Fussball Challenge League
Beim SC Kriens geht die Angst vor der nächsten Niederlage um

Der SC Kriens steht am Freitag (19.00, Kleinfeld) im Heimspiel gegen den FC Schaffhausen unter Druck.

Turi Bucher
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Kriens-Stürmer Igor Tadic: Erzielt er heute gegen Schaffhausen ein Tor?

Kriens-Stürmer Igor Tadic: Erzielt er heute gegen Schaffhausen ein Tor?

Bild: Pascal Müller/Freshfocus (Nyon, 27. Juli 2020)

Weder Stürmer Igor Tadic noch Trainer Bruno Berner sagen vor dem Heimspiel am Freitag gegen den FC Schaffhausen: «Dieses Spiel müssen wir unbedingt gewinnen.» Vielmehr sagen sie unabhängig voneinander, aber mit mehr oder weniger den ähnlichen Worten: Wenn sich der Sieg nicht realisieren lasse, dann dürfe man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein.

Sie ist gut zu spüren in Kriens, die Angst vor der nächsten Niederlage. 12 von total 36 Spielen hat Kriens bisher bestritten, die Hälfte davon ging verloren. Mittlerweile ist man auf Rang 8 abgerutscht. Was das Selbstvertrauen nicht stärkt: Der SCK konnte in den letzten sieben Spielen nie gewinnen. «Es wäre gut», sagte der Krienser Sportchef Bruno Galliker, «wenn wir vor der Weihnachtspause noch Punkte sammeln würden». Das war letzte Woche vor dem 0:2 in Zürich gegen Leader Grasshoppers. Auch Galliker forderte nicht explizit Siege, sondern Punkte. Nun stehen noch drei Gelegenheiten zur Verfügung, Punkte unter dem Weihnachtsbaum zu platzieren: zunächst gegen Schaffhausen, am Dienstag gegen Aarau, wieder ein Heimspiel, und dann am Freitag auswärts bei Schlusslicht Chiasso.

Tadic: «Immerhin kommen wir zu Torchancen»

«Wir sind nahe an den Punkten dran», sagt SCK-Stürmer Igor Tadic. «Das waren wir auch gegen GC. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr vom Spiel.» Tadic selber hätte mit ein bisschen mehr Wettkampfglück 35 Sekunden nach dem Anpfiff in die zweite Halbzeit den 1:1-Ausgleich erzielen können. An was liegt es also? «Der letzte Zwick an der Geisel», meint Tadic, «die letzte Überzeugung fehlt noch.»

Trainer Bruno Berner klagte nach der Niederlage gegen GC, dass Kriens im Moment keine Tore schiesse und man so schliesslich auch keine Spiele gewinnen könne. «Richtig», sagt Tadic, doch: «Immerhin kommen wir zu Torchancen. Schlecht sieht es aus, wenn du dir keine Torchancen mehr erarbeitest.» Tadic ist beim SCK Halbprofi, arbeitet in einem 60-Prozent-Job. Der Chef der Chamer Bauspenglerei gibt Tadic genug Freiraum, damit der ehemalige Topskorer die SCK-Termine wahrnehmen kann.

Nun soll also gegen Schaffhausen «der Knoten platzen», wie es Tadic ausdrückt. «Wir haben die Qualität, um Tore zu schiessen.» Der dreifache Familienvater ist mit seinen 34 Jahren einer der wenigen Routiniers im Krienser Team. «Kukeli und Urtic gehören auch zu den Routiniers», zählt er auf. Trainer Berner hatte erst kürzlich angeführt, dass der SC Kriens in der Sommerpause an Talent gewonnen, an Routine aber verloren habe.

Weil der Ghana-Portugiese Asumah Abubakar weiterhin mit einem Muskelfaserriss ausfällt, hat Berner erneut kaum Alternativen, was die Sturmformation betrifft. Und wenn man bedenkt, dass Abubakar die Krienser in der Winterpause verlassen könnte, um in einer höher dotierten Liga zu spielen, dann wird der Ruf nach einem durchschlagskräftigen und treffsicheren Stürmer schon ziemlich deutlich, ja laut hörbar. Erst recht, wenn der Trainer über den Senegalesen Ibrahima Dieng, im Sommer aus Spanien geholt, sagt: «Er genügt den Ansprüchen noch nicht.»

Über Gegner Schaffhausen will Berner gar nicht gross reden. «Wir sind gut beraten, über uns selber zu reden. Wir müssen es selber regeln. Wir müssen uns jede Woche den Platz in der Challenge League von Neuem verdienen.»

Tadic mit Schaffhausen einst Torschützenkönig

Stürmer Tadic übrigens spielte selber zweieinhalb Jahre für den heutigen Kriens-Gegner. Das war zwischen 2014 und 2017. In der Saison 2015/16 wurde Tadic in Schaffhausen mit 19 Liga-Toren sogar Torschützenkönig der Challenge League. Seit Sommer plagen ihn allerdings wieder altbekannte Rückenprobleme. Der Chiropraktiker half ihm, die Beschwerden zu lindern, sodass er nun wieder zu Einsätzen kommt. Tadic sagt vor dem Spiel gegen Schaffhausen: «Es wird eine Begegnung auf Augenhöhe. Wir spielen daheim und wollen ein positives Resultat.»

Wieder ist die Zurückhaltung zu spüren, der Wille, möglichst den Druck vom Team fernzuhalten. Druck. Zurückhaltung. Verunsicherung. Das alles muss am Freitag auf dem Kleinfeld-Rasen verschwinden. Wenn das nur gut geht…