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Vor dem Spiel gegen den Ex-Klub: «Ich war ja keine 30 Jahre beim FCB»

Der 18-Jährige Mittelfeldspieler Manuel Weber hat von der U21 des FC Basel zu den Black Stars gewechselt. In der 1. Liga sucht der Bruder von Challenge-League-Spieler Michael Weber eine neue Herausforderung.

Jeremy Weill
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Manuel Weber, hier noch in Rot-Blau, spielt neu bei den Black Stars und trifft heute auf seinen Ex-Klub.

Manuel Weber, hier noch in Rot-Blau, spielt neu bei den Black Stars und trifft heute auf seinen Ex-Klub.

Uwe Zinke

Manuel Weber absolvierte in der vergangenen Saison 23 Einsätze für die U21-Equipe des FC Basel. 18 Mal lief er dabei über die vollen 90 Minuten für die Rot-Blauen auf. Und trotzdem kam im Sommer die für Aussenstehende etwas überraschende Meldung, dass der 18-jährige Aargauer diese Saison bei den Black Stars in der 1. Liga spielen wird. «Es war ein gemeinsamer Entscheid mit der sportlichen Leitung», erklärt Weber.

Aufgrund der Berücksichtigung von Spielern des Fanionteams – wie im vergangenen Jahr Arxhend Cani oder Robin Huser, beide ebenfalls zentrale Mittelfeldspieler – hätte er einige Male auf Einsätze verzichten müssen. «Das ist verständlich, aber wenn man die ganze Woche trainiert, will man sich am Wochenende auch präsentieren.»

Huggels Interesse gab den Ausschlag

Wieso es nun gerade die Black Stars sind, die im Gegensatz zur U21 «nur» in der 1. Liga und nicht in der Promotion League spielen, hat mehrere Gründe. Der wichtigste Aspekt ist für Weber sicherlich, dass er im nächsten Sommer seine Lehre als Elektroplaner in der Region abschliessen will. «Deshalb war klar, dass ich im Raum Basel bleiben wollte.» Eine weiterer wichtiger Punkt war unter anderem der ehemalige FCB-Spieler Benjamin Huggel. Der Black-Stars-Coach bekundete starkes Interesse an Weber, und auch der FC Basel habe ihm schliesslich einen Wechsel zum Quartierklub vom Buschweilerhof nahegelegt.

Mit «richtigen» Männern spielen

Wieso Weber nicht zu den Old Boys wechselte, wo er ebenfalls in der Region und sogar in der Promotion League hätte spielen können, hängt ebenfalls mit Huggel zusammen. «Bei Black hat einfach alles besser gepasst.» Dass Weber nun eine Liga tiefer spielt als zuvor, sieht er nicht als Rückschritt. «Es ist eher eine Herausforderung. Ich spiele in der ersten Mannschaft eines Vereines, der Fokus liegt auf uns und wir sind die Vorbilder für die Junioren. Das war anders beim FCB», sagt der Bruder von Wohlen-Akteur Michael Weber, «zudem ist es auch mal schön, mit ‹Männern› zu spielen, ich kann von jedem Einzelnen im Team lernen und profitieren.»

Kein spezielles Spiel

Wie es nach diesem Jahr weitergehen wird, weiss Weber, der noch bis Ende Saison dem FCB gehört und auch noch in dessen Wohnheim wohnt, nicht. «Wenn ich die Lehre beendet habe und auch noch eine gute Saison spielen sollte, ist alles möglich.» Eine Rückkehr zum FCB scheint aufgrund der momentanen Konstellation wohl eher unwahrscheinlich. Setzt man doch beim Nachwuchs des Schweizer Ligakrösus bereits jetzt vermehrt auf jüngere Spieler mit Jahrgang 1997. Ob die heutige Partie (siehe Box oben) gegen seinen alten Verein nun komisch sei? «Nein, es ist ein Spiel wie gegen jedes andere Team. Ich war ja keine 30 Jahre beim FCB.»

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