrlich und hartnäckig. Es gibt keine Schuld­zuweisungen, es werden keine Hände verworfen.»

Das Krienser Problem ist längst erkannt: Der SCK ist im Vergleich zu letzter Saison im Angriff viel zu wenig gefährlich und kreativ, was das Produzieren von Torchancen, ja Toren betrifft.

Auf den SCK wartet ein schwieriger Frühling

Dass Kriens nach dem heutigen Spiel gegen das wiederauferstandene Chiasso als Tabellenletzter auf dem Abstiegsplatz überwintern muss, ist rechnerisch nicht möglich. Aber: Dieses Spiel heute, das ist im Hinblick auf eine Rückrunde, die für den SCK zu einem Spiessrutenlauf werden könnte, schon so etwas wie ein Abstiegskampf. Kriens braucht – und zwar genau heute – das Lebenszeichen, das Chiasso schon längst gesendet hat. «Wir wollen auch in Chiasso aus einem stabilen Mittelfeld heraus nach vorne spielen», erklärt Berner seine Sicht der Krienser Spielweise.

«Ich will nicht nur in der Defensive stehen. Wenn du das tust, kassierst du die Gegentore sowieso.»

Chiasso, Xamax, Wil, Kriens – wer wird absteigen?

Berner sagt zu Recht, dass sich die Challenge-League-Tabelle inzwischen zweigeteilt habe. Konkret: Das Quartett Kriens, Wil, Xamax und Chiasso ist abgehängt worden, wird 2021 wohl auch den Absteiger unter sich ausmachen. «Das Spiel in Chiasso ist ein Abenteuer, eine Herausforderung», erklärt Berner, «ja, ein gewisses Lampenfieber ist da, denn genau für solche Spiele ist man doch Fussballer geworden.»