Bundesliga
Bayern mit Rumpfelf bei Rückrundenstart gegen Gladbach – Yann Sommer will den Europacup nicht ausschliessen

Vor dem Rückrundenstart dominiert bei Bayern München das Virus. Derweil muss sich Gegner Gladbach mit dem Abstiegskampf beschäftigen – träumt aber von mehr.

Raphael Gutzwiller
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Breel Embolo im Duell mit Bayerns Josip Stanisic.

Breel Embolo im Duell mit Bayerns Josip Stanisic.

Martin Meissner / AP

Für Julian Nagelsmann ist es ein leidiges Thema. Seit er im letzten Sommer das Traineramt bei Bayern München übernommen hat, ist zwar der sportliche Erfolg da, er muss aber immer wieder auf wichtige Spieler verzichten. Impfdebatten, Positive Tests, Isolationen, Quarantänen – dies gehört in München längst zur Tagesordnung. Vor dem Rückrundenstart am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach ist die Situation so dramatisch wie noch nie. Nagelsmann fehlen wegen positiver Tests, Verletzungen und Abstellungen insgesamt 13 Profis. Dennoch bleibt er positiv: «Ich bin keiner, der rumheult, das mache ich nie.»

Das 5:0 ist fast in Vergessenheit geraten

Bayern hat am Mittwoch eine Verschiebung der Partie beantragt, sie dürfte am Freitag dennoch stattfinden. Und so füllte Nagelsmann beim Abschlusstraining sein Kader mit Talenten aus dem Regionalliga-Team auf, darunter waren mit Arijon Ibrahimovic und Paul Wanner zwei 16-Jährige. «Warum wir mehr Infektionen haben als andere, kann ich nicht sagen», meinte Nagelsmann und fügte augenzwinkernd an: «Ich weiss, dass wir das Stäbchen weit reinrammen. Vielleicht ist das der Grund.» Doch er betonte: «Wir haben immer noch eine erste Elf, die mit sehr vielen Weltklassespielern bestückt und sehr, sehr gut ist.»

Julian Nagelsmann will nicht jammern.

Julian Nagelsmann will nicht jammern.

AP

Tatsächlich dürfte Bayern auch mit einer Rumpfelf klarer Favorit sein bei der ersten Bundesligapartie des neuen Jahres. Auf der Gegenseite wartet mit Borussia Mönchengladbach ein Team, das unter grossem Druck steht. Längst ist jener 27. Oktober fast in Vergessenheit geraten. Damals beim letzten Aufeinandertreffen mit dem Lieblingsgegner, als sich Gladbach in einen Rausch gespielt hatte. Auch dank zwei Toren des Schweizers Breel Embolo kegelte die Borussia die Bayern gleich mit 5:0 aus dem DFB-Pokal. Trainer Adi Hütter schwärmte nach der besten Leistung unter seiner Regie: «Es war heute ein fast perfektes Spiel, ein historischer Sieg.»

Gladbach bläst zur Aufholjagd

Doch seither funktioniert bei Gladbach fast gar nichts mehr. In den letzten fünf Ligaspielen holte Hütters Team nur einen Punkt, die Realität ist längst der Abstiegskampf. Die Borussia überwinterte auf Platz 14, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur zwei Punkte. Doch Hütter zeigt sich optimistisch: «Wir kennen die Tabelle. Die Situation ist nicht ungefährlich, aber wir sind überzeugt von unserer Mannschaft. Wir wollen in der Rückrunde eine Aufholjagd starten.» Das soll laut Hütter vor allem durch höhere Laufleistungen gelingen. Die Mannschaften des ehemaligen YB-Trainers zeichnen sich gewöhnlich durch physische Stärken aus, das war bei Gladbach aber in der Vorrunde anders. «Die läuferische Leistung mussten wir unter die Lupe nehmen. Das geht so nicht», so Hütter.

Adi Hütter steht bei Gladbach schon unter Druck.

Adi Hütter steht bei Gladbach schon unter Druck.

Marius Becker / dpa

Gladbachs Schweizer Goalie Yann Sommer will derweil nicht einmal den Europacup ausschliessen. Er sagt: «Es macht im Moment keinen Sinn, wenn wir uns mit dem internationalen Geschäft befassen. Aber wir haken nichts ab, was noch im Bereich des Möglichen ist.»

Der Abgang von Denis Zakaria

Dafür muss aber etwas Ruhe einkehren bei Gladbach nach einem turbulenten 2021. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde es nochmals laut, als bekannt wurde, dass mit dem Schweizer Denis Zakaria und mit Matthias Ginter zwei Leistungsträger spätestens im Sommer den Verein verlassen. Beide Verträge laufen aus. An Zakaria sollen neben den Bayern auch Manchester United und Liverpool Interesse bekunden. Dortmund nahm zumindest von einer Verpflichtung in diesem Winter Abstand.

Der Schweizer Nationalspieler Denis Zakaria verlässt Borussia Mönchengladbach spätestens im Sommer.

Der Schweizer Nationalspieler Denis Zakaria verlässt Borussia Mönchengladbach spätestens im Sommer.

Neis/Freshfocus

Zakaria wird gegen die Bayern übrigens fehlen, weil er positiv getestet wurde. Neben ihm fehlen Gladbach drei weitere Spieler in Isolation. Das Coronavirus hat den Fussball fest im Griff.

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