Spendierlaune
Bei «Fedi» waren die Superreichen gar nicht spendabel

Der «Match von Africa» brachte satte 2 524 899 Spendengeld. Angesichts der anwesenden Superreichen ist das aber nicht allzu viel.

Claudia Landolt
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Roger Federer in Zürich

Roger Federer in Zürich

Zur Verfügung gestellt

Gewiss, sportlich war der «Match for Africa» zwischen Roger Federer und Rafael Nadal bedeutungslos. Auch bei der Revanche am Mittwoch in Madrid geht es weniger um den spielerischen Erfolg auf dem Court als um Action: ausverkaufte Stadien, tolle Stimmung und viele, viele Prominente sind die Ingredienzen dieser Abende.

Roger Federer zeigte sich glücklich über den Abend. 2'524'899 Franken Spendegeld sind zusammen gekommen, jubelte das Schweizer Aushängeschild auf allen Kanälen. auch die Credit Suisse zeigte sich zufrieden. Die nahmen auch ordentlich Geld in die Hand. Der Hauptsponsor von Federer soll jedes Jahr eine Million Franken in die Südafrika-Stiftung von Federer zahlen. Auch wird die Grossbank tief in die Tasche gegriffen haben, um den Charity-Event auf die Reihe gekriegt zu haben. 12 000 Zuschauer fasst das Hallenstadion.

Viel Prominenz, wenig Kohle

Nur rund 2000 Tickets à 120 Franken sind in den Vorverkauf gelangt, der Rest wurde unter Roger Federers Sponsoren aufgeteilt - Lindt & Sprüngli, Rolex, Credit Suisse und National Suisse. Diese luden ihre VIP-Kunden ein -gratis-, allen voran die gutbetuchten Kunden des Private Bankings. Unter den Zuschauern: UBS-Chef Oswald Grübel, Carolina Müller-Möhl und andere Gutsituierte unseres Landes. Auch führende Sportler waren dabei: Formel-1-Crack Heidfeld etwa, oder Sebastian Vettel, Lindsey Vonn, und viele andere.

Knapp 600 000 Franken sind durch Spenden via SMS zusammengekommen. Am Abend vorher lud CS seine guten Kunden zu einer privaten Gala ein, an der ebenfalls knapp eine halbe Million gespendet wurde, wie es heisst. Dem Vernehmen nach soll die restliche Summe entweder von der CS hingeblättert worden sein, oder dann durch Spenden zusammengekommen sein. Bestenfalls spendeten die Superreichen unseres Landes also 1,3 Millionen. Auch Brady Dougan marschierte durch die Reihen. Sein bescheidener Jahreslohn: 70 Millionen Franken. 1,3 Millionen hätte er aus seiner Portokasse bezahlt.

Auch wenn die Summen für Normalsterbliche schwindelerregend sind: Der clevere Andermatt-Investor Sawiris spendete letzte Woche der Aktion von DRS 3, «Jeder Rappen zählt», 1.5 Millionen Franken - einfach so. Dagegen nimmt sich die «Fedi»-Summe doch etwas bescheiden aus.