Tennis
Bencic und Bacsinszky für einen Exploit gut

Bei den Frauen gehören Belinda Bencic und Timea Bacsinszky in Wimbledon ab Montag zu den Aussenseiterinnen mit guten Chancen auf einen Exploit. Die Topfavoritin heisst wie fast immer Serena Williams.

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Belinda Bencic und Timea Bacsinszky: Wer schafft den Exploit in Wimbledon?

Belinda Bencic und Timea Bacsinszky: Wer schafft den Exploit in Wimbledon?

Keystone

Vor einem Jahr musste sie noch die Qualifikation spielen, nun ist sie als Nummer 15 gesetzt. Eindrücklicher könnte der erstaunliche Parcours von Timea Bacsinszky nicht in Zahlen dargestellt werden. Ein Vorstoss in die Halbfinals wie in Paris wäre dennoch erstaunlich, denn Rasen ist nicht die bevorzugte Unterlage der 26-jährigen Waadtländerin.

Zudem hat sie das Vorbereitungsturnier in dieser Woche in Eastbourne wegen einer leichten Blessur verpasst. Nach Wimbledon ist sie aber wie vorgesehen gereist, einem Start sollte nichts im Weg stehen.

Keine gesetzte Spielerin bis zur dritten Runde für Bacsinszky

Bacsinszky kann vor der dritten Runde nicht auf eine andere gesetzte Spielerin treffen, so dass eine Verbesserung ihres bisherigen Bestresultats in London (2. Runde 2008, 2009 und 2014) zu erwarten ist.

Für sie gilt Ähnliches wie für Stan Wawrinka: Je länger das Turnier dauert und je abgespielter der Rasen wird, desto stärker dürfte Bacsinszky werden. Ausserdem gibt es bei den Frauen nicht viele Spielerinnen, die sich auf Gras speziell wohl fühlen.

Junior-Champion Belinda Bencic fühlt sich wohl auf Rasen

Eine von diesen Spielerinnen ist sicher Belinda Bencic. Nachdem die 18-jährige Newcomerin der letzten Saison in diesem Jahr bei 13 Turnieren vergeblich Anlauf Richtung Viertelfinals genommen hatte, platzte auf Rasen der Knoten. In 's-Hertogenbosch (Ho) erreichte sie den Final (Niederlage gegen Giorgi), diese Woche in Eastbourne den Viertelfinal, in dem sie gestern gegen die Britin Johanna Konta spielte.

Die in Wollerau im Kanton Schwyz wohnende Ostschweizerin fühlt sich auf Rasen seit jeher wohl. Immerhin hat sie in Wimbledon bereits einmal gewonnen, nämlich 2013 bei den Juniorinnen. Bei ihrem Debüt im Hauptfeld hatte sie im vergangenen Jahr die 3. Runde erreicht.

Das Spiel auf der grünen Unterlage ist wie geschaffen für den teilweise von Martina Hingis beratenen und von deren Mutter Melanie Molitor trainierten Teenager. Bencic nimmt die Bälle früh und kann so ihre Gegnerinnen schnell unter Druck setzen. Zudem ist sie als Nummer 30 erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt und sollte so einem allzu schwierigen Einstieg ins Turnier aus dem Weg gehen.

Der Sieg führt über Serena Williams

Favoritinnen auf den Sieg gibt es eigentlich nur zwei: Serena Williams, die nach ihren Erfolgen in Australien und Paris mit 33 Jahren beste Chancen hat, in diesem Jahr den Grand Slam zu schaffen. Es ist fast nicht vorstellbar, dass sie nicht gewinnt, doch im Vorjahr ist sie sensationell in der 3. Runde an Alizé Cornet gescheitert.

Härteste Konkurrentin dürfte Titelverteidigerin und Weltnummer 2 Petra Kvitova sein. Die Linkshänderin aus Tschechien ist diese Woche zwar krank gewesen, sollte sich aber rechtzeitig erholt haben, um ihren dritten Titel anzustreben. Das haben vor ihr in der Profi-Ära in Wimbledon erst sechs Spielerinnen geschafft.