Australian Open

Belinda Bencics Mutter fiebert erstmals mit: «Mami, bitte nicht, es hat so viele Leute hier»

2017 sitzen Mutter Dana, Bruder Brian und Vater Ivan in Biel im Publikum.

2017 sitzen Mutter Dana, Bruder Brian und Vater Ivan in Biel im Publikum.

Während ihr Mann Ivan mit Tochter Belinda um den Globus reist, hält sich die Mutter von Belinda Bencic meist im Hintergrund auf. Bei den Australian Open ist Dana Bencicova zum ersten Mal dabei.

Fitnesstrainer und Freund Martin Hromkovic sowie Vater und Trainer Ivan Bencic sitzen wie gewohnt Schulter an Schulter in der ersten Reihe, als Belinda Bencic mit einem 7:5, 7:5-Sieg gegen die Lettin Jelena Ostapenko (WTA 45), die French-Open-Siegerin von 2017, bei den Australian Open den Einzug in die dritte Runde schafft.

Es ist ein gewohntes Bild. Ein Jahrzehnt lang waren Belinda Bencic und ihr Vater Ivan gemeinsam unterwegs. Unzertrennlich. Zu Juniorenzeiten wohnten sie in billigen Hotels, schliefen im gleichen Zimmer und assen notfalls auch bei McDonalds, «weil du dort weisst, was drin ist und befürchten musst, dass du dir», wie Ivan Bencic einmal sagt. Autogrammstunde, Besuch in der ehemaligen Schule, Interview – der ehemalige Eishockey-Spieler ist immer dabei und legt seine schützende Hand über die Tochter. Meist im Hintergrund und nur selten bei den Turnieren dabei ist die Mutter, Dana Benčičová.

Das ist in Australien anders. Während Bruder Brian, der Ende Februar seinen 20. Geburtstag feiert, das Haus in der Ostschweiz hütet, wie Vater Ivan sagt, reiste Mutter Dana erstmals ebenfalls nach Melbourne. Zwei Reihen hinter ihrem Mann Ivan und Belindas Freund Martin sitzt Mutter Dana, und freut sich ausgelassen über den Sieg der Tochter. Darauf angesprochen, sagt Belinda: «Als ich vom Platz kam, hat sie ganz herzig gejubelt. Ich sagte: ‹Mami, bitte nicht, es hat so viele Leute hier.›»

Auch wenn sie nicht dabei sei, stehe sie nachts immer auf, um ihre Spiele zu sehen. Und sie sei immer die Erste, die ihr danach schreibe. «Ich weiss nicht, wie sie das macht, aber sie ist immer die Erste.» Australien gefalle ihr enorm gut, sagt Bencic. Sie unternehme auch abseits des Platzes viel mit ihrer Mutter und gingen immer gemeinsam zum Abendessen.

Dana Bencic steht meist im Hintergrund, wie hier in Wimbledon

Dana Bencic steht meist im Hintergrund, wie hier in Wimbledon

Zwei Mal bestritt Bencic bei den Australian Open bisher das erste Spiel des Tages ab 11.00 Uhr Ortszeit. Das gibt Planungssicherheit. «Und ich habe danach mehr Freizeit», sagt Bencic. Die sie nutzt, um ihr Gegnerin zu studieren, sich zu erholen und in die Stadt zu gehen. An spielfreien Tagen pflegt sie um die Mittagszeit zu trainieren.

Gut möglich, dass Bencic bei den Australian Open auch in der dritten Runde am Samstag gegen die Estin Anett Kontaveit (WTA 31) oder die Spanierin Sara Sorribes Tormo (WTA 91) wieder früh im Einsatz steht. Wohl zum letzten Mal. Denn sollte sie sich zum zweiten Mal nach 2016 für die Achtelfinals qualifizieren, verschieben sich auch die Spielzeiten immer mehr gegen den Abend. Aber egal, ob in der Früh oder erst am späten Abend: Dana Benčičová wird wieder in der zweiten Reihe sitzen. Und mit ihrer Tochter mitfiebern.

Die Familie Bencic auf einer Aufnahme aus demJahr 2009 in Wollerau.

Die Familie Bencic auf einer Aufnahme aus demJahr 2009 in Wollerau.

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