Auf dem Hochseil des Lebens

Belinda Bencic und Timea Bacsinszky: «Lektionen fürs Leben»

Belinda Bencic und Timea Bacsinszky

Belinda Bencic und Timea Bacsinszky

Während Belinda Bencic ihre Niederlagenserie stoppt, wartet Timea Bacsinszky seit acht Monaten auf einen Sieg. Doch die Romand verliert ihren Mut nicht. Dank ihrer Vergangenheit.

Auf grosse Siege folgen lange Baissen. Auf Höhenflüge Ratlosigkeit. Auf Hoffnung Ernüchterung. Das Rezept zur Konstanz - Belinda Bencic hat es noch nicht gefunden. Mitte Januar besiegte sie bei den Australian Open in der Startrunde Vorjahresfinalistin Venus Williams. Und verlor danach vier Spiele in Folge. Wieder rutschte sie in ein Tief.

Am Mittwoch schafft sie in Indian Wells die Trendwende. Gegen die Ungarin Timea Babos (WTA 43) setzt sie sich mit 1:6, 6:1, 7:6 (7:4) durch, nachdem sie einen Matchball abgewehrt hatte. Sie wirft das Racket in die Luft, schlägt die Hände vors Gesicht. Es war nur ein Sieg in der ersten Runde, doch die Reaktion zeigt, wie wichtig ihr dieser Sieg war.

Belinda Bencics Reaktion nach dem Sieg gegen Timea Babos

«Ich denke zwar nicht, dass ich wirklich gut spielte», sagte sie danach zum «Tages-Anzeiger». Wie immer hatte ich Probleme mit meinem Spiel. Aber ich war darauf eingestellt und bereit, alles zu akzeptieren und bis zum Ende zu kämpfen.» Ihre nächste Gegnerin ist French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko (20, WTA 6), gegen die sie bisher nur auf Juniorenstufe spielte. 

Jelena Ostapenko und Belinda Bencic spielten schon bei den Junioren gegeneinander.

Jelena Ostapenko und Belinda Bencic spielten schon bei den Junioren gegeneinander.

Bacsinszky seit Juli ohne Sieg

Während Bencic ihren ersten Sieg seit zwei Monaten feiert, muss Timea Bacsinszky (28) wetier warten. Die Lausannerin verliert gegen die Chinesin Qiang Wang (WTA 55) mit 0:6, 6:4, 2:6. Es war erst ihr zweites Spiel in diesem Jahr und die zweite Niederlage. Bacsinszky wartet nun bereits seit Wimbledon im Juli auf einen Sieg auf der WTA-Tour.

Doch wer, wenn nicht sie, soll gestärkt aus einer Krise hervorgehen? Das sagt sich auch die zähe Romande. «Mein Herz und mein Wille sind da, wie immer. Comebacks sind immer schwierig. Es ist nicht mein erstes. Das sind Lektionen fürs Leben», sagt Bacsinszky selber. Sie hatte sich im letzten Herbst einer Operation an der rechten Hand unterziehen müssen.

Geschütztes Ranking für Bacsinszky

Erst im Februar gestand sie, dass sogar die Karriere auf dem Spiel gestanden war. Auch, weil sie mit der Operation zu lange gewartet hatte. «Doch ich spielte gut. Aber als Preis für die geschluckten Schmerzmittel ruinierte ich meinen Magen.» Der erste Arzt, den sie konsultiert habe, habe ihr sogar beschieden, ihre Tennis-Karriere sei vorbei. Ist sie nicht. Zum Glück.

Wie Belinda Bencic balanciert Timea Bacsinszky weiter auf dem Hochseil des Lebens. Und wer schon so tief gefallen ist wie sie, den bringt nichts mehr so schnell aus der Fassung. Weiter geht es für die Romande in Miami. Danach folgt der Heimauftritt in Lugano. Bis im Sommer kann Bacsinszky zudem auf ein geschützes Ranking von Position 23 zurückgreifen. 

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