Abfahrtswahnsinn
Beat Feuz gewinnt erstmals die Abfahrt in Kitzbühel – schwerer Sturz von Kryenbühl

Endlich ein Sieg auf der Streif in Kitzbühel. Viermal war Beat Feuz Zweiter geworden. Nun hat er die Abfahrt gewonnen. Überschattet wurde sein Triumph von einem schweren Sturz von Urs Kryenbühl. Am Samstag findet in Kitzbühel gleich noch einmal eine Abfahrt statt.

Martin Probst
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Beat Feuz überzeugte mit einer bestechenden Fahrt und gewinnt endlich eine goldene Gams, die der Kitzbühelsieger erhält.

Beat Feuz überzeugte mit einer bestechenden Fahrt und gewinnt endlich eine goldene Gams, die der Kitzbühelsieger erhält.

Christian Bruna / EPA

Beat Feuz hat es geschafft: Er gewinnt die Abfahrt in Kitzbühel! Viermal war er in den vergangenen fünf Jahren auf der Streif Zweiter geworden, einmal stürzte er mit Bestzeit kurz vor dem Ziel. Jetzt ist er endlich Sieger.

In der ersten von zwei Abfahrten in diesem Jahr in Kitzbühel war Feuz 16 Hundertstelsekunden schneller als Vorjahressieger Matthias Mayer. Dritter wurde Dominik Paris, der auf der Streif schon dreimal die Abfahrt gewinnen konnte. Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen sagte Feuz:

Es fühlt sich riesig an. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen.

Überschattet wurde der Sieg von einem schweren Unfall von Urs Kryenbühl. Der Schweizer stürzte beim Zielsprung und prallte brutal auf der Piste auf. Der 26-Jährige wurde mit dem Helikopter ins Spital geflogen.

Bilder, die es nicht geben sollte: Urs Kryenbühl liegt nach seinem schweren Sturz im Schnee. Der Schweizer war allerdings ansprechbar.

Bilder, die es nicht geben sollte: Urs Kryenbühl liegt nach seinem schweren Sturz im Schnee. Der Schweizer war allerdings ansprechbar.

Giovanni Auletta / AP

Die ersten Untersuchungen haben eine Gehirnerschütterung, einen Bruch des rechten Schlüsselbeines sowie einen Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie ergeben. Für Kryenbühl ist die Saison damit zu Ende.

Das Ersatzrennen für Wengen

Im Ersatzrennen für die abgesagte Abfahrt am Lauberhorn war auch Feuz bereit, Risiken einzugehen, wie er bilanzierte. So geriet dem 33-Jährigen der Seidlalmsprung so weit, «dass ich ich fast das Gefühl hatte, auf der Terrasse des Restaurants zu landen.» Das Risiko zahlte sich bei ihm aber aus. Keiner seiner Konkurrenten war fähig, die Streif schneller zu meistern.

«Dominik Paris kam zu mir und sagte, dass sei ja der Wengen-Ersatz gewesen. Und die Abfahrt in Wengen gehöre mir», erzählte Feuz, der am Lauberhorn dreimal gewann und zweimal Zweiter war. Paris hatte sich im vergangenen Jahr unweit von Kitzbühel im Training einen Kreuzbandriss zugezogen. Nun kehrte der Italiener eindrücklich in die Region zurück.

Feuz hat derweil ein weiteres Kapitel in seiner unglaublichen Karriere geschrieben, die 2012 nach einer Infektion im Knie schon fast vorbei gewesen war. Nun ist er Wengensieger, Kitzbühelsieger, Weltmeister und dreifacher Gewinner der Kristallkugel für den besten Abfahrer der Saison.

Auch Carlo Janka zeigte eine starke Leistung und klassierte isch auf Rang sechs. Nach 30 Athleten wurde das Rennen wegen Windes abgebrochen.