Champions League
Bitteres Ausscheiden für den FC Basel – 0:4 im Rückspiel bei Porto

Es hat nicht sollen sein: Gegen ein stark aufspielendes Porto bleibt der FCB weitgehend chancenlos und verliert diskussionslos mit 0:4. Die Portugiesen waren individuell stärker, deutlich spielbestimmender und schossen die Tore zur richtigen Zeit.

Sebastian Wendel, Porto (Text) und Adrian Gottwald (Liveticker)
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Auch der eingewechselte Breel Embolo kann nicht mehr für Basler Freude sorgen
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Das CL-Achtelfinal-Rückspiel des FC Basel in Porto
Portos Carlos Casemiro feiert seinen Treffer
Shkelzen Gashi, Luca Zuffi, Tomas Vaclilk und Walter Samuel (v.l.) können ihre Enttäuschung nicht verbergen
Voller Einsatz von FCB-Goalie Tomas Vaclik gegen den heranstürmenden Cristiano Tello
Derlis Gonzalez zwingt Portos Torhüter Fabiano zu einer Parade
Basels Walter Samuel (M.) im Luftduell mit Portos Cristian Tello
Portos Yacine Brahimi feiert seinen Freistoss-Treffer zur 1:0-Führung
Derlis Gonzalez im Zweikampf mit Portos Cristian Tello
Porto-Goalie Fabiano bleibt nach einem Zusammenprall mit Danilo liegen und muss sich pflegen lassen
Marco Streller der im Estadio do Dragão sein letztes Champions-League-Spiel der Karriere bestreitet
Paulo Sousa schaut nach dem frühen Gegentreffer etwas unglücklich drein
Dario Zuffi (r.) im Zweikampf mit Portos Maicon
Da waren die Basler noch guten Mutes: das Mannschaftsbild vor dem Anpfiff
Die Mannschaft des FC Porto vor Spielbeginn
FCB-Trainer Paulo Sousa war in seinem Heimatland bereits vor dem Anpfiff ein gefragter Mann

Auch der eingewechselte Breel Embolo kann nicht mehr für Basler Freude sorgen

Keystone

Es gibt Schätze, von denen wissen wir nicht, dass es sie überhaupt gibt. Die Mannschaft des FC Porto war so einer. Nachdem im Dezember die «Drachen» dem FC Basel als Gegner in den Champions-League-Achtelfinals zugelost wurden, waren da ganz viele Fragezeichen. Klar, Porto hatte die Gruppenphase ohne Niederlage überstanden, jedoch gegen Teams ohne klingenden Namen. Wie gut ist dieses Porto wirklich? Wer sind die Stars? Wer der Trainer? Diese Unkenntnis führte dazu, dass wir Porto als günstigen, als machbaren Gegner für den FCB bezeichneten.

Drei Monate später müssen wir eingestehen: Wir haben uns getäuscht. Doch wir haben im FC Porto einen Schatz gefunden, dem wir in Zukunft mehr Beachtung schenken werden. Casemiro, Brahimi, Herrera, Danilo und wie sie alle heissen – sie geniessen ab sofort unser Ansehen. Dieser Mannschaft zuzuschauen, macht einfach Spass. Ausser vielleicht den Akteuren des FC Basel. Sie müssen im Rückspiel nach spätestens 47 gespielten Minuten eingestehen, dass ihnen mit Porto eine viel zu hohe Hürde gegenübersteht. Herrera hat eben mit einem Schlenzer getroffen.

Das 2:0 ist so schön anzuschauen wie die drei weiteren Treffer, die Porto erzielt. Die Show der Portugiesen beginnt in der 14. Minute: Brahimi zwirbelt einen Freistoss aus 17 Metern über die Mauer ins Netz, FCB-Goalie Vaclik hat keine Abwehrchance.

Abschiede von der grossen Bühne

Aus Basler Sicht ist es sinnbildlich, dass Luca Zuffi und Walter Samuel mit ihren Fehlern den ruhenden Ball erst ermöglichen: Zuffi sucht seit Beginn der Rückrunde nach seiner Form. Der 36-jährige Samuel verursachte bereits im Hinspiel den Penalty, der zum 1:1 führte.

Anderes Land, anderes Stadion – ansonsten ist die Partie ein Spiegelbild dessen, was sich vor drei Wochen im Basler St. Jakob-Park ereignete. Porto hat den Ball, Porto drückt – der FCB findet kein Mittel zur Befreiung. Im gesamten Spiel hat er eine einzige Torchance durch Zuffi. Müssig, darüber zu fabulieren, was für die Schweizer mit einer besseren Tagesform möglich gewesen wäre. Immerhin: In beiden Partien ist dem FCB punkto Wille, Einsatz und Leidenschaft nichts vorzuwerfen.

Porto ist einfach besser

Porto ist einfach die bessere Mannschaft: Allen voran Casemiro, der seinem fantastischen Auftritt mit dem Freistosshammer aus 27 Metern die Krone aufsetzt. Aboubakar, der den verletzten Jackson Martinez ersetzt, setzt mit einem satten Schuss unter die Latte den Schlusspunkt. So endet nicht nur eine weitere aufregende Champions-League-Kampagne des FC Basel, sondern auch die internationale Karriere von Marco Streller. Auf 27 Spiele in der Königsklasse kann der 33-Jährige zurückblicken. Als Höhepunkte bezeichnet er das 3:3 in Manchester im Herbst 2011, die Siege gegen den FC Chelsea und auch das 1:1 im vergangenen Dezember in Liverpool. Gestern muss Streller eingestehen, dass die Differenz zum Gegner selten grösser war.

Im Schatten Strellers hat wohl auch Walter Samuel seinen letzten internationalen Auftritt. Der Argentinier, 2011 mit Inter Mailand ChampionsLeague-Sieger, verabschiedet sich mit einer Gelb-Roten Karte von der grossen Bühne, weil er in einem Zweikampf zu spät kommt – eine Aktion, die Sinnbild ist für das Achtelfinal-Duell zwischen Basel und Porto.

FC Porto - Basel 4:0 (1:0)

43'108 Zuschauer. - SR Eriksson (Sd). - Tore: 14. Brahimi (Freistoss) 1:0. 47. Herrera 2:0. 56. Casemiro 3:0. 76. Aboubakar 4:0.

Porto: Fabiano; Danilo (22. Martins Indi), Maicon, Marcano, Alex Sandro; Herrera, Casemiro, Evandro (79. Quaresma); Tello, Aboubakar, Brahimi (74. Ruben Neves).

Basel: Vaclik; Xhaka, Schär (58. Embolo), Samuel, Safari; Frei (63. Kakitani), Elneny; Gonzalez, Zuffi, Gashi (77. Callà); Streller.

Bemerkungen: Porto ohne Martinez (verletzt), FCB ohne Suchy (gesperrt), Delgado (krank) und Ivanov (rekonvaleszent). 19. Danilo nach einem schweren Zusammenstoss mit Fabiano verletzt ausgeschieden. 92. Gelb-rote Karte gegen Samuel (Unsportlichkeit). Verwarnungen: 30. Gashi (Foul), 38. Gonzalez (Foul), 49. Samuel (Foul), 55. Marcano (Foul), 55. Safari (Unsportlichkeit).

Lesen Sie den Spielverlauf in unserem Liveticker nach:

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