Fechten
Wichtiger Halt auf einem langen Weg

Obwohl noch im Juniorenalter, startet Kim Büch von der Fechtgesellschaft Basel an der heute beginnenden Senioren-WM in Moskau.

Alan Heckel
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Kim Büch mit ihrem Glückshut, der an der WM in Moskau nicht fehlen darf.

Kim Büch mit ihrem Glückshut, der an der WM in Moskau nicht fehlen darf.

Offen, aufgestellt und unkompliziert – so kommt Kim Büch im Gespräch rüber. Ob sie nun über ihr Lieblingshobby, das Backen, oder über die Vorbereitungen für die Geburtstagsparty ihrer Schwester redet: Stets schwingt in ihrer Stimme eine ordentliche Dosis Enthusiasmus mit. Die 19-Jährige verliert lieber zu viele als zu wenige Worte.

Doch wenn Büch über das Fechten zu sprechen beginnt, erhält das Ganze eine zusätzliche Dimension. Ihre Augen leuchten und das Adjektiv «megacool» fällt in jedem zweiten Satz. Besonders, seit sie weiss, dass sie mit der Schweizer Nationalmannschaft an die Elite- sprich Senioren-WM darf, die diese Woche in Moskau stattfindet. Zu ihrer Nomination meint sie: «Ich hatte nicht damit gerechnet, da ich ja noch auf Juniorenstufe gefochten habe. Aber ich habe mich riesig gefreut!»

Dass die Juniorin an den Grossanlass darf, liegt an der Nominierungspolitik des Verbandes. Wie bereits vor der EM in Montreux Anfang Juni hat lediglich Tiffany Géroudet die nötigen Ergebnisse erzielt. Deshalb bestimmt Swiss Fencing die anderen Degenfechterinnen.

Baslerin ersetzt Baslerin

Anstelle der EM-Teilnehmerinnen Laura Stähli (Basel) und Angela Krieger dürfen sich an der WM nun Kim Büch und Amandine Ischer neben Géroudet und Pauline Brunner beweisen. Manfred Beckmann kann sich mit dieser Politik nicht wirklich anfreunden, doch gleichzeitig freut sich der Maître der Fechtgesellschaft Basel, dass es nach Stähli eine weitere seiner Sportlerinnen an einen so prestigeträchtigen Event geschafft hat. «Kim ist clever, nervenstark und kann sich gut fokussieren», nennt Beckmann Büchs wichtigste Qualitäten, legt aber in typischer Ausbilder-Manier nach: «Sie hat überall noch Reserven.»

Zum Fechten kam die im Brausebad aufgewachsene Baslerin im Alter von rund zehn Jahren. «Unsere Eltern wollten, dass wir auch ausserschulischen Aktivitäten nachgehen», erzählt die jüngste von drei Schwestern. Nachdem sie sich in zahlreichen Sportarten versucht hatte, wurde sie schliesslich bei der FGB fündig: «Fechten war nicht alltäglich und gleichzeitig elegant.»

Es folgten viele schöne Momente und «megacoole» Erlebnisse. Dazu machte der Teenager stetig sportliche Fortschritte. Dass ihre 178 Zentimeter Körpergrösse dabei ein «enormer Vorteil» sind, verhehlt Kim Büch nicht: «Mit den Armen habe ich eine grössere Reichweite. Und meine langen Beine sind praktisch, wenn ich aus längerer Distanz angreife.»

Abseits der Fechtbahn machte die Sportlerin ihren FMS-Abschluss und will sich zur Physiotherapeutin ausbilden lassen. Im Degenfechten hofft sie, es dereinst in die Top 16 zu schaffen. «Das wird ein langer, langer Weg», weiss die Baslerin. Umso wichtiger ist der aktuelle Halt in Moskau, auf dem sie «möglichst viel mitnehmen» will, um sich ans Niveau der Senioren heranzutasten. Mit dabei hat sie ihren Glückshut, den sie als Zwölfjährige während einer Berlinreise gekauft hat. «Früher hatte ich ihn beim Einwärmen auf. Es gibt sogar Fotos, wo ich ihn bei Siegerehrungen trage», lacht Kim Büch. Mittlerweile ist sie diesbezüglich etwas erwachsener geworden und verstaut ihren Glücksbringer in der Tasche mit ihren Fechtutensilien. «Ganz auf den Hut verzichten könnte ich aber nicht.»

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