Fast schon ehrfürchtig hängt sie bei den Interviews von Roger Federer an seinen Lippen. Beim Hopman-Cup in Perth saugt Belinda Bencic jedes Wort des Baselbieters auf. «Millionen sind jetzt eifersüchtig auf mich. Jeder würde gerne mit Roger spielen», sagt die 19-Jährige.

Sie habe sich nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz einiges beim 17-fachen Grand-Slam-Sieger abschauen können. «Ich konnte viel von ihm lernen. Wir haben viel geredet und Roger hat mir viele Tipps gegeben: Rituale vor dem Spiel, Trainings, Organisation. Es ist toll, dass er mir hilft und ihm das wichtig ist.»

Besonders beeindruckt zeigt sich Bencic aber davon, wie sehr Federer auch nach fast zwei Jahrzehnten auf der Profi-Tour das Tennis noch liebt. «Seine Lockerheit ist einzigartig. Ich hingegen bin immer so nervös gewesen schon am Tag zuvor.

«Ich nehme immer alles sehr ernst, das Training, das Einspielen und den Match. Vielleicht muss ich mir mehr Gedanken machen, wie ich so locker werden kann wie er, ohne die Konzentration zu verlieren.» Trainiert habe sie in diesem Jahr allerdings weniger als gewohnt. «Mein Hauptziel war es, gesund zu bleiben und dafür etwas weniger zu trainieren.»

Anders als einst geplant, trainierte sie im Dezember drei Wochen in Florida, wie schon vor zwei Jahren. Dort hatte sie auch Zeit für Ausflüge an den Strand, für Träume von den grossen Tennisbühnen der Welt, die sie nun wieder betritt.

Weihnachten verbrachte Bencic im Flugzeug nach Perth, wo sie auch ideale Trainingspartner vorfand. Der in Sydney gebrochene Nagel behindere sie nicht mehr. «Ich bin ziemlich nah bei hundert Prozent.» Kann sie den Achtelfinal-Einzug von 2016 (Niederlage gegen Scharapowa) nicht wiederholen, fällt Bencic aus den Top 50 der Weltrangliste.

Bencic und Federer am Hopman Cup in Perth: