Von Bernhard zu Bernhard. Von Heusler zu Burgener. Von Jurist zu Unternehmer. Diesen Wechsel wird das Amt des Präsidenten des FC Basel am 9. Juni machen. Dafür haben die Mitglieder des Vereins am Freitagabend den Weg geebnet, indem sie Burgener erlaubt haben, die 90,6 Prozent der Aktien an der FCB-Holding zu übernehmen. 

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, dafür hat Bernhard Heusler gesorgt. Der Noch-Präsident des FC Basel merkte im letzten Herbst, dass es Zeit geworden ist, für einen Wechsel. Für neue Impulse, die ein Trainerwechsel alleine nicht herbeiführen könnte. Und auch keine neuen Spieler. Sondern für die es einen grösser angelegten Wechsel braucht. Jenen auf der Ebene der Vereinsführung. 

Deshalb ging er zuerst auf Marco Streller zu - und dann auf Bernhard Burgener. Er hat eine Basler Lösung forciert. Eine, hinter der er und seine vier anderen Verwaltungsrats-Mitglieder stehen können. 

Dabei hat Heusler aber nicht auf einen langjährigen Vertrauen seinerseits zurückgegriffen - zumindest nicht bei der Besetzung des Präsidenten-Postens. Sondern auf Burgener. Auf einen Mann, den er, wie er selber sagt "noch gar nicht so lange kenne." Geschweige denn speziell gut. 

Oeri als Schnittstelle 

Dass sich Bernhard und Bernhard, Heusler und Burgener, überhaupt kennengelernt haben, hat mit dem FC Basel zu tun. Wie sollte es auch anders sei. Mit diesem Verein, für den beide schon so lange leben und leiden. Dessen immense Bedeutung in der Region sie begriffen haben. Den beide fast schon vergöttern, seit sie denken können. So ist es auch nicht zufällig, dass sie sich beide als mit die grössten Fans des Vereins bezeichnen. 

Diese Verbundenheit habe immer wieder zu zufälligen Begegnungen geführt. Genau so wie eine weitere Verbundenheit. Jene mit Gigi Oeri. Die ehemalige FCB-Präsidentin und Mäzenin kennt beide Bernhards gut. Mit dem Einen hat sie Filme wie "Das Parfüm" produziert, mit dem Anderen den FC Basel wieder zum besten Verein der Schweiz gemacht. 

Bernhard Heusler

Bernhard Heusler über seine Beziehung zu Bernhard Burgener. 

Und mit beiden unternahm sie Reisen. "Wir sind einmal alles zusammen an einen Champions-League-Final gereist. Das sind auch solche Momente, in denen Bernie Burgener und ich uns begegnet sind", erinnert sich Heusler. 

Oeri vertraut beiden - und schätzt sie noch mehr. So überliess sie 2009 dem im Fussball-Busniess eher unerfahrenen Heusler die operative Leitung des FCB, machte ihn zu ihrem Nachfolger als Präsidenten und zum Mehrheitseigner, indem sie ihm seine Aktien übergab. 

Ihrem Nach-Nachfolger Burgener, einem ihren engsten Vertrauten, riet sie dazu, den Schritt in Richtung FCB-Präsidium zu gehen, nachdem er ihr von der Möglichkeit erzählte. 

Doch aller Verbundenheit mit Oeri zum Trotz, wirklich gut lernten sich die beiden Bernhards nie kennen. "Das kam erst in den letzten Wochen und mit den vielen Gesprächen, die wir geführt haben." Und wie erlebte Heusler da seinen Nachfolger? "Als sehr integere, korrekte Person. Und als einen, der den FCB tief im Herzen trägt." 

Komplette Gegensätze 

Es scheint, als hätten die beiden Bernhards viele Gemeinsamkeiten. Doch in Tat und Wahrheit sind sie wohl eher sehr verschieden. Der eine zierte sich nie, vor den Kameras Auskunft zu geben oder mit einer Ansprache auf dem Platz die Fans zurecht zu weisen.

Der andere ist lieber im Hintergrund. Sucht die Öffentlichkeit eigentlich bewusst nicht - und posiert erst auf dem Foto, das die künftige Führung zeigt, als Marco Streller ihn nach vorne ruft.

Während Heusler den Verein operativ leitete, im Tagesgeschäft stark eingebunden und oft auch eine der ersten Anlaufstellen ist, wird Burgener einen CEO einsetzen, der diese Rolle übernehmen soll. Damit er sich zurückziehen kann. Eine Persönlichkeit soll es werden. Welche, das wollte er noch nicht sagen. 

Es ist eine komplett andere Rolleninterpretation. Und doch ist Heusler, der Mann an vorderster Front, sich sicher, dass einer, der eben diese Front scheut, genau der Richtige ist. Alleine die Bereitwilligkeit ein Konzept zu präsentieren, bevor man überhaupt als Präsident gewählt ist, "ist ein grandioses Zeichen gegenüber dem Verein", rechnet Heusler Burgener hoch an. 

Heusler ist überzeugt, dass es gut kommt. Sonst hätte er sein Lebenswerk nicht diesem Mann in die Hände gelegt. Aber Heusler betont auch, dass dieses Konzept, wie es Burgener zusammen mit Marco Streller, Alex Frei und Massimo Ceccaroni erarbeitete und nun auch präsentiert hat, nicht seines sei. Ja, er habe den Schritt auf Burgener und Streller zu gemacht. "Aber die Idee ist nicht von mir. Nein." 

Und wie wichtig ihm dieser Punkt ist, das zeigen auch die Worte, mit denen Heusler an der Mitgliederversammlung das Wort an seinen Nachfolger übergibt. Denn, bei allem Vertrauen, dass er in diesen hat - mitverantwortlich für dessen effektives Wirken, das will er nicht sein. Oder wie er es sagt: "Wenn der FC Basel im Sommer gegen Lugano verliert, dann ist das nicht unsere Schuld. Nicht die des aktuell noch amtenden Verwaltungsrates. Das soll gesagt sein. Die nächste Saison, die hat die neue Leitung zu verantworten."