US Open
Belinda Bencic scheitert im Viertelfinal an der britischen Teenagerin Emma Raducanu und verpasst eine goldene Gelegenheit

Belinda Bencic verliert mit 3:6, 4:6 gegen die 18-jährige Britin Emma Raducanu und scheidet bei den US Open in den Viertelfinals aus.

Simon Häring
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Belinda Bencic scheitert in den Viertelfinals der US Open.

Belinda Bencic scheitert in den Viertelfinals der US Open.

John Minchillo / AP

Belinda Bencic war einmal die Zukunft des Frauentennis. Mit 16 war sie die beste Juniorin der Welt, mit 17 stand sie in den Viertelfinals der US Open, mit 18 war sie die Nummer 7 der Welt. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis sie ihr erstes Grand-Slam-Turnier gewinnen würde. «Alles ging sehr schnell in meiner Karriere und die Leute haben erwartet, dass es immer so weitergeht. Auch ich habe das gedacht», sagte Bencic einmal. Es ging nicht so weiter. Verletzungen und die Abnabelung vom Elternhaus bremsten sie immer wieder aus. Erst in diesem Sommer löste sie mit dem Olympiasieg in Tokio das Versprechen ein, das sie einst abgegeben hatte.

Auf ihren ersten Grand-Slam-Sieg muss die inzwischen 24-jährige Belinda Bencic aber weiter warten. In den Viertelfinals der US Open unterliegt sie der um sechs Jahre jüngeren Britin Emma Raducanu (WTA 150) mit 3:6, 4:6. Bereits zum achten Mal in Folge verliert die Schweizerin bei einem Grand-Slam-Turnier gegen eine in der Weltrangliste schlechter Klassierte.

Aufsteigerin des Jahres: Emma Raducanu.

Aufsteigerin des Jahres: Emma Raducanu.

Seth Wenig / AP

Dabei startet Bencic mit einem Break in die Partie und zieht auf 3:1 davon, ehe sie gleich 5 Games in Folge abgibt und damit erstmals im Verlauf des Turniers einen Satz verliert. Beim Stand von 1:1 im zweiten Satz kann Bencic drei Breakchancen nicht verwerten, während Raducanu bei ihrer ersten Gelegenheit von einem Doppelfehler Bencics zum 3:2 profitiert. Bencic kommt danach zu keiner Breakchance mehr. Beim Stand von 6:3, 5:4 serviert die 18-jährige Raducanu zum Einzug in die Halbfinals aus.

Im Sommer drückte Raducanu noch die Schulbank

Bencic verpasst damit eine goldene Gelegenheit. Seit der Schwangerschaft von Serena Williams gab es in 17 Grand-Slam-Turnieren 12 verschiedene Siegerinnen. Nur Naomi Osaka (4 Siege), Ashleigh Barty und Simona Halep (je 2) triumphierten mehrfach. Mit der French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova scheiterte die letzte im Turnier verbliebene Spielerin, die zuvor bereits ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte, in den Viertelfinals.

Die Gegenwart, sicher aber die Zukunft gehört Bencics Bezwingerin bei den US Open: Emma Raducanu. Im Sommer war die 18-Jährige noch die Nummer 338 der Weltrangliste, erreichte bei ihrem Grand-Slam-Debüt in Wimbledon aber auf Anhieb die Achtelfinals. Raducanu ist die Tochter einer Chinesin und eines Rumänen, kam in Toronto zur Welt und zog im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie nach England. Bei den US Open spielte sie sich durch die Qualifikation und steht nun ohne Satzverlust in den Halbfinals. Als erste Qualifikantin in der Geschichte des Turniers.

Bis im Sommer hatte Emma Raducanu während knapp 18 Monaten keine Turniere mehr bestritten, weil sie sich während der Pandemie auf ihren Schluabschluss konzentrieren wollte, statt an kleinere Turniere ins Ausland zu reisen. Das hat sich ausgezahlt: Den Abschluss schaffte die Teenagerin mit Bestnoten, und nun sorgt sie bei den US Open in New York für Furore.

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