Interview

Beat Feuz nach Bronze: «Unser Kind hat während meiner Fahrt im Bauch meiner Freundin etwas gestrampelt»

Silver medal, Kjetil Jansrud of Norway, left, Gold medal, Aksel Lund Svindal of Norway, and Bronze medal, Beat Feuz of Switzerland, right, celebrate in the finish area on the podium during the men Alpine Skiing downhill race in the Jeongseon Alpine Center during the XXIII Winter Olympics 2018 in Pyeongchang, South Korea, on Thursday, February 15, 2018. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Applaus von den Siegern für Bronze-Gewinner Feuz

Silver medal, Kjetil Jansrud of Norway, left, Gold medal, Aksel Lund Svindal of Norway, and Bronze medal, Beat Feuz of Switzerland, right, celebrate in the finish area on the podium during the men Alpine Skiing downhill race in the Jeongseon Alpine Center during the XXIII Winter Olympics 2018 in Pyeongchang, South Korea, on Thursday, February 15, 2018. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Was denkt Beat Feuz selbst über seine Bronze-Medaille bei der Olympia-Abfahrt? Direkt nach der Fahrt ist er noch skeptisch, dass es zur Medaille reicht. Mittlerweile freut er sich über den Erfolg. Und verrät, welche Gratulationen er schon erhalten hat.

Haben Sie die Medaille abgeschrieben während Ihrer Fahrt?

Abgeschrieben würde ich nicht sagen. Aber ich merkte schon während ich unterwegs war, dass ich mich nicht wohl fühle. Der Fluss hat gefehlt. Ich habe mich mit der veränderten Piste schwer getan – aber den anderen ging es nicht anders, sonst wäre ich nicht Dritter geworden. Am Schluss war es eine knappe Geschichte. Die Norweger haben den Sieg verdient, sie waren am cleversten.

Es sollte Gold werden. Wie sehr freuen Sie sich über Bronze?

Die Freude ist da. Eine Medaille ist eine Medaille. Ob Silber oder Bronze, ist dann nicht mehr matchentscheidend. Klar: Es wäre mehr möglich gewesen heute. Aber das sagen sich wohl viele im Ziel. Eine Medaille ist nie eine Selbstverständlichkeit.

Emotionen und Feuerwerk: So fieberten und feierten die Feuz-Fans in Bumbach

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Fans von Feuz verfolgten die Abfahrt in einer Bar in Bumbach in der Gemeinde Schangnau. Zur Feier der Bronzemedaille liess die Gemeinde ein Feuerwerk über der Skipiste neben der Bar abfeuern.

Was ist jetzt möglich im Super-G?

Das schauen wir dann morgen. Ich freue mich darauf! Es wird noch ein langer Tag. Der erste Druck ist weg. Ich kann befreit fahren, Medaillen-Druck habe ich jedenfalls keinen mehr.

Sagten Sie zu Ihren Team-Kollegen tatsächlich, es sei eine «Gugus-Fahrt» gewesen?

Ja, es war einfach nicht gut, nicht perfekt. Fakt ist: Ich habe von mir etwas anderes erwartet von der Fahrt. Am Ende sagten mir auch viele: «Boah, du hast ja voll riskiert!» Mir kam das während der Fahrt nicht so vor.

Was sagte Ihr Bauchgefühl, als Sie im Ziel waren?

Dass ich sicher nicht gewinnen werde. Es war ein zwiespältiges Gefühl. Als sich herauskristallisierte, dass die Norweger wirklich super fuhren, ich nur 18 Hundertstel dahinter lag und viele Fahrer nicht an uns herankamen, konnte ich mich wieder ein bisschen mehr freuen.

So fieberten Luca Aerni und Justin Murisier in Südkorea mit

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Luca Aerni und Justin Murisier haben die Abfahrt von Beat Feuz beim House of Switzerland in Pyeongchang mitverfolgt.   

Haben Sie schon Gratulationen erhalten?

Bis jetzt war ich eher im offiziellen Teil unterwegs. Mit meiner Freundin konnte ich kurz SMS schreiben, das ist ja schon mal etwas. Und ich habe gehört, dass unser Kind im Bauch von Katrin während meiner Fahrt etwas herumgeturnt hat.

Aufgezeichnet: von Martin Probst.

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