FC Basel

Vor dem Restart in die Super League: Das spricht für ein gutes Finish des FCB

Fast genau vor vier Monaten spielte der FCB letztmals in der Meisterschaft: zu Hause beim 2:2 gegen Servette.

Fast genau vor vier Monaten spielte der FCB letztmals in der Meisterschaft: zu Hause beim 2:2 gegen Servette.

Als Tabellendritter mit fünf Punkten Rückstand auf das Leaderduo YB und St. Gallen geht der FC Basel in den Rest der Saison. Einiges spricht für einen guten Schlussspurt der Basler. Weil sie bei vielem schon genau wissen, was sie tun müssen.

Erst war da das Spektakel gegen Lausanne. Dieser berauschende 3:2-Sieg und der damit verbundene Einzug in den Cup-Halbfinal. Und dann kommt da jetzt das erste Ligaspiel nach fast vier Monaten Unterbruch. Endlich wieder Wettkampf satt nach Monaten des Fussballentzugs. Und doch schafft es der FC Basel in diesen Zeiten, vor allem neben dem Platz Schlagzeilen zu schreiben. Der harte Kern der Fans fordert den Rücktritt der Vereinsführung, welche diese schlicht zurückweist. Ohne Dialog. Nur per Communiqué. Es passt zum FCB der letzten Jahre, dass der Sport Nebensache ist.

Leider, muss man sagen. Denn gerade jetzt, gerade nach dieser langen Pause soll der Sport im Mittelpunkt sein. Der FCB steht vor einem so heissen wie anspruchsvollen Schlussspurt in der Meisterschaft. 13 Runden sind zu absolvieren in lediglich sechs Wochen. Ein happiges Programm. Schliesslich folgen im Anschluss noch Cup- und Europa-League-Partien. Aber jetzt heisst es erst einmal Fokus Liga. Fokus Aufholjagd. Mit fünf Punkten Rückstand liegt der FCB hinter den punktgleichen Young Boys aus Bern und den Jungspunden aus St. Gallen auf Platz 3.

Seit Jahren war das Meisterrennen in diesem fortgeschrittenen Stadium der Liga nicht mehr so offen und spannend. Obschon der FCB vor der Coronakrise in eine Resultatkrise in der Meisterschaft geschlittert war und die Pause fast gelegen zu kommen schien, gibt es jetzt Gründe, die für den FCB sprechen, wenn dieser am Sonntag den Liga-Betrieb wieder aufnimmt. Vor allem, dass er in vielen Situationen schon weiss, was er tun muss.

Die vorerst geklärte Trainerfrage

Klar, gelöst ist die Situation nur bis Ende August. Und es dauerte auch viel zu lange, bis dem so war. Aber dass man sich mit Marcel Koller einigen konnte, gemeinsam die Saison zu Ende zu bringen, ist positiv. Dazu muss man kein Fan des Trainers und dessen Philosophie sein. Es geht einzig darum, neben den im Umkreis des FCB ohnehin immer vorhandenen Störfeuern nicht noch mehr Unruhe zu stiften. Ein neuer, wohl interimistischer Trainer, hätte keine Chancen gehabt, in diesen ausschliesslich englischen Wochen seine Idee einzubringen.

Die nur sehr wenigen Verletzten

Dreizehn Spiele in sechs Wochen. Selten war es so wichtig, keine Verletzten zu haben. Und dieses Glück hat der FCB. Neben Luca Zuffi (Kreuzbandriss) fehlt einzig noch Edon Zhegrova (Bänderriss) langfristig. Und diesen Sonntag auch Ricky van Wolfswinkel, seine Verletzung ist aber nicht gravierend. Der Rest ist einsatzbereit. Dass diverse, vertragliche Fragen noch nicht geklärt sind, ist eine andere Baustelle.

Der längst vertraute Terminstress

In diesen intensiven Zeiten ist es nicht nur wichtig, ein breites Kader zu haben, sondern auch eines, welches diese besonderen Umstände kennt. Während Teams wie Luzern oder St. Gallen kaum Erfahrungen haben mit englischen Wochen, ist der FCB Experte darin. Mit Ausnahme der Saison 2018/2019 war er in den vergangenen Jahre stets europäisch vertreten und kennt daher einen eng getakteten Spielplan nur zu gut. Genau so wie seine Begleitumstände: Kaum Training, nur Regeneration und jeden dritten Tag ein neuer Gegner, auf den man sich einstellen muss. Der FCB kennt die Situation aber nicht nur, er ist auch gut darin, sie zu meistern. Das hat die aktuelle Ausgabe der Basler bereits gezeigt: In einer der strengsten Phasen dieser Saison - von Mitte August bis Ende November - blieben sie wettbewerbsübergreifend für 17 Spiele ungeschlagen.

Die bereits bekannte Situation

Geisterspiele sind für den FC Basel nichts Neues. Bereits vor der Coronapause wurde das Hinspiel im Europa-League-Achtelfinal bei Frankfurt vor leeren Rängen ausgetragen. Ebenso wie das Spiel am vergangenen Sonntag bei Lausanne. Ob also grosse Arena oder kleine Pontaise, der FCB kennt Geisterspiele nicht nur, er kann sie auch. Vor allem hat er eindrücklich bewiesen, dass er nicht vom Publikum getragen werden muss, um eine enge Partie wie jene vom Sonntag für sich entscheiden zu können. Er generiert Emotionen auf dem Platz. Eine nicht zu unterschätzende Fähigkeit in diesen besonderen Zeiten.

Der mögliche minimale Vorteil

Apropos vergangenen Sonntag: Da absolvierte der FCB den ersten Ernstkampf seit Monaten. Eine Woche früher als alle anderen Teams aus der Super League. Der FCB hat somit ein Spiel unter Wettkampfbedingungen in den Beinen, hat das Visier wieder gestellt und im Kopf den Schalter umgelegt. Auch wenn Marcel Koller moniert, die eine Woche weniger Vorbereitung fehle nun, so könnte es gerade jetzt beim Restart ein Vorteil sein. Der FCB ist wieder auf Betriebstemperatur, während andere Teams vielleicht erst noch beim Warmlaufen sind. Die Automatismen konnten in dieser Woche wieder justiert und erste Erkenntnisse gezogen werden. Einem guten Start sollte also wenig im Weg stehen.

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