Lugano - Bern 2:3 n.V.

Bern schlägt Lugano dank Scherwey in der Verlängerung

Im dritten Final wurde vor allem gekämpft und gerauft. Alleine die reguläre Spielzeit zog sich über fast drei Stunden hin

Im dritten Final wurde vor allem gekämpft und gerauft. Alleine die reguläre Spielzeit zog sich über fast drei Stunden hin

Der SC Bern schafft im Playoff-Final gegen Lugano das Break. Die Berner gewinnen in der Resega 3:2 nach Verlängerung und führen nach Siegen mit 2:1. Am Samstagabend wird wieder in Bern gespielt.

Nach exakt 69 Minuten und 25 Minuten war der Spuk vorbei. Berns Tristan Scherwey traf nach einem Bully unhaltbar für Lugano-Goalie Elvis Merzlikins unter die Latte zum Sieg der Gäste, die damit in der Finalserie das wichtige Break schafften und mit 2:1 in Führung gingen. Es war in den Playoffs der fünfte Sieg der Berner nach einer Verlängerung oder Penaltyschiessen.
Die 7800 Zuschauer hatten in der ausverkauften Resega zuvor im dritten Finalspiel den dritten Stilwechsel erlebt.

Spiel Nummer eins war geprägt von einem spektakulären Hin-und-her mit insgesamt neun Toren. Im zweiten Spiel dominierten Kampf und taktische Disziplin. In der dritten Finalpartie war von alledem nichts mehr zu sehen. Die beiden Mannschaften verbissen sich förmlich ineinander und liessen sich gegenseitig kaum Raum für Kreativität. Alles basierte mehr oder weniger auf Zufall, was unter dem Strich zwar zu einem spannenden, aber auch sehr zähen und qualitativ schlechten, weil von vielen Fehlern und Ungenauigkeiten geprägten Spiel führte. Die reguläre Spielzeit endete erst um 23 Uhr – nach sage und schreibe Zweidreiviertel Stunden!

Einen grossen Einfluss auf das Spielgeschehen nahm das Schiedsrichtergespann Dany Kurmann/Dider Massy, welches – man muss es in dieser Deutlichkeit schreiben – eine unterirdische Leistung ablieferte. Zuerst pfiffen die beiden Refs gar nichts, dann schaute Kurmann zu, wie es sich Luganos Sannitz auf Berns Topskorer Conacher etwa 20 Sekunden lang bequem machte, bis dessen Teamkollegen zur Hilfe eilten. Die logische Folge war eine Eskalation auf dem Eis. Die Spieler begannen, Selbstjustiz auszuüben, was bekanntlich selten ein gutes Ende nimmt.

Zwischendurch wurde dann ein Dutzendfoul eines Berners geahndet, dafür durfte Simon Moser in der Schlussphase ungestraft seinen Stock als Waffe gebrauchen, indem er Damien Brunner recht unzimperlich mit einem für alle offensichtlichen Stockschlag am Abschluss hinderte. Nur die Schiedsrichter sagen nichts, um dann kurz darauf klassische Kompensationsstrafen zu pfeifen. Die Zuschauer in der Resega tobten und warfen quasi im Minutentakt Gegenstände aufs Eis, ohne dass in der hitzigen Atmosphäre irgendjemand massregelnd eingreifen würde. Der auf der Pressetribüne sitzende Schiedsrichter-Obmann Brent Reiber musste von einer Eskorte vor den aufgebrachten Tifosi geschützt werden. Kurz: es herrschte bisweilen das nackte Chaos.

Zwischendurch wurde dann auch mal ein wenig Eishockey gespielt. Simon Bodenmann brachte die Berner zu Beginn des zweiten Drittels mittels Shorthander in Führung. Tony Martensson glich im Powerplay aus. Dauerprovokateur Maxime Lapierre schoss die Luganesi mit einem Ablenker in Front, ehe der starke Andrew Ebbet im dritten Abschnitt der neuerliche Ausgleich für die Berner gelang und damit die Entscheidung in die Verlängerung vertagte.

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