Mountainbike

Bericht zum letzten Lauf der Swissbikecup Serie in Muttenz

Esther Süss im Einsatz.

Esther Süss im Einsatz.

Mountainbike-Profi Esther Süss nahm dieses Wochenende am Rennen in Muttenz teil. Ihre Erfahrungen schildert sie hier.

Es war ca. 40 Fahrerinnen am Start und die Strecke war wirklich staubtrocken, es würde also ein schnelles Rennen geben, zumal die Strecke der Birse entlang zurück in Schänzeli ziemlich begradigt worden war und meist auf Schotter verlief, ausser den zwei drei Bäumen, die sie uns in den Weg gestellt hatten und dem Baumstamm den wir überspringen mussten.

Wie meistens startete ich ziemlich verhalten. Ich mag diese Runde auf der Rennbahn einfach nicht, wenn wir so im Pulk fahren müssen. So versuche ich mich im Windschatten aufzuhalten, doch immer mit dem nötigen «Abstand», sodass ich hoffentlich noch reagieren kann, falls es zu einem Sturz kommen sollte mit dieser Taktik bin ich natürlich dann auf der ersten Geraden hinaus in den Wald etwas zurückgebunden.

So ging das ganze Feld hinauf in den Aufstieg und natürlich kam es beim Abzweigen in das Waldstück über den Trottoirrand im hinteren Bereich des Feldes zu Staus, doch ich reihte mich ein, konnte sogar noch einige Ränge gut machen im Aufstieg, wo genau ich stand konnte ich nicht ausmachen, doch immer noch bei den Leuten. Wieder zurück im Schänzeli konnte ich sehen, dass ich in der 1. Verfolgergruppe war. Da die Spitzengruppe etwas trödelte und wir eine gute Gruppe waren, die Tempo machte konnte wir in der Fläche sogar wieder zur Gruppe aufschliessen.

Im Aufstieg zog sich das Feld dann etwas auseinander und ich reihte mich irgendwo in den ersten Fünfzehn ein. So ging es ziemlich flott voran und weiter auf die nächste Runde. Ich hatte eine gute Gruppe und ich fühlte mich auf wirklich stark, da passierte es!! Schon fast wieder zurück im Schänzeli rutschte mir bei der Kurve hinauf auf die Brücke das Vorderrad weg und ich lag am Boden, bevor ich wusste wie mir geschah.

Schnell versuchte ich wieder aufzustehen und weiter zu fahren. Ich musste den Sattel noch richten und so verlor ich den Anschluss an die Gruppe. Doch schon kamen die Nächsten angerauscht und ich konnte mich hier einreihen.

So fuhr ich weiter, ich musste mich wieder etwas sammeln, ging vorher alles flüssig und flowig, war es jetzt etwas harzig, doch ich versuchte meinen Rhythmus wieder zu finden!

Dann schon wieder im Aufstieg, kam Brandau angebraust, das war super, ich hängte mich an ihr Hinterrad, denn ich wusste, wenn ich mit ihr mitfahren konnte, würde ich mich bestimmt wieder Rang um Rang nach vorne arbeiten können. Und meine Beine waren gut und so schöpfte ich neuen Mut um doch noch ein gutes Rennen fahren zu können. Doch es sollte nicht sein.

Als es in den steilen Aufstieg ging und ich in die kleinen Gänge schalten musste, fiel die Kette hinten zwischen die Kassette und die Speichen. Ich musste also absteigen und die Kette wieder auf die Ritzel legen, doch sie wollte einfach nicht oben bleiben. So blieb mir nichts anderes übrig als einen grösseren Gang einzulegen. Das Problem war aber, dass ich hinunterschalten musste bis zum 4ten Gang und mit diesem konnte ich definitiv nicht hier hochfahren. Also musste ich rennen.

Oben angekommen hatte ich natürlich den Kontakt zu Brandau und den Anderen längst verloren und machte mich so alleine auf den Weg zurück. Bei der Techzone stoppte ich dann, denn ich musste den Anstieg noch weitere 4 Mal fahren. Johann richtete mir das Schaltauge, das sich beim Sturz verbogen hatte und ich konnte mich wieder auf die Verfolgung machen. Doch nun war ich natürlich noch viel weiter zurückgefallen und das blöde war, dass ich nun alleine das Tempo machen musste. Das kostete dann schon ziemlich Kraft.

Zudem waren die Abstände nach vorne ziemlich gross. In der Runde mit dem Sturz verlor ich gut 45 Sekunde auf die Spitze doch dann in der Runde darauf, wo ich zuerst anhalten musste um die Kette wieder zu platzieren und dann auch noch in der Techzone stoppen musste verlor ich dann nochmals etwas mehr als 2 Minuten.

So musste ich mich schliesslich mit dem 15. Rang zufrieden geben. Aber sich alleine wieder zurückzukämpfen kostete heute einfach zu viel Kraft und so verlor ich nach meiner Aufholjagd leider dann den Sprint gegen Vale. Da reichten die Kraft und die Gänge nicht mehr aus um ihr Paroli zu bieten. Doch ich habe gekämpft bis zum Schluss, leider einmal mehr in dieser Saison nicht mit dem nötigen Glück.

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