Die Spieler des FC Basel absolvieren gerade die dritte Einheit des Kurztrainingslagers in Crans-Montana, als plötzlich ein vertrautes Gesicht am Spielfeldrand auftaucht. Bernard Challandes, langjähriger Trainer der Schweizer U21-Nationalmannschaft und in der Super League, schlendert im Sommeroutfit heran und begrüsst alle im FCB-Tenue, die seinen Weg kreuzen.

Nach Armenien folgt Basel

Was macht denn der FCZ-Meistermacher von 2009 hier? Die Antwort: Challandes amtet beim Schweizer Meister seit April als Scout, wie bereits vor seinem Job als Nationaltrainer von Armenien (2014-2015).

Was ihn dazu bewegt? «Ganz einfach», erklärt der sympathische Romand, «Basel ist ein top organisierter Klub, ich habe Zeit und schaue sehr gerne Fussballspiele.» Als ihn FCB-Chefscout Ruedi Zbinden gefragt habe, ob er ab und zu Spieler für Rot-Blau beobachten möchte, sagte Challandes sofort zu. Er hat keinen Vertrag mit dem FCB, sondern erledigt die Aufträge von Zbinden auf Mandatsbasis.

«Ich war bis zur Sommerpause jedes Wochenende an einem Spiel, vor allem in exotischen Ländern.» Wo genau, will er nicht verraten. Genauso schweigt er zur Frage, welche Spieler aus dem aktuellen FCB-Kader er empfohlen habe.

Urs Fischer erntet Lorbeeren

Doch etwas verrät Challandes: Dass er dem FCB zu Urs Fischer geraten habe. Das Urteil Challandes hat durchaus Gewicht, war Fischer beim FCZ erst sein Assistent, später sein Nachfolger als Cheftrainer. Kurios: Auch in Thun hat Fischer Challandes auf dem Trainerstuhl abgelöst. «Ich habe Urs sowohl beim FCZ als auch in Thun als meinen Nachfolger empfohlen. Und nun habe ich den FCB-Verantwortlichen gesagt, dass Urs ein sehr fähiger Trainer sei.»

Das Wiedersehen zwischen Fischer und Challandes fällt denn auch entsprechend herzlich aus. Sie umarmen sich, lachen und debattieren über alte und aktuelle Zeiten. 

Challandes arbeitet gerne für den FCB, doch noch lieber würde er wieder an der Seitenlinie stehen. Das Jahr als Nationaltrainer von Armenien hat ihn auf den Geschmack gebracht, er hofft auf ein weiteres Engagement bei einer Landesauswahl. Dass Challandes eher nicht bei einem grossen Fussballland unterschreiben wird, liegt auf der Hand. Kein Problem: Auch ein exotisches Land wie etwa Papua-Neuguinea oder Vietnam sei möglich. «Ich bin offen für alles. Ich und meine Frau, wir haben Zeit und Lust, die Welt zu entdecken.»